Linke Doppelmoral: Alles gnadenlos niederbrüllen, aber beim ISIS-Finger sollen wir plötzlich differenzieren …
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Die Debatte um Fußball-Nationalspieler Antonio Rüdiger und das Zeigen des „Tauhid-Fingers“, der zum muslimischen Gebet verwendet wird, aber seit Jahren durch ISIS-Terroristen als Erkennungssymbol gebraucht wird, zeigt vor allem eines: Das Doppelmoral-Dilemma der politischen Linken, die auf Differenzierung immer nur dann Wert legt, wenn es der politischen Erzählung dient.
Wer entscheidet denn eigentlich, wann ein Symbol, eine Geste oder eine Wortwahl wegen fragwürdiger Absender oder kritikwürdiger Verbindungen selbst zum Auslöser für Kritik wird? Und ab welcher Bekanntheit tragen öffentliche Positionen „Verantwortung“ für ihr öffentliches Auftreten und Tun?

Mit diesem Foto sorgte Rüdiger für Diskussionen und Kritik um die Symbolik des erhobenen rechten Zeigefingers.
In Deutschland sind das meist Politiker, Aktivisten und Medienschaffende aus dem links-grünen Spektrum, die sich die Verbannung von Begriffen und das Konstrukt der Kontaktschuld zu eigen gemacht haben – oder es wenigstens versuchen. So werden Worte, Symbole oder Argumente schnell aus dem Raum des Sagbaren verbannt, weil sie bereits von jemandem gebraucht worden sind, der böse ist oder schon einmal etwas Böses gesagt hat oder – nicht weniger schlimm – mit einem anderen bösen Menschen auf einem Foto zu sehen, also Kontakt zu einem bösen Menschen hatte.
Von „AfD-Sprech“ bis „Klimawandelleugner“
Wenn also CDU-Politiker Jens Spahn eine Obergrenze für die außer Kontrolle geratene Migration fordert, ist das „AfD-Sprech“. Der inhaltlich zunächst wertfreie Begriff „Remigration“ (das Gegenteil von Migration) ist spätestens seit dem angeblichen Geheimtreffen von Potsdam tabu, war es aber eigentlich schon seit Jahren, schließlich nutzt ihn die „Neue Rechte“ als Geheim-Code für ihr wahres Ziel: „Deportationen“. Wer staatlich gelenkten und Atomkraft-freien Klimaschutz für höchstens die zweitbeste Idee hält, wird zum „Klimawandelleugner“. Wer nur zwei biologische Geschlechter für existent hält, muss ein „Transfeind“ sein.
Was wurde Bayern-Fußballer Joshua Kimmich öffentlich verunglimpft, weil er sich zunächst nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollte. Hat er doch ob seiner Reichweite eine „Verantwortung“ – für wen oder was auch immer.

Sven Lehmann, der Queer-Beauftragte der Bundesregierung, beschimpft jeden, der Kritik an der Transbewegung oder medizinischen Eingriffen bei Minderjährigen tätigt, als Transfeind.
Im Prinzip lässt sich jede nicht-linke und Zeitgeist-gemäße Haltung mit der Beschreibung irgendwelcher Ismen („Rassismus“, „Ableismus“, „Anti-Feminismus“ ...) oder Leugnungen („Corona“, „Klimawandel“ ...), mit Zuweisungen wie „trumpistisch“, „rechtsoffen“ oder zumindest durch persönliche Betroffenheit verunmöglichen. Es ist ein Mechanismus, um inhaltliche Gefolgschaft durch Ausgrenzung zu erzwingen.
Beim erhobenen rechten Zeigefinger, dem „Tauhid-Finger“, reichen im selben Milieu jedoch auch zehn Jahre Terror-Gewalt und Vereinnahmung durch den sogenannten „Islamischen Staat“ nicht aus, um diese Geste mindestens mit Skepsis ob der Motive des Absenders zu betrachten. Die „Das hat aber xxx gesagt/gemacht“-Logik muss hier plötzlich der ultra-differenzierten Betrachtung weichen. Warum nicht immer so?
Der „Tauhid-Finger“ ist beides: unverfängliches religiöses Symbol und Zeichen des IS
Im Kern ist der „Tauhid-Finger“ ein unverfängliches religiöses Zeichen, das den Monotheismus, den Glauben an nur einen Gott im Islam zum Ausdruck bringen soll. Dennoch ist das Symbol – in den vergangenen Jahren und gerade in der westlichen Öffentlichkeit – als Erkennungszeichen von ISIS abgespeichert. Zu viele Videos von Gefangenen in orangen Overalls, die kurze Zeit später enthauptet wurden, geisterten durchs Netz, zu oft posierten ISIS-Terroristen in Gerichtssälen mit dem zynisch erhobenen Zeigefinger.
Muss man von einem Fußballprofi mit Millionenreichweite nun also eine Distanzierung von der ISIS-Vereinnahmung verlangen? Muss man ihn für das Zeigen ebenjener Geste kritisieren und seine Motive mindestens hinterfragen? Folgt man der linken Verunmöglichungs-Logik fragwürdiger Worte und Gesten, lautet die Antwort eindeutig: zwei Mal JA.
Mir wäre lieber, wir würden Worte Worte, Symbole Symbole und Argumente Argumente sein lassen und würden immer entlang der Absicht des Absenders bewerten.
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