Lasst es krachen, feiern ist gesund!
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Eine Zuckersteuer sei „politisch und ökonomisch längst geboten, weil zu starker Zuckerkonsum erhebliche gesundheitliche Probleme und damit auch enorme gesellschaftliche Kosten verursacht“, sagte der schleswig-holsteinische Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und kündigte eine Bundesratsinitiative für eine bundesweite Abgabe auf stark gezuckerte Produkte an.
Rumms, das saß!
Erstens greift ein Politiker mal wieder in die Ess- und Genussgewohnheiten der Deutschen ein. Und zweitens fühlt sich ein Politiker mal wieder ermächtigt, uns zu sagen, was gesund und was ungesund ist. Das kannten wir bisher vor allem von Robert Habeck und von Landwirtschaftsminister Cem Özdemir. Aber das sind halt Grüne.

Ex-Vizekanzler Habeck sagte dem Bürger auch gern, was geht und was nicht ...
Der Alkoholkonsum nimmt ab
Nun wissen wir: es hat sich nichts geändert mit der neuen Regierung. Wir leben weiter in einer genussfreien Zeit: möglichst kein Alkohol, kein Fleisch, täglich Sport. Das ist das Vorbild, das uns von immer mehr Gesundheitsaposteln vorgegaukelt wird.
Vor Alkoholkonsum wird gewarnt, bereits ein Glas erhöhe das Krebsrisiko. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) geht voran und rät zum totalen Verzicht. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) zog nach. Dabei nimmt der Alkoholkonsum in Deutschland kontinuierlich ab. Im Jahr 1980 trank man (ab 15 Jahren) noch durchschnittlich 15,1 Liter Alkohol pro Kopf im Jahr, 2023 waren es nur noch 10,2 Liter.

Pro Kopf trinken die Deutschen heute deutlich weniger Alkohol pro Jahr als vor ein paar Jahrzehnten.
Natürlich ist gegen ein größeres Gesundheitsbewusstsein nichts einzuwenden, nur darf das nicht zum Maß aller Dinge werden. Wer die Sorge um das körperliche und psychische Wohlbefinden an erste Stelle setzt, macht die Gesellschaft genussfeindlicher. Und in diesem Stadium sind wir jetzt.
Gesundheit als neuer Gott
Wer ungesund lebt, belastet die Krankenkassen, weil er die Gesundheitskosten in die Höhe treibt, heißt es aus der Politik. Es ist eine Warnung, der man nicht mehr entkommt. Es ist in die Gesellschaft eingesickert und hat sie verändert. Gesundheit ist offenbar der neue Gott. Das ist der Unterschied zu früheren Aufrufen zur Mäßigung beim Essen und Trinken, als zu große Hingabe an den Genuss als lasterhaft galt.
In der wunderbar konservativen Neuen Zürcher Zeitung steht ein Gedanke, den ich hier gern zitiere: „Bevor man die Lust auf Wein und Wurst als moralische Schwäche und selbstschädigendes Verhalten abtut, gilt es vor allem etwas zu bedenken: Mit dem Gelage verschwindet die Geselligkeit. Die Besessenheit, mit der wir uns der Gesundheit widmen, macht asozialer. Jeder strampelt im Fitnesscenter für sich. Und geht um halb zehn allein ins Bett.“
Es geht um die Freiheit, selbst zu bestimmen, wie man leben will. Und deshalb wünsche ich Ihnen, liebe Leser: Lassen Sie es krachen, wenn Sie mögen. Denn auch feiern ist gesund.
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