Monster-Windräder – die Bausünden der Neuzeit
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Was für ein Irrsinn: Weil selbst in 150 Metern nicht genug Wind für ein Windrad weht, bauen Betreiber immer höher und immer rücksichtsloser. In Schipkau (Brandenburg) hat in dieser Woche der Bau eines Windrades begonnen, das am Ende 365 Meter hoch sein wird, NIUS berichtete. Das Monstrum gehört zur neuesten Generation von Riesenwindrädern, 1000 weitere sollen folgen.
Das neue Windrad-Monstrum wird mitten im Wald stehen. Rundherum sieht man noch ein paar Bäume – wie ein Mahnmal der Erinnerung. Dieser Raubbau an der Natur erinnert mich an den Raubbau in unseren Städten, vor allem in den 50-er und 60-er Jahren. Zwar haben die meisten Bäume bei uns keine Namen, aber die Menschen, die sich an ihnen erfreuen, haben Namen. Denn Bäume sind ein Stück Leben, Windräder sind ein Stück Blech, umhüllt von Beton. Niemand wird sie je zum Leben erwecken – niemand wird das je wollen.

Das Fundament des Monster-Windrads
Zerstört und gesprengt, was irgendwie im Weg stand
Die Älteren von uns werden sich erinnern: In den Aufbaujahren wurde verschrottet, gesprengt, zerlegt, was irgendwie im Weg stand. Der Weg nannte sich Fortschritt, und das waren meist überdimensionierte Straßen, die durch Stadtkerne führen mussten, weshalb diese entkernt wurden – wenn die Gebäude Glück hatten.
Die historische Garnisonkirche in Potsdam wurde im Zweiten Weltkrieg zwar stark zerstört, aber sie hätte wieder aufgebaut werden können. Sie wurde 1968 auf Beschluss der DDR-Führung gesprengt, um Platz für ein Rechenzentrum zu schaffen. Das Berliner Schloss Monbijou, 1944 durch Bombenangriffe schwer beschädigt, wurde 1955 endgültig dem Boden gleich gemacht. Kirchen im mitteldeutschen Kohlerevier mussten für den Braunkohleabbau weichen. Das Millerntor-Hochhaus in Hamburg wurde 1995 gesprengt.

Berliner Schloss Monbijou
Absurd: Die Natur opfern, um die Natur vor Klimawandel zu schützen
Das Bewusstsein, dass Gebäude ein Stück erhaltenswerte Kultur sein können, kam in Deutschland oft spät, oft aber eben oft auch zu spät. Auch unsere Natur ist ein Stück lebendige Kultur, die man nicht mutwillig zerstören soll. Das Absurde ist: Das sagen Menschen, die sich wahrhaftig für die Natur einsetzen. Und das sind nicht grüne Fantasten, die die Natur opfern, um die Natur vor dem Klimawandel zu schützen.
Mein gesunder Menschenverstand sagt: Stoppt den Bau von immer höheren, immer gewaltigeren Windrädern. Es gibt längst eine Alternative zu diesem Kahlschlag-Irrsinn. Fast die ganze Welt kennt diese Alternative und nutzt sie. Und diese Energie-Alternative wird immer kleiner, nicht größer. Die neue Generation der Kernkraftwerke.
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Louis Hagen
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