Neue Bauernregel: Rollt der Bauer quer durchs Land, ist die Ampel abgebrannt
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Wer Bauern ärgert, erntet Sturm.
Kein Dorfkind in diesem Land käme auf die Idee, einen Bauer zu ärgern. Sie stehen ohne Scheu knietief in der Matsche oder im Mist, haben für jedes Problem im gesamten Ort ausnahmslos IMMER eine pragmatische Lösung und sitzen im Konfliktfall grundsätzlich am längeren Hebel – weil der Bauer eben schlau ist. Sonst würde er den 24/7-Betrieb zu Hause niemals organisieren können. Niemand im Dorf will den Bauern zum Feind haben.
In der Stadt ist Bauer ein Schimpfwort. Wer steht denn bitte freiwillig jeden Morgen erst um 4:30 Uhr auf und dann stundenlang im Kuhstall? Bauer, das ist für zu viele in diesem Land der Inbegriff von primitiver Lebensweise, die es im Zeitalter von Smartphones und Melkrobotern nicht mehr geben müsste. Das Essen kommt ja aus dem Supermarkt, nicht vom Feld.

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Auf dem Bauernhof gibt‘s kein Homeoffice
Die Mehrheit in diesem Land denkt Gott sei Dank NICHT wie die Menschen in der Stadt. Die Mehrheit in diesem Land kennt unsere Bauern und weiß um ihre Bedeutung für die Gesellschaft. Wer Felder beackert und Tiere im Stall hat, der ist kein Mensch für Kompromisse. Auf einem Bauernhof gibt es keine Betriebsferien. Oder Homeoffice. Wenn Erntezeit ist, ist Erntezeit – und sonst nichts. Wenn die Feldarbeit pausiert, werden die Maschinen gewartet. Wenn die Maschinen gewartet wurden, wird der Hof aufgeräumt. Wenn der Hof aufgeräumt wurde, beginnt die Ernte. Auf einem Bauernhof gibt es 365 Tage im Jahr etwas zu tun.
1950 war noch jeder vierte Deutsche in der Land- oder Forstwirtschaft beschäftigt (24,6 Prozent). Heute ist es nur noch ein Prozent der Bevölkerung. Mein Vater konnte als Bauernsohn eher Traktor als Fahrrad fahren (fürchte ich), der Vater meiner Mutter war Milchkontrolleur (weiß ich). Das Bauern-Gen ist auf dem Land weiter fester Bestandteil der DNA, in fast jeder Familie gibt’s Menschen, die einen Hof-Hintergrund haben.
Olaf Scholz, Cem Özdemir, Robert Habeck, Christian Lindner und wie sie nicht alle heißen in der Ampel-Regierung – sie alle haben kein Gespür mehr für die Menschen in diesem Land. Sonst hätten sie nicht versucht, ihr selbstverschuldetes Milliarden-Loch mit Geld aus der Landwirtschaft zuzuschütten und nicht an einer einzigen Stelle selbst und sichtbar an einem Ampel-Projekt zu sparen.
Für alle, die sich nicht so mit Bauernregeln auskennen – diese hier gilt seit dem 8. Januar und wurde für jedermann sichtbar: Rollt der Bauer quer durchs Land, ist die Ampel abgebrannt.

Klare Botschaft: Lindner, Habeck und Scholz haben viel Vertrauen verspielt
Niemand würde die Bauern im Winter ärgern – außer Scholz …
Die Bauern sind nicht wütend, weil die Regierung den Agrardiesel teurer gemacht hat oder sich steuerlich was bei ihren Traktor-Zulassungen ändert. Wenn die ganze Gesellschaft mitzahlen müsste, weil es dem Land schlecht geht, würde kein Bauer die Autobahnauffahrt blockieren.
Aber die Bauern haben ein extrem gutes Gefühl dafür, wann das Maß voll ist. Warum sollen die Menschen, die für unsere Nahrung sorgen, für die Fehler der Regierung büßen? Warum soll ihre Existenz ins Rutschen geraten, wenn die Regierung sich nicht einen Zentimeter bewegt? Da hilft auch kein nachträgliches Korrigieren mehr. Die Bauern sagen für das ganze Land: Wir büßen nicht für eure Fehler!
Niemand, der auch nur den Hauch von Gefühl für die Menschen in diesem Land hat, wäre auf die Idee gekommen, eine ohnehin schon brodelnde Bauernschaft zu provozieren. Nur die Ampel schafft das.

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Und mal am Rande. Dass Scholz & Co. nicht den Hauch von Bauernschläue besitzen, zeigt auch das Timing: Wenn Sie als Regierung einen Bauern ärgern wollen, dann NICHT im Winter. Frühling, Sommer, Herbst – da ist Hochbetrieb in der Landwirtschaft. Nur im Winter können die Traktoren auf der Autobahn geparkt werden.
Die Mehrheit in diesem Land teilt das Gefühl der Bauern, dass etwas grundsätzlich schiefläuft. Und dass nicht die Bevölkerung das Problem ist – sondern die Regierung.
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Willi Haentjes
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