Lasst den Fußball wieder Fußball sein! Deutschland plant keine EM, sondern eine Vielfalts- und Toleranz-Meisterschaft
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Erinnern Sie sich noch an die Zeiten, als Fußball noch ein geiler Sport war?
Der deutsche Kader hieß Nationalmannschaft, die Jungs konnten noch die deutsche Hymne mitsingen und taten es auch. Sie schossen Tore statt Schlagzeilen, wir hatten Fußball-Sommermärchen auf deutschen Straßen, man durfte die Deutschlandfahne am Auto anbringen, ohne die Reifen abgestochen zu bekommen oder von Nachbarn als Nazi gemeldet zu werden. Nur der Kapitän trug auf dem Platz eine Armbinde, weil er der Mannschafts-Kapitän war und auch nichts anderes damit sagen wollte. Fußball war eine Sportart und Stadien keine Bekenntnisanstalten – außer bei wirklich wichtigen Fragen wie „Schalke oder Dortmund?“ Und wenn es mal hart auf hart kam, gab es Stinke- aber keine IS-Finger in der Luft.
Wir hatten Bratwurst und Bier, den Kaiser und den Klinsi
Links oder rechts waren Positionen in der Mannschaftsaufstellung und nicht bei der politischen Gesinnung. Niemand musste sich vor dem Spiel hinknien, außer um seine Schnürsenkel zu binden, es gab keine Handzeichen und Gruppenbilder gegen rechts, gegen Homophobie oder gegen Hass, sondern schmutzige Lieder, vorgetragen mit der ganzen Kraft hochprozentiger Männlichkeit.

Sommermärchen 2006: legendäre Abschlussparty der deutschen Nationalmannschaft am Brandenburger Tor
Wir waren Weltmeister, das Runde musste nur in das Eckige. Wir hatten den Kaiser und den Klinsi, den Jogi und den Leitwolf Loddar. Die ganze Welt fürchtete Oliver Kahn, auch seine Mannschaftskollegen, wenn sie nicht genug rannten. Man schwenkte schwarz-rot-goldene Fähnchen, anstatt sich in Regenbogenfahnen und „One-Love-Armbinden“ zu wickeln. Niemand interessierte sich für die politische Gesinnung der Spieler oder ihre Religion, sondern nur für das Alter ihrer Freundinnen und die neue Frisur von David Beckham. Die Frage, wie viele Geschlechter es gibt, ließ sich in den Hotelzimmern des Mannschaftshotels auch im Dunkeln leicht klären. Man durfte die formschönen Hüften von Shakira öffentlich diskutieren, ohne Sexist zu sein, Spielerfrauen hielten die Klappe und sahen einfach nur gut aus. In den Stadien gab es Bier und Bratwurst und wenn wir verloren haben, haben wir alle zusammen geweint.
Die Toleranzfestspiele beginnen
Im Sommer ist nun Fußball-Europameisterschaft in Deutschland und ich habe jetzt schon keine Lust mehr. Gerade las ich, Philipp Lahm wolle als Turnierdirektor bei der EM 2024 „Standards setzen“. Leider nicht mit Toren, sondern mit veganem Essen, Fahrradständern und Unisex-Toiletten. Jetzt fehlen nur noch ein paar Gebetsteppiche Richtung Osten auf der Südtribüne und dann ist auch Nationalspieler Toni Rüdiger samt seiner neuen Fanboys aus dem Nahen Osten sicher sehr zufrieden. Yalla!
Man bekommt ja inzwischen immer entweder Angst, oder einen hysterischen Lachanfall, wenn man hört, die Deutschen wollten weltweit Maßstäbe setzen und Vorbildfunktionen erfüllen. Zukunft „Made in Germany“ klappt ja in der Migrationspolitik der offenen Grenzen und der Energiewende samt Atomausstieg bereits derart grandios, dass die ganze Welt nur noch bewundernd Richtung Deutschland blickt und die Chinesen versuchen, unsere geheimen Klima-Transformationspläne zu hacken. Ironiemodus wieder aus.
Als habe nicht die ganze Welt einst aufgeatmet, als die Deutschen vor zwei Jahren bei der Fußball-WM in Katar endlich ausgeschieden waren und man wieder normal Fußball spielen konnte, weil das ganze verlogene Theater um Regenbogen-Armbinden-Zeichensetzen-für-Toleranz-sich-aber-trotzdem-von-Frauen-und-Schwulenfeinden-Millionen-überweisen-zu-lassen ein Ende hatte, tritt Deutschland jetzt als Gastgeber an, die Toleranzfestspiele selbst auszurichten.

Alles so schön bunt: Innenministerin Nancy Faeser (SPD) mit der Regenbogenbinde bei der WM in Katar.
Auf der Siegertreppe zur Klimaneutralität
Jetzt soll Deutschland also wieder Weltmeister werden, leider nicht auf dem Platz, sondern daneben und auf den Rängen, auf den Toilettenanlagen, an den Fressbuden und auf der Siegertreppe der Klimaneutralität. Statt Tore zählen jetzt „Nachhaltigkeit“ und „soziale Gerechtigkeit“. Fußball kann moralisch vertretbar nur noch klimaneutral gespielt werden. Die neuen UEFA-Strategien wollen die „unvermeidbaren Emissionen im Zusammenhang mit dem Turnier“ durch einen extra eingerichteten Klimafond kompensieren, es gibt überall auch vegane und vegetarische Speisen und natürlich nur wiederverwendbare Becher.
Damit wir Deutschen aber wenigstens Toleranz- und natürlich auch Vielfaltsmeister werden soll das Ganze auch inklusiv und für alle gesellschaftliche Gruppen attraktiv sein. Das wiederum wird sich durch „geschlechtsneutrale Toiletten“ und „kulturell vielfältige Speisen“ zeigen, aber natürlich auch, indem man Beschwerdestellen für Diskriminierungsvorfälle einrichtet. Schön, wenn die deutsche Erfahrung in Sachen organisiertes Denunziantentum jetzt auch weltweit als Konzept exportiert wird, aber was genau sind „kulturell vielfältige Speisen“? Gegrillter Tofu und Ziege halal?
Nicht zu vergessen, wir müssen jetzt alle gesund werden dank Fußball-EM, deswegen sollen nicht nur deutsche Kitakinder, sondern auch Fußball-Fans „gesunde“ Nahrungsmittel konsumieren, es gibt Fahrradstellplätze für jene, die mit dem Rad kommen und natürlich ein Rauchverbot auch im Freien.
Selbst das neue Mannschafts-Trikot musste pink sein, weil man damit beim DFB ein Zeichen für „Vielfalt in Deutschland“ setzen will. Dafür verzichtete man auf die Deutschlandfarben auf dem Trikot, damit sich niemand daran erinnert, dass irgendwo in der bunten deutschen Vielfalt noch so etwas wie deutsche Nationalfarben existieren.
„Wir wollen für nachfolgende Sportgroßveranstaltungen auch in anderen Ländern Standards setzen“, sagte Philipp Lahm bei der Vorstellung des Gesamtkonzeptes. Mit Verlaub, nein Herr Lahm, also ich möchte allerhöchstens, dass wir Europameister werden. Dafür muss dieses runde Ding in schwarz-weiß ins Tor. Reicht schon. Danke! Oder um es mit den Worten von Bayern-Ehrenpräsident Uli Hoeneß zu sagen: „Was die anhaben, ist völlig wurscht, die können auch mit nacktem Oberkörper spielen oder mit was aufgemalt, entscheidend ist, was auf dem Platz ist“.

Philipp Lahm stellte die bunte EM vor.
Wo der Irrsinn tobt, ist Claudia Roth nicht weit weg
Nun wollen wir aber fair sein, der kleine Philipp hat diese Idee der kulturellen Nachhaltigkeitsfestspiele nicht alleine verbrochen. Wo der Irrsinn tobt, ist schließlich eine Claudia Roth nicht weit weg. Die grüne Frau Kulturstaatsministerin hat ein anständiges Budget von 13 Millionen zusammengekratzt, um „ein nachhaltiges Turnier der Demokratie, des Respekts, der Toleranz und der Menschenrechte“ zu veranstalten, wozu es eine ganze Liste an Kulturveranstaltungen geben wird. Der Philipp versicherte brav, er wünsche sich mit der EM „eine Aufbruchstimmung und ein neues Wir-Gefühl“ das weit über das Fußballfeld hinausreichen soll. Früher reichte für ein jubeltaumelndes Wir-Gefühl der Deutschen ein einfacher Sieg der Nationalmannschaft, und zwar auf dem Rasen. Heute soll das Wir-Gefühl des Fußballs außerhalb des Stadions produziert werden und dafür hat Claudia Roth keine Kosten und Mühen gescheut.
Es erwarten uns über 300 steuerfinanzierte Tanz-Performances, Kunstausstellungen, Konzerte, Filmvorführungen und Theaterstücke, wen es im Detail interessiert, kann das gerne hier nachlesen.
Sicher kommt unheimlich Stimmung und „Wir-Gefühl“ auf bei Programmen wie „SPORT.MASSE.MACHT. Fußball im Nationalsozialismus“ und der Reflexion über „Funktion des Fußballs bei der Formierung und Stabilisierung der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft“. Ich bin nicht sicher, ob man dort mit Deutschlandfähnchen in der Hand an einem Stück noch aus dem Raum kommt oder direkt beim Verfassungsschutz gemeldet wird.
Beim Projekt „Green Your Game“ sollen Kinder in Schulen in ihrem ökologischen Bewusstsein dafür geschärft werden, dass Sport oft sozial und ökologisch unfair gestaltet ist.
Ich freue mich ja als Frau besonders auf „Ballett der Massen“ im Berliner Haus der Kulturen. Laut Beschreibung sollen dort fünf Wochen lang in einer Reihe von Podiumsdiskussionen und Workshops „Fußballer*innen sowie Aktivist*innen, Fußballhistoriker*innen, Wirtschaftswissenschaftler*innen und Mediziner*innen über Themen wie Hate Speech, Gender und die großen Geldflüsse im Fußball“ diskutieren, aber es gibt auch Tanz-Performances und „spielerische Formate mit Reflektionen über toxischen Ehrgeiz genauso wie den Spaß an queerer Fitness.“ Queere Fitness machen die nämlich nicht nur ganz ohne Trikot, sondern auch ganz ohne alles. Auf dem dazugehörigen Bild spielen splitternackte Männer nur in Tennissocken Fußball. Ich bin nicht ganz sicher, aber nach UEFA-Fußballregeln sind da eindeutig zu viele Spielbälle gleichzeitig auf dem Platz.
Gebt uns den Fußball zurück. Die Grillfeste, das Biertrinken, die Deutschlandfahnen, die Fangesänge, die Schlägereien mit Engländern, die tanzenden Mädchen auf den Rängen. „Geht’s naus und spuits Fußball!“, sagte der Kaiser – dann klappt das auch wieder mit dem Sommermärchen.
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