Regierungsstreit um die Wehrpflicht: Klingbeil hintergeht Merz – und alle merken es außer der Kanzler
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Die Eskalation bei der geplanten und dann geplatzten Wehrpflicht trägt vollkommen eindeutig die Handschrift von SPD-Chef Lars Klingbeil.
Es ist Klingbeil, der Merz immer wieder hintergeht, mit dem ältesten Trick der Welt dann sagt „Friedrich, ich würde ja, aber meine Leute“ und Merz dann die Zugeständnisse abringt. Jeder mit fünf Minuten politischer Erfahrung kann es sehen, nur Merz nicht. Er will nicht sehen, dass sein wichtigster politischer Freund nicht sein Freund ist.
Pistorius hätte niemals die Macht, unabgesprochen und gegen Klingbeil einen geeinten Kompromiss der Koalition Minuten vor der gemeinsamen Verkündungs-PK platzen zu lassen.

Arbeitsgemeinschaft oder Schicksalsgemeinschaft? Es gibt Unklarheiten über das Verhältnis von Merz und Klingbeil
Klingbeil glaubt, selbst Kanzler werden zu können
Die CDU sollte es endlich begreifen: Der Plan von Lars Klingbeil ist es, dem naiven und am Ende machtpolitisch unerfahrenen Merz so viel linke Politik abzutrotzen wie irgendwie möglich, bis die Union rebelliert und die Koalition platzen lässt, um die SPD dann als Kanzlerkandidat in den größten Lagerwahlkampf der deutschen Geschichte zu führen, Schwarz-Blau zu beschwören, NGO-Komplex, Antifa und ARD und ZDF und die gesamte linke Medienlandschaft maximal aufzupeitschen und zu mobilisieren.
Klingbeil glaubt, mit einem Linksbündnis die Wahl „gegen Rechts“ gewinnen und Kanzler werden zu können. Er will nicht zu Ende regieren, um dann eine Wahl zu verlieren. Er benutzt Merz und spielt ihn wie ein billiges Plastik-Banjo vom Rummel.
Merz stellt seine Macht über die Partei – Klingbeil weiß das
Merz’ größter früher Fehler war es, macht- und gefühlsduselig die Duz-Freundschaft mit dem Lars einzugehen. Nichts macht das Nein schwerer als das Du. Markus Söder hat das sofort verstanden und deswegen mehrfach – nur wenig verklausuliert – darauf hingewiesen. Merz ist so überzeugt von sich selbst, dass er geglaubt hat, den linken Zynismus bändigen zu können. Gleichzeitig ist er naiv und romantisch genug, an die politische Männerfreundschaft und Schicksalsgemeinschaft von Friedrich und Lars zu glauben. Unzählige Male und auf niederträchtigste Weise hat Klingbeil den „Kampf gegen Rechts“ geführt.

Nichts wünscht sich Klingbeil mehr als den Kanzler-Flieger.
Merz hat nie wahrhaben wollen, dass damit er gemeint ist. Klingbeil weiß seit Tag 1 und seit dem gigantischen Schuldenpaket, über das Klingbeil herrscht, dass Merz immer seine Macht über seine Partei stellen wird – bis es ihn die Macht kostet und Klingbeil den Wahlkampf beschert, den der sich erträumt.
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Julian Reichelt
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