„Irgendwer muss die Arbeit ja machen“: Das antwortet Respekt-Kanzler Scholz ernsthaft, wenn man ihn fragt, warum Handwerk so wichtig ist
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Ich weiß nicht, wann Sie das letzte Mal eine Schraube in die Wand gedreht haben, aber bei Olaf Scholz dürfte es eine Weile her sein. Ich tippe auf ca. 65 Jahre. Der 65 Jahre alte Respekt-Kanzler besuchte am Wochenende einen Holzbau-Betrieb in Dresden. Meine Empfehlung an Scholz lautet: Einfach nie wieder in der Öffentlichkeit ein Werkzeug anrühren. Es wird nur peinlich.
Beim Rundgang durch die Werkhalle wurde Scholz ein Akku-Bohrer in die Hand gedrückt, unter der Aufsicht von mehreren Fachkräften in traditioneller Handwerks-Kluft soll er eine Schraube ins Holz drehen. Eine einzige Schraube. Scholz setzt an, der Bohrer schlägt sofort nach oben, dreht einmal durch, der Kanzler sichert sein Jackett und gibt das Werkzeug schnell aus der Hand. Er rollt mit den Augen, weiß genau, dass die Schraube nicht da gelandet ist, wo sie hin soll. Der Holz-Profi neben ihm sagt: „Das war schon ganz gut für das erste Mal.“ Scholz lächelt zufrieden.

Der Bundeskanzler im Kampf mit dem Akkuschrauber.
Die Schraube bleibt locker ...
Die Botschaft, die von diesem Termin ausgeht, lautet: Der Kanzler kann nicht mal einen Akku-Bohrer halten. Dass er sich bei der Aktion nicht das Handgelenk gebrochen hat, ist alles.
Ein Bundeskanzler muss keinen Dachstuhl zusammen zimmern oder auf der Baustelle einen Parkettboden verlegen. Das erwarte ich nicht von einem Juristen, der sein Leben lang als Anwalt oder in der Politik gewirkt hat. Für stabile Konstruktionen haben wir großartige Bau-Schreiner und Zimmerer, Meister und Gesellen, die auf den Baustellen im Land jeden Tag mit anpacken.
Aber dass ein Regierungschef der Bundesrepublik Deutschland, gerade von der Arbeiter-Partei SPD, nicht einmal mit einem Akku-Bohrer eine Schraube ins Holz befördern kann – tut mir leid, dafür fehlt mir jedes Verständnis. Wie weit kann man vom Alltag der normalen Menschen entfernt sein, wenn man nicht mal das kann? Wenn Sie mir nicht glauben, wie peinlich die Szene ist: Hier ist sie.
Nur Scholz’ Desinteresse ist größer als sein handwerkliches Nichtkönnen
Wird aber noch besser. Nach dem Besuch demonstriert Scholz dann noch einmal freiwillig auf seinem eigenen TikTok-Kanal, dass sein handwerkliches Nichtkönnen nur von seinem Desinteresse an der Branche übertroffen wird. Ein Kurzvideo beginnt mit der Aufforderung an Scholz, folgenden Satz zu beenden: „Handwerk ist wichtig, weil …“
Noch einmal: Es ist der eigene Social-Media-Account von Scholz. Es ist kein fieser Journalist, der den Kanzler löchert oder bloß stellen will. Es ist die steuerfinanzierte Pressestelle des Kanzlers, die dem SPD-Kanzler das weite Feld der sympathischen Propaganda-Wiese eröffnet. Er könnte sagen: Handwerk ist wichtig, weil unser Land sonst still stehen würde. Oder: Handwerk ist wichtig, weil das mit dem goldenen Boden einfach stimmt – die ganze Welt beneidet uns um unsere Handwerker.
Aber Olaf Scholz wäre nicht Olaf Scholz, wenn er nicht einen Elfmeter ohne Torwart in der Kiste grinsend zehn Meter über das Tor ballern würde. Meine Damen und Herren, liebe Handwerkerinnen und Handwerker, es spricht der Kanzler: „Handwerk ist wichtig, weil … irgendwer muss die Arbeit ja machen.“ Dann stammelt und scholzt der Kanzler hinterher: „Alles, was wir jeden Tag erleben, hat irgendwer gebaut, errichtet – und als Handwerker fertig gemacht.“ Sein eigenes Team hat das veröffentlicht. Ich glaube langsam, die wollen auch nicht mehr Team Kanzler sein.
Laut Statistischem Bundesamt sind 5,4 Millionen Menschen in diesem Land im Handwerk beschäftigt, es gibt mehr als 500.000 Handwerks-Unternehmen, die Branche hatte 2021 einen Jahresumsatz von 659 Milliarden Euro – das waren 8,5 Prozent des gesamtwirtschaftlichen Umsatzes.
All diese Menschen können nachts um drei Uhr angerufen werden, von Nachbarn und Familie, weil es einen handwerklichen Notfall gibt und irgendjemand das jetzt lösen muss. All diese Menschen helfen sich untereinander, auch nach Feierabend, und sind im Dienst der Motor der deutschen Wirtschaft. Und all diese Menschen werden regiert von einem Mann, der keinen Akku-Bohrer halten kann und Handwerk wichtig findet, weil irgendwer die Arbeit ja machen muss.
Friedrich Merz rumpelte mal im Bundestag Richtung Kanzler: „Sie sind ein Klempner der Macht!“ Das war falsch, lieber Herr Merz. Und jeder Klempner, der das Akkubohrer-Video gesehen hat, dürfte sich jetzt nachhaltig beleidigt fühlen.
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