Isny, Wangen, Uhldingen: Die Vorfälle in Baden-Württemberg zeigen den staatlichen Kontrollverlust im ländlichen Raum
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Wer den Wahnsinn dieser Zeit verstehen will, muss sich die Wikipedia-Einträge der Allgäuer Kleinstädte Isny und Wangen durchlesen. Von einem „heilklimatischem Kurort“ ist dort die Rede, der Kirche „Deuchelried“, einem „landwirtschaftlich genutzten Sonderflur“ und von Moränenhügeln. Südwestdeutsches Hinterland.
Doch die Orte Wangen und Isny sind nicht nur baden-württembergische Idyllen im Allgäuer Land, sondern auch die Schauplätze der Verwerfungen deutscher Migrationspolitik.
Denn Isny und Wangen, gerade einmal 19 Kilometer voneinander entfernt, schafften es am Donnerstag unabhängig voneinander in die überregionalen Nachrichten: In Wangen stellte sich heraus, dass der 34-Jährige, der am Vortag scheinbar grundlos auf ein vierjähriges Kind im Supermarkt eingestochen hatte, ein Syrer mit niederländischem Pass ist. In Isny wurde ein 35-jähriger Syrer festgenommen, weil er sich zwischen 2012 und 2015 an Kampfhandlungen des „Islamischen Staates“ (IS) beteiligt haben soll. Die Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart legt ihm zur Last, für die Freilassung eines IS-Gefangenen Lösegeld gefordert und die Terrormiliz finanziert zu haben. In den Folgejahren schaffte es der Mann dennoch nach Deutschland – ebenso wie der Täter aus Isny, der mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit innerhalb der letzten neun Jahre nach Deutschland kam.

Der Täter vor einem Norma-Supermarkt bei seiner Festnahme.
Unweit der beiden Orte im Allgäu, in Uhldingen am Bodensee, griff dann noch ein 28-jähriger Mann Menschen vor einem türkischen Supermarkt an. Das SEK musste anrücken und den Mann niederschießen.
Wenn sich in einem Radius von 100 Kilometern in Baden-Württemberg binnen weniger Stunden solche Gewalt Bahn bricht und Generalstaatsanwälte Terroristen festnehmen müssen, zeigt das: Migration hat das Land zur Unkenntlichkeit verändert – und diese Veränderungen sind inzwischen so bemerkbar, dass Bürger hierzulande selbst im ländlichsten Raum, an Orten, die sonst als verschlafene Kuhkäffer mitten im Nirgendwo gelten, nicht verschont bleiben.
Es wird ausgeschwiegen, was ausgeschwiegen werden soll
Diese Gewaltdelikte machen sich inzwischen leider tagtäglich bemerkbar in Deutschland, sie verschonen keinen: egal, ob Lüneburger Heide oder Allgäuer Land; egal ob Essen und Duisburg oder Isny und Wangen. Und während Leitmedien Debatten über das Für und Wider von Migration führen, ist Menschen vor Ort nicht geholfen; sie sind plötzlich mit der Erkenntnis konfrontiert, dass der Gang zum Supermarkt für das eigene Kind nicht mehr sicher ist und der Nachbar von nebenan Teil einer Dschihadistenmiliz gewesen sein könnte.
Apropos Debatten: Wenn diese überhaupt geführt würden, wäre vielen geholfen. Stattdessen stellt sich – man muss sagen: schon wieder – eine journalistische Haltung ein, diese Delikte als Kriminalfälle ohne überregionale Relevanz abzutun, die ebenso gut von Deutschen begangen werden könnten. Erstens stimmt das schlichtweg nicht, wie ein Blick auf die polizeiliche Kriminalstatistik zeigt, und zweitens wird inzwischen mehr und mehr Menschen bewusst, dass sich schwerste Gewalt in diesem Land ereignet, die früher schlichtweg nicht stattfand – und wenn, dann hat sie völlig zu Recht eine größere Debatte ausgelöst. Leitmedien aber berichten schlichtweg nicht darüber – oder wie im Fall des „Spiegel“: ohne die Nennung relevanter Details, etwa der Herkunft des Täters.

Die Tagesschau schwieg die Vorfälle in Baden-Württemberg aus – berichtete dafür über das japanische Kirschblütenfest.
Deshalb war es auch nur folgerichtig, dass die Tagesschau über keinen der drei Vorfälle berichtete – dafür aber über das japanische Kirschblütenfest.
Der SWR, für die Berichterstattung in der Region zuständig, verweigerte in allen drei Fällen, die Herkunft der Täter zu nennen. Auch im ZDF und bei RTL Aktuell fand man die Vorfälle nicht wichtig genug.
Wenn man zu Ende denkt, dass viele, gerade ältere Menschen aber nur öffentlich-rechtliches Fernsehen und Regionalsender konsumieren, beschleicht einen schnell das Gefühl, dass hier etwas ausgeschwiegen werden soll, was nicht ins Bild passt – und Menschen hierzulande verunsichern könnte. Für alle anderen aber, die die Einschläge einer unkontrollierten Migrationsgesellschaft mitbekommen, heißt die Nachricht: ihre Wut, ihre Sorgen, ihre Ängste sind nicht wichtig genug.
Wenn sie aber aufbegehren wollen und anprangern, dass hier etwas gehörig aus den Fugen geraten ist, sind sie im Zweifelsfall … rechtsextrem. Und ein Fall für den Verfassungsschutz.
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