Mit ihren Fremdscham-Exzessen fordern die Grünen ständig meine Manieren heraus. Das geht so nicht.
Ein Beitrag von
Jeder soll nach seiner Fasson selig werden. Ich bin da ganz bei Friedrich II. (1712 – 1786). Die Grünen nach ihrer, Liberale, Union, Sozis und andere nach ihrer. Ich nach meiner. Alles gut. Ich finde nicht alle Parteien gleich gut, was ich aber vor allem den Grünen übel nehme: dass sie mich immer wieder mit Peinlichkeiten behelligen, über die sich Nachbarn und Kollegen kaputtlachen und meine bürgerlichen Manieren herausfordern. Ich lasse gern jedem sein Plaisierchen (frz. Vergnügen), doch dafür darf das Plaisir bestimmte Fremdscham-Grenzen nicht überschreiten.
Dieser Tage erst macht ein Video die Runde, auf dem Grünen-Chefin Ricarda Lang mit inszenierter Ausgelassenheit aus ihrem Büro an den Wahlkampf-Stand stürmt und ihr Team hinterherläuft. Rennen ist nicht so ihr Ding. Das vom Team auch nicht. Eine irgendwie verspratzte Schar, die wohl Fröhlichkeit und Freude am Wahlkampf darstellen will. Jippie! Jetzt gibt's Wahlwerbe-Handzettel für alle! Oder wie Hermann van Veens Ente Alfred Jodokus Quak singen würde: „Warum bin ich so fröhlich, so fröhlich, so ausgesprochen fröhlich...“ Nur ist Alfred wirklich fröhlich und führt es nicht nur auf.

Screenshot vom peinlichen Wahlkampf-Video. Screenshot vom peinlichen Wahlkampf-Video.
Der höfliche Mensch nimmt all dies zur Kenntnis und schweigt. Die anderen feixen und prusten. Ich halte mich auch bei den Versprechern von Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne) zurück. Hat nun jeder gesehen und gehört, selbst die für Grünen-Bashing nicht bekannte „heute show“ hat einen peinlichen Zusammenschnitt gebracht. Baerbock macht das nicht aus Bosheit, und die meisten anderen Menschen würden unter dem Druck der öffentlichen Aufmerksamkeit immer mal wieder ins Stammeln geraten. Augen auf bei der Berufswahl. Das macht es nicht besser, aber auf menschlichen Unzulänglichkeiten anderer herumzureiten, ist nicht mein Stil. Eigentlich.
Aber dann kommt die Grünen-Bundestagsabgeordnete Emila Fester um die Ecke und führt irgendwelche seltsamen Tänze auf, um ihre politischen Überzeugungen zeitgemäß für Instagram zu übersetzen oder andere unbegabte Freunde des modernen Ausdruckstanzes zu beeindrucken, und meine Manieren werden schon wieder herausgefordert. Der dümmliche Inhalt geht eine unheilige Allianz mit der peinlichen Form ein, und man muss einer Regieassistentin vom Kindertheater eigentlich unterstellen, dass sie wenigstens Inszenierungen ohne Fremdscham über die Bühne kriegt.
Nein, ich habe keine Grünen-Fixierung, und vermeide gern den Eindruck, kleinlicher Kritelei. Niemand ist fehlerlos. Nicht mal Journalisten. Aber dass man meine Selbstkontrolle grenzenlos herausfordert, finde ich einfach nicht fair. Die ernsthafte Politik gibt genug Debattenstoff her. Sich darüber hinaus auch noch selbst lächerlich zu machen, muss nun wirklich nicht sein.
Und wer jetzt von erhöhter Glashaus-Gefahr spricht, der hat Recht. Ich höre ja schon auf.
Mehr von Ralf Schuler auf NIUS live:

Ralf Schuler über die wichtigste Migrations-Umfrage des Jahres.
Mehr NIUS:
Videobeweis: Hier erfährt Ricarda Lang ganz persönlich, was die Menschen von Ihrer Politik halten.
Mehr NIUS:
Mord an Henry Nowak: Diese Tat steht für staatlich unterstützten Hass auf Weiße
Zwischen Tränen und Schuldgefühlen: Das seltsame Frauenbild der Grünen
Bewiesen: Zu wenig Schlaf macht alt – zu viel aber auch!
Fettig, deftig, ehrlich: Der Taxiteller ist zurück!
Wolfgang Kubicki muss das Strack-Zimmermann-Lager aus der FDP vertreiben
Robert und der Wolf: Habeck jetzt offiziell Märchenerzähler
Abgewählt und trotzdem gefeiert: Plant Robert Habeck ein Politik-Comeback?
Ex-Ferrari-Boss Montezemolo entlarvt das traurige Schicksal europäischer Automobilkunst
Mehr NIUS:
Fettig, deftig, ehrlich: Der Taxiteller ist zurück!
Wolfgang Kubicki muss das Strack-Zimmermann-Lager aus der FDP vertreiben
Robert und der Wolf: Habeck jetzt offiziell Märchenerzähler
Abgewählt und trotzdem gefeiert: Plant Robert Habeck ein Politik-Comeback?
Ex-Ferrari-Boss Montezemolo entlarvt das traurige Schicksal europäischer Automobilkunst
„Was ist schlimmer – Bärbel Bas oder die Tagesschau?“: Heiko Wasser, der Unerschrockene
Warum die AfD jetzt über 30 Prozent geht
Bärbel Bas und das „Einheitsbraun“: Wie eine „rechte Verschwörungstheorie“ zur offiziellen Regierungslinie wurde
Ralf Schuler
Artikel teilen
Kommentare