Olaf Scholz ist in sich gegangen und reagiert auf die Bauern-Proteste: „Nein, die Politik ist richtig“
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Die gute Nachricht: Wir wissen jetzt, ob Olaf Scholz seine Politik noch einmal ändern wird oder nicht. Die schlechte Nachricht: Er wird es nicht tun.
Das klingt wie ein billiger Scherz mit noch billigerer Pointe, ist aber bitterer Ernst. Und auch keine gewagte oder überspitzte Interpretation. Es ist genau das, was Olaf Scholz fühlt, denkt und sagt: Der unbeliebteste Kanzler seit Beginn der Wetter-Aufzeichnungen wird seine Politik nicht mehr ändern.
Die ZEIT sprach mit Olaf Scholz über die großen Bauern-Proteste gegen seine Regierung und wollte wissen: Könnte es nicht sein, dass die Leute Ihre Politik einfach nicht gut finden? Der Kanzler antwortet: „Die Frage muss man sich als demokratischer Politiker immer stellen. Meine Antwort ist klar: Nein, die Politik ist richtig.“
Lesen Sie sich diese Antwort bitte einmal laut vor und denken Sie dabei an Olaf Scholz und alles, was er in seiner Kanzlerschaft zertrümmert hat. Denken Sie an den Mann, mit dem nur 19 Prozent der Deutschen zufrieden sind – der niedrigste Wert, seit der ARD-Deutschlandtrend diese Frage den Bürgern stellt. An Scholz, der die einst stolze Kanzler-Partei SPD in den Umfragen auf dramatisch schlechte 13,5 Prozent geführt hat. Bei den Ost-Wahlen im Herbst kämpfen die Genossen sogar um ihre Daseinsberechtigung (Thüringen: 6 Prozent). Denken Sie an den Olaf Scholz, dessen Kabinett sich regelmäßig öffentlich zerfleischt und dessen Schummel-Haushalt erst vom Bundesverfassungsgericht gestoppt wurde.

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Den Kanzler amüsieren die Demos
Und dieser Mann kann sich nicht vorstellen, dass hunderttausende Demonstranten, die sich den Bauern angeschlossen haben, seine Politik nicht gut finden. Eine überwältigende Mehrheit der Deutschen hat kein Vertrauen mehr in Scholz. Und Scholz kommt zu dem Schluss: „Nein, die Politik ist richtig.“
Scholz trägt nicht mehr den Hauch von Realitätsgespür in sich. Aber auch das gibt er ganz offen zu. Zu Gesprächsbeginn fragen die ZEIT-Journalisten, ob er die hupenden Bauern vorm Kanzleramt eigentlich gehört habe. Antwort: „Klar!“ Nachfrage: So laut, dass Sie nicht mehr arbeiten können? Scholz, im letzten Teil seiner Antwort lachend: „Das nicht. Manchmal schaue ich bei Lärm schon auf den Platz vor dem Kanzleramt, um zu sehen: Wer demonstriert denn da? Ist die Kundgebung für oder gegen mich?“
Haha, wie köstlich, dieser hupende Pöbel da vorm Kanzleramt! Den Kanzler amüsiert die Frage, ob die Menschen für ihn oder gegen ihn auf die Straße gehen. Hunderttausende Deutsche haben Angst um ihr Lebenswerk, um die Existenz ihres Arbeitsplatzes, um die Zukunft ihrer Kinder – und der Kanzler lacht. Er ist so weit von den Alltagssorgen der Menschen entfernt, dass er die Massendemonstrationen gegen seine Politik mit Humor nimmt.
Auf die Idee, raus zu gehen und mit den Menschen zu sprechen, kommt Scholz übrigens nicht. Auf eine Anti-AfD-Demo in Potsdam geht der Kanzler gerne (in Begleitung mit Außenministerin Annalena Baerbock) – aber das warme Büro im 7. Stock des Kanzleramts verlassen, um mit den Bauern zu reden: auf keinen Fall.

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Scholz: „Zu Größenwahn neige ich nicht“
Scholz ist sogar noch ungewollt komisch in dem ZEIT-Gespräch. „Egal, was über mich gesagt wird: Zu Größenwahn neige ich nicht.“ Ja, auch das hat er wirklich gesagt.
Herr Scholz: Egal, was Sie über sich denken. Wenn eine überwältigende Mehrheit in diesem Land Ihre Regierung in Stil und Inhalt ablehnt, sich nichts mehr als einen politischen Neuanfang wünscht und Sie sind trotz allem weiterhin fest davon überzeugt, dass Ihre Politik richtig ist – dann sind Sie 1,70 Meter fleischgewordener Größenwahn, wie ihn der Duden nicht schöner als Symbolbild abbilden könnte.
Scholz kann in seiner Politik keine Fehler erkennen und hält sich nicht für größenwahnsinnig. Irgendwie ist das in Summe auch konsequent und eine gesunde Form von Selbstschutz: Würde jetzt auch noch Scholz anfangen, sich zu hinterfragen, würde er vielleicht seinen letzten Fürsprecher verlieren.
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