Merz' Antrittsbesuch in Berlin: Gipfeltreffen zweier Unsympathen
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Am heutigen Mittwoch wird der Kanzler seinen 14. Antrittsbesuch in einem Bundesland bestreiten. Nach Thüringen am Vortag ist Berlin an der Reihe. Dort kommt es zum Gipfeltreffen der unsympathischsten Politiker, die die CDU derzeit aufzubieten hat – sofern man den Umfragen folgt.
Friedrich Merz und Kai Wegner würde die Bevölkerung nicht einmal geschenkt nehmen. Doch mit beiden Männern, mit dem Kanzler und dem Regierenden Bürgermeister, muss Deutschland aller Voraussicht nach noch ein Weilchen leben.

Beide CDUler starteten mit großen Versprechen in ihr Amt
CDU in Berlin auf Tiefstwert
Rechtzeitig zum Antrittsbesuch in der Hauptstadt gab es für Gast und Gastgeber neue demoskopische Nackenschläge. Im RTL/ntv Trendbarometer, erhoben von Forsa, begeistern sich nur noch 25 Prozent bundesweit für die CDU. Mit Merz persönlich sind lediglich 22 Prozent der Befragten zufrieden. Selbst Amtsvorgänger Scholz rangierte nie tiefer.
Auch in Berlin herrscht aus christdemokratischer Sicht die Tristesse. Für die CDU ermittelte Civey im Auftrag des „Tagesspiegel“ nur 23 Prozent. Wegner persönlich muss sich mit einem desaströsen Zustimmungswert von 16 Prozent zufrieden geben. Salopp formuliert: Die Hauptstadt hat die Schnauze voll von Kai.

Berlins Bürgermeister Kai Wegner (CDU) mit einem Anti-Merz-Shirt.
Beide regieren mutlos, kraftlos, links
Die Gründe für den Niedergang sind vielfältig und haben auch landespolitische Ursachen. Ins Auge aber springt bei der parallelen Sturzfahrt von Merz und Wegner: Beide sind in den Wahlkampf als konservative Lautsprecher gezogen, und beide regieren nun mit der jeweiligen SPD mutlos, kraftlos, links.

Die CDU sieht sich als vermeintlich konservative Partei, feiert in der Hauptstadt aber den Hundemasken-Fetisch.
Wegner könnte schon im nächsten Jahr bei der Wahl zum Abgeordnetenhaus die Quittung erhalten. Zwar reichen 23 Prozent aktuell für den ersten Rang, der linke Block aus Linken, Grünen und der SPD kommt aber auf 46 Prozent. Das könnte für eine parlamentarische Mehrheit reichen. Die nächste Regierende Bürgermeisterin hieße dann Elif Eralp und käme von der umbenannten SED.
Merz wie Wegner vermitteln keineswegs den Eindruck, aus ihrer demoskopischen Höchststrafe eine Strategie jenseits der Sorge um den kurzfristigen Machterhalt ziehen zu wollen.
So segeln sie der Machtlosigkeit entgegen. Es wird ein bizarres Gipfeltreffen werden an diesem Mittwoch in Berlin.
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Alexander Kissler
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