Olympia-Outfits: Deutsche Selbstverzwergung – alles in einer Jacke
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Es ist keine einmalige Entgleisung, leider nicht. Die deutsche Olympiamannschaft, diese Ritter in der traurigen Olympia-Uniform, sind angehalten, ihr Outfit zu allen Gelegenheiten zu zeigen.
Diese Kleidung, man kann es nicht anders sagen, ist eine Mischung aus Busfahrer-Uniform, Postzusteller-Outfit und regendichter Zeltjacke, in der man auch schlafen kann. Dazu ein Fischerhut auf dem Kopf. Unsere Topathleten müssen sich vorkommen wie der Berliner Regierende Bürgermeister auf Wandertour im Spandauer Forst, so provinziell.
Groteske Uniformen verhüllen gestählte Sportler-Körper
Sie haben sich vier Jahre auf diesen Höhepunkt eines Sportlerlebens vorbereitet. Sie haben hart und diszipliniert daran gearbeitet, höher, schneller, weiterzukommen als die Konkurrenten aus aller Welt. Und wer sie ohne diese groteske Uniform sehen kann, sieht es ihnen auch an: gestählte Körper, angespannt, bereit, der Welt ihre Leistungsfähigkeit zu zeigen. Das alles fällt weg, wenn unsere Sportler sich in diese Bedarfskleidung zwingen müssen.

Die deutschen Outfits: eine Mischung aus Busfahrer-Uniform, Postzusteller-Outfit und regendichter Zeltjacke.
Bloß keine auffälligen Nationalfarben
Adidas soll diese Kleidung entworfen haben, angeblich unter Mithilfe unserer Sportler. Mein gesunder Menschenverstand glaubt kein Wort. Die ganze Kampagne wirkt billig und auf Sparmodus. Die Inszenierung, das Fotoshooting, hat der Deutsche Olympische Sportbund zu verantworten. Und wo „Sportbund“ draufsteht, ist auch Sportbund drin. Statt Stolz und Selbstbewusstsein zu zeigen, demonstriert man mit dieser Kleidung nur Eintönigkeit und Gleichheit. Vor allem: Bloß kein auffälliges Schwarz-Rot-Gold, das könnte ja als nationalistisch ausgelegt werden.
Noch deprimierender ist der Vergleich mit den USA und anderen Nationen. Sie sind offensichtlich nicht in eine nationale Identitäts- und Stilkrise geraten. Sie zeigen stolz, was sie sind und was sie können. Und am wichtigsten: Vor allem ist an jeder dieser Olympia-Uniformen zu sehen, für wen die Sportler kämpfen, für was sie alles geben: für die Farben ihres Landes. Und natürlich für sich selbst. Olympiasieger bleibt man ein ganzes Leben.
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