Ich will nicht nur linke Bücher lesen, bitte nicht!
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Dieser Schrumpfungsprozess werde nach Überzeugung von Boris Hedde vom Institut für Handelsforschung in Köln weitergehen. „In vielen Fällen braucht man heute einfach kein Buch mehr, um sein Informationsbedürfnis zu befriedigen“ – und verweist auf die wachsende Bedeutung des Internets bei der Suche nach Wissen.
Mein gesunder Menschenverstand fühlt sich umnebelt von dieser Aussage: Um Himmelwillen – es geht doch nicht um „Befriedigung des Informationsbedürfnisses“, jedenfalls nur selten. Und von der wachsenden Bedeutung des Internets habe ich auch schon gehört.

Die „Queer-Literatur“-Abteilung im Kulturkaufhaus Dussmann
Immer mehr linke Bücher von linken Verlagen
Ich habe einen anderen Verdacht: Immer mehr Buchhandlungen in Deutschland pflegen nur eine Art von Büchern – linke Literatur von linken Autoren, die für linke Verlage schreiben. In einer Buchhandlung im Berliner Szene-Bezirk Kreuzberg fragte man mich zuerst, ob ich bei einer Lesung von „Omas gegen Rechts“ dabei sein möchte. Ich verneinte verdutzt und fragte nach dem Buch meines Kollegen Björn Harms „Der NGO-Komplex“. Antwort: „Rechte Bücher führen wir nicht.“ Diese grandiose Dokumentation war weit oben auf der Spiegel-Bestseller-Liste. Und man kann den Spiegel nicht verdächtigen, politisch besonders weit rechts zu stehen.
Nein, ich wundere mich nicht, dass es immer weniger Buchhandlungen gibt in Deutschland. Denn es gibt immer weniger Buchhandlungen, in denen der geneigte Leser die ganze Palette der Meinungsvielfalt findet. Den ganzen wunderbaren Kosmos unseres Wissens. Wenn ich in die naturwissenschaftliche Abteilung schaue, möchte ich nicht nur Bücher finden, die vom Weltuntergang durch Klimawandel schwadronieren. Im Gegenteil: Dieses Thema wird mir schon in den sozialen Medien und im öffentlich-rechtlichen Zwangsgebühren-Fernsehen um die Ohren gehauen. Da brauche ich nicht noch einseitige Bücher darüber zu lesen.
Ich möchte Bücher, die das Leben, das Wissen, die Gefühle erweitern, nicht einschränken. Ich möchte über Buchrücken streichen, mich am Einband eines wertvollen Klassikers erfreuen. Wer Bücher liebt, versteht das. Und wer sie nicht zu Hause hat, weiß nicht, dass schöne (ich sage extra nicht „gute“ Bücher, das sagen nur Lehrer) fürs Leben sind. Manche liest man nie, aber dass sie da stehen, genügt oft schon. Wenn ich jemanden zum ersten Mal besuche, guck’ ich, was für Bücher er hat (oder ob es überhaupt welche gibt).
Bücher sind ein Stück Charakter. Sag mir, was du liest, und ich sage dir, wer du bist, gilt noch immer.
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Louis Hagen
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