Männer im Frauensport: Wo ist die Fairness geblieben?
Ein Beitrag von
Die Paralympischen Spiele sind die Olympischen Spiele der Sportlerinnen und Sportler mit körperlichen und geistigen Behinderungen. Angelehnt an den olympischen Gedanken von Wettkampf, Sportsgeist und Fairness.
Melani Bergés ist eine der besten Sprinterinnen der Para-Welt. Sie ist blind. Die spanische Hoffnungsträgerin hat die Chance verpasst, für ihr Land bei den Paralympics 2024 Siege einzulaufen – sie hat es nicht geschafft, sich bei den Ausscheidungsläufen in Paris zu qualifizieren. Knapp.
Das wäre unter normalen Umständen kein Aufreger, die oder der Bessere soll und darf gewinnen. Das ist ja der Sinn des Wettkampfs. Doch hier liegt der Fall etwas anders: Bergés hat gegen einen biologischen Mann verloren. Vater von zwei Kindern.
Valentina Petrillo heißt die Sprinterin, die einmal ein Sprinter war. Mittelklassig. Keine großen Erfolge in den Männerwettbewerben. Nun ist Er eine Sie und räumt in den Damenwettbewerben ab. Ebenfalls sehbehindert und die erste Trans-Frau, die an einem paralympischen Wettbewerb teilgenommen hat.
Die Frage, ob es hier gerecht zugeht, liegt auf der Hand. Ist der olympische Geist nicht von Fairness beseelt, der olympische Gedanke nicht gerade deshalb so wertvoll?
Die Schwelle, sich als Transgender zu verstehen, sein Geschlecht zu wechseln, war noch nie so niedrig. In den westlichen Demokratien wird diesem Trend zunehmend durch liberalere Gesetze der Weg geebnet. Es steht mir nicht zu, diese Bewegung zu beanstanden, solange sie Diskriminierungen vorbeugt und die Inklusion von Transmenschen fördert. Jeder Mensch soll – wenn er es wirklich ernst meint – seine Identität finden dürfen.

Melani Bergés
Allerdings scheint hier der Gedanke der Fairness im Sport hinter den der Inklusion und Identität zurücktreten zu müssen. Darf es wirklich sein, dass eine Transfrau, die bis vor kurzer Zeit noch ein durchtrainierter männlicher Athlet war, im Frauen-Wettbewerb den Vorteil der männlichen Konstitution nutzt und die Konkurrenz in Grund und Boden rennt?
-
In den USA hat im vergangenen Jahr die Trans-Schwimmerin Lia Thomas reihenweise Rekorde gebrochen, hatte stets mit großem Vorsprung am Beckenrand angeschlagen. Bei den Männern war Er noch weit hinterhergeschwommen.
-
Bei der gerade stattfindenden Frauen-WM in Australien spielt die non-binäre Fussballer:in „Quinn“ für das kanadische Frauenteam. Sie tritt nur unter ihrem Nachnamen an, da sie sich keinem Geschlecht zugehörig fühlt.
Die Frage der Gerechtigkeit hat nun immerhin in einigen Sportverbänden zum Umdenken geführt. In den „Elite-Wettbewerben“ der Leichtathletinnen, also den Wettbewerben nicht behinderter Sportlerinnen bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen, dürfen Transfrauen nur dann teilnehmen, wenn sie nicht die männliche Pubertät durchlaufen haben. Die verursacht nämlich im männlichen Körper die Umstellung auf stärkeres Muskelwachstum und sichert damit die physischen Vorteile. Die Geschlechtsumstellung muss vor dem zwölften Lebensjahr vollendet sein.
Auch der internationale Schwimmverband hat sich dieser Regelung angeschlossen und Athletinnen mit männlichem Körper und weiblicher Identität ausgeschlossen. Das Internationale Olympische Komitee IOC unter der Leitung des deutschen Thomas Bach hat sich noch nicht zu einer einheitlichen Regelung für alle Sportarten entschieden. Ebenso wenig das Internationale Paralympische Komitee IPC.
Hier besteht aber dringend Handlungsbedarf, um Sportlerinnen wie Melani Bergés nicht weiter die Fairness zu verweigern, die sie verdienen.
Dieser Text ist ein Auszug aus dem täglichen NIUS-Newsletter von Chefredakteur Jan David Sutthoff (hier anmelden).
Mehr NIUS:
Mord an Henry Nowak: Diese Tat steht für staatlich unterstützten Hass auf Weiße
Zwischen Tränen und Schuldgefühlen: Das seltsame Frauenbild der Grünen
Bewiesen: Zu wenig Schlaf macht alt – zu viel aber auch!
Fettig, deftig, ehrlich: Der Taxiteller ist zurück!
Wolfgang Kubicki muss das Strack-Zimmermann-Lager aus der FDP vertreiben
Robert und der Wolf: Habeck jetzt offiziell Märchenerzähler
Abgewählt und trotzdem gefeiert: Plant Robert Habeck ein Politik-Comeback?
Ex-Ferrari-Boss Montezemolo entlarvt das traurige Schicksal europäischer Automobilkunst
Mehr NIUS:
Fettig, deftig, ehrlich: Der Taxiteller ist zurück!
Wolfgang Kubicki muss das Strack-Zimmermann-Lager aus der FDP vertreiben
Robert und der Wolf: Habeck jetzt offiziell Märchenerzähler
Abgewählt und trotzdem gefeiert: Plant Robert Habeck ein Politik-Comeback?
Ex-Ferrari-Boss Montezemolo entlarvt das traurige Schicksal europäischer Automobilkunst
„Was ist schlimmer – Bärbel Bas oder die Tagesschau?“: Heiko Wasser, der Unerschrockene
Warum die AfD jetzt über 30 Prozent geht
Bärbel Bas und das „Einheitsbraun“: Wie eine „rechte Verschwörungstheorie“ zur offiziellen Regierungslinie wurde
Jan David Sutthoff
Artikel teilen
Kommentare