Natürlich wählen Schwule rechts! … warum sollten sie auch Parteien wählen, die Schwulen-Hasser ins Land holen?!
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Jetzt sind auch noch die Schwulen rechts. Also nicht nur Häuslebauer, Dieselfahrer, Fleischesser, Pulloverstrickerinnen, Wanderfreunde, Bauern, Atomkraftbefürworter, Coronamaßnahmenbekämpfer, ukrainische Waffenstillstandsrufer, katholische Hausfrauen und Monika Gruber Fans, nein, jetzt auch noch die Homosexuellen.
Als wäre es nicht alles schon schlimm genug für die Geschlechterpfadfinder der LGBTQI-Szene in ihrem unermüdlichen Kampf für mehr Gendergerechtigkeit, dass ihnen bereits zahlreiche „rechte“ Frauen die Gefolgschaft gekündigt haben und weder im intersektionalen Feminismus mitziehen noch Männer in Frauenkleidern zu ihren Kaffeekränzchen einladen wollen.
Unter dem Regenbogenteppich
Gerade berichtet das schwule Magazin Männer* (Ja, ja, ganz wichtig mit Stern geschrieben) leicht verstört, dass eine Umfrage zur Europawahl, die sie selbst unter den Nutzern des schwulen Dating-Portals „Romeo“ in Auftrag gegeben hatten, ergab, dass die AfD gar den Spitzenplatz noch vor der CDU erreichte und die Grünen gerade mal von 20 Prozent der Schwulen gewählt würde, obwohl sich gerade diese Partei besonders bemüht, die LGBT-Thematik zur „Chef*innensache“ zu machen.
Nun könnte man sagen: Herzlich willkommen in der gesellschaftlichen Realität und vielleicht sollte man keine Fragen stellen, wenn man die Antworten nicht verträgt.
Gleichzeitig ist der angebliche Rechtsruck der schwulen Community nichts Neues. Genaugenommen berichtete die linksintensive taz bereits im Jahr 2015 unter der Titelzeile „Der schwule Rechtsruck“ von jenem Teil der schwulen Community, der sich mitten in der größten Migrationskrise der deutschen Nachkriegsgeschichte gar nicht auf die Open-Border-Gesellschaft freuen wollte und auch keine Refugees-Welcome-Fähnchen in ihren Szene-Bars hissten. Bereits damals stellte man bei der taz fest, dass der schwule Mann nicht nur ein Frauenfeind, sondern auch ein Transphober, ein Linken-Hasser und ein Queer-Basher sein kann. Wahrscheinich würde er auch Trump wählen, wenn er könnte. Also ein ganz normaler alter weißer Mann. Das Phänomen ist also nicht neu, man versucht es nur ständig peinlich berührt unter den Regenbogenteppich zu fegen, wo man auch die lesbischen Frauen verwahrt, die partout nicht mit Penisträger*innen ausgehen wollen und den alten weißen Mann weit weniger problematisch finden als den jungen schwarzen, der ihnen an die Wäsche will.
Die linke Community duldet keine Abweichler
Dass die Zahl der angeblich „rechten“ Schwulen wächst, liegt zudem weniger an einem echten Ruck nach rechts, sondern wie beim Rest der Gesellschaft an den Themen, die neuerdings als „rechts“ gelabelt werden. Wenn nämlich der schwule Mann den ganzen Genderschwachsinn für Unfug hält, keine Lust auf Gendersprache und 100 frei erfundene Geschlechter hat, dann gilt er unter seinen (bisherigen) Freunden der Szene als rechts. Auch, wenn er einen Transmann nicht für einen Mann hält, sondern für eine Frau in Männerkleidern, was seinem sexuellen Beuteschema leider, leider nicht entspricht, weswegen er in ihm also auch keinen Datingpartner sieht, dann gilt er neuerdings ebenfalls als Diskriminierer, also als „rechts“.
Die linke Community duldet keine Abweichler von ihr nicht genehmen Meinungen und setzt im Zweifel auch jene Schwulen vor die Türe, die sie an anderer Stelle als Opfer klassifiziert. Wenn der schwule Mann dann noch der Meinung ist, das größte Problem der LGBT-Szene seien weder katholische Hardliner, die die Homoehe verteufeln, noch die AfD, sondern eher das islamisch zugewanderte Konfliktpotenzial, das seine kulturell vielfältigen Aggressionen gerne in schwulen Szenevierteln von Berlin und Köln abbaut, dann gelten sie ebenfalls als „rechts“.
Der angeblich rechte Schwule handelt genaugenommen weder hasserfüllt noch demokratiefeindlich, sondern rational und wohlüberlegt im Sinne seiner eigenen Interessen. Warum genau sollte er sich auch einem politischen Milieu anbiedern, das millionenfach Menschen ins Land einlädt aus einem Kulturraum, in dem Schwule bis heute gerne an Baukränen aufgehängt werden, weil man das dort für eine adäquate gesellschaftliche Lösung des Themas Homosexualität hält? Oder, um ein berühmtes Zitat von Karl Lagerfeld sprachlich etwas zweckzuentfremden: Man kann nicht einerseits gegen Schwulenhass kämpfen und gleichzeitig Millionen Schwulenhasser ins Land lassen.

Schon Karl Lagerfeld warnte vor den Folgen der Masseneinwanderung.
Es braucht also für einen Homosexuellen durchaus eine Menge falsch gelötete Gehirnwindungen, um sich die eigenen Feinde schönzureden, oder man wird gleich Mitglied bei den Queers For Palestine und setzt sich für die Legitimation eines Staates ein, auf dessen Boden man keine drei Minuten lebenden Fußes verbringen würde. Stichwort Baukran.
Von falschen Feinden und nützlichen Idioten
Was uns unweigerlich gerade zu einem von mir bislang hochgeschätzten Comedian namens Hape Kerkeling bringt und der Frage, was er mit den Queers For Palestine gemeinsam hat? Ganz einfach – beide sind nützliche Idioten in einem Diskurs gegen „rechts“ und schwule Kronzeugen für jene, die Ihnen als erste an die Gurgel gehen würden, wenn man sie ließe. Beide bekämpfen den falschen Feind.
Geht es nämlich nach Kerkeling, stehen wir kurz vor der Machtergreifung der AfD ergo „vor der real existierenden Möglichkeit, dass Deutschland eine Diktatur wird und das innerhalb kürzester Zeit“, also müsse man die AfD verbieten. So riskant wie heute sei die Situation noch nie gewesen. Gegen Menschen wie den AfD-Politiker Alexander Gauland helfe nur noch „die vernünftig eingesetzte defensive Gewalt“ und überhaupt müsse man mit AfD-Vertretern nicht mehr sprechen, weil man bei denen sowieso an rhetorischen Mitteln scheitere. Stattdessen gebe es für solche Leute, die „von den Werten der Gesellschaft“ abschweiften, auch „andere Mittel. Probate Mittel“.
Mir ist nun nicht ganz klar, was genau bei Kerkeling „vernünftig eingesetzte defensive Gewalt“ sein soll, die er da einsetzen möchte, heißt doch Defensive wörtlich übersetzt Verteidigung und nicht „kurzer Prozess“.
Wäre ich schwul, ich würde mir weit mehr Sorgen über die Frage machen, wie sich seine zitierten „Werte der Gesellschaft“ entwickeln in einem Land, das nicht mehr bereit ist, seine eigenen Werte zu definieren, geschweige denn zu verteidigen, sondern hinnimmt, dass der gesellschaftliche Konsens „täglich neu ausgehandelt werden muss“ mit jenen, die neu ins Land kommen, wie es die ehemalige Integrationsbeauftragte der Bundesregierung Aydan Özoguz einst formulierte. Das werden sicher sehr tolerante Gespräche zwischen dem Team Queer und dem Team Baukran, wenn der Islam erst so richtig zu Deutschland gehört, nicht nur im Frankfurter Ramadan, sondern flächendeckend.
Der ehemalige Gesundheitsminister Jens Spahn von der CDU wies bereits vor Jahren in einem Interview mit der Welt darauf hin, dass ihm als schwuler Mann auf offener Straße nicht etwa von christlichen Hardlinern Gefahr drohe, wenn er mit seinem Mann Hand in Hand laufe, sondern vielmehr von homophoben Migranten.
Ich wage die These, dass auch Hape Kerkeling als schwuler Mann von einer Partei, die von einer lesbischen, verheirateten Frau an der Spitze angeführt wird, weit weniger zu befürchten hätte als durch einen romantischen, abendlichen Spaziergang mit Partner durch die Gassen von Köln-Mülheim.

Hape Kerkeling beschwört eine Gefahr von rechts.
Fragt doch mal den Imam
Als einst im Jahr 2013 gerade wieder einmal die mediale Debatte zur Einführung der Homoehe hochkochte, erreichten mich nach einem Auftritt bei „Hart aber Fair“, wo ich als Vertreterin einer katholischen Position besetzt war, nicht nur gewalttätige Drohungen, sondern aus nahezu allen deutschen Talkformaten von Günther Jauch bis Anne Will etc. weitere Anfragen, um das Thema erneut zu diskutieren.
Ich habe damals alle weiteren TV-Debatten zum selben Thema abgelehnt unter dem Hinweis, man möge doch mal redaktionell etwas ganz Neues versuchen, und anstatt einer katholischen Position, doch auch mal einen Imam einer deutschen Moscheegemeinde einladen. Jetzt, da die Deutschen von oberster Instanz aus Schloss Bellevue belehrt worden waren, dass der Islam zu Deutschland gehöre, müsse man doch auch den Islam in die Frage Homoehe Ja oder Nein mit einbeziehen. Keine Redaktion hat das bis heute umgesetzt, nahezu alle waren irritiert über den Vorschlag.
Bis heute arbeitet sich die gesamte deutsche Talk-Medienlandschaft lieber gratismutig an der angeblich homophoben katholischen Kirche ab, weil man das Team Baukran lieber totschweigt, als mit Fragen konfrontiert.
Warum Schwule also lieber „rechts“ wählen, kann man auch so betrachten: Es ist reiner Selbsterhaltungstrieb.
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Birgit Kelle
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