Riesen-SUV kommt nach Deutschland – wie ein Untier aus schönerer Zeit
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Es hat ihn hier noch keiner gefahren, er kommt erst im nächsten Januar zu uns. Es ist ein Untier unter den SUVs. Er ist einen halben Meter länger (5,72 Meter) als der große BMW X7. Er hat 300 Diesel-PS. Er ist ein Ami. Und er passt nicht in die Zeit: der GMC Yukon von General Motors.
Mein gesunder Menschenverstand fragt sich: Wer braucht so eine Riesen-Karre für 100.000 Euro? Antwort: Niemand. Aber es ist so großartig, dass es so ein Auto gibt!
Ich finde, so ein SUV kann zu dir sprechen. Es sagt – guck mich an, es gibt mich noch, ein Auto, das Menschen begeistert. Es sagt: Ich bin die pure Lust. Es sagt nicht, ich stoße so und so viel CO2 aus. Alles, was du von früher kennst, das bin ich. Ich bin so schnell, dass man mich zügeln muss. Ich passe nicht in viele Parklücken, aber da musst du halt mit mir üben. Mein V8-Motor flüstert nicht, wie du es von deinen elektrischen SUVs kennst. Manchmal brüllt er. Und übertönt alles, was man heute von Autos hört.

Riesig, überflüssig großartig: Der neue „GMC Yukon XL 4WD Denali Ultimate“ auf der New York International Auto Show 2024 im Jacob Javits Convention Center.
Amis wollen SUV-Markt in Deutschland aufmischen
Die schlechte Nachricht: Mit diesem Auto wollen die Amis den deutschen Automarkt aufmischen. Schwer zu glauben, dass sie es schaffen. Die noch schlechtere Nachricht: Solche Autos könnten die Deutschen selbst bauen. Wie die SUVs von BMW, Porsche und Co. beweisen. Das müssten wir uns eigentlich nicht von den Amerikanern zeigen lassen. Oder doch?
Womit wir beim Verbrenner-Verbot wären. Die Vereinigten Staaten konnten sich noch nicht zu einem einheitlichen Ausstiegs-Szenario für Verbrenner durchringen. Nach jetzigem Stand werden Verbrenner ab 2035 in den US-Metropolen verboten sein. Ob es im Land der Freiheit wirklich dazu kommt – es lässt sich heute nicht abschließend sagen, behaupte ich. Nach jetzigem Stand scheint das Verbrenner-Aus 2035 in Deutschland aber leider sicher. Mein gesunder Menschenverstand regt sich wieder – welch ein Wahnsinn!
Die Herren hießen Daimler und Benz. Sie erfanden, was Deutschland über ein Jahrhundert lang groß, stark und einmalig machte: deutsche Präzision beim Automobilbau. Deutsche Autos wurden Legenden – Mercedes, Auto-Union, BMW – und vor allem Volkswagen. Die Welt beneidete uns um unsere Autobauer-Kunst. Der VW lief und lief und lief – und zwar durch die ganze Welt. Das hatte vor ihm nur Ford geschafft. Bei der Automobilmesse in Frankfurt zeigten deutsche Premium-Hersteller jedes Jahr ein Feuerwerk an Innovationen, Meisterwerke der Ingenieurskunst. Sie waren stark und schön, jedenfalls für jene, die Autos liebten. Und sie hatten Jahr für Jahr weniger CO2-Ausstoß.
Moderne Menschen fahren moderne Verbrenner
Man müsste denken, dass diese Ingenieurs-Qualität Deutschland auf Jahrzehnte als prosperierende Industrie-Nation absichern würde. Moderne Menschen fahren moderne Verbrenner. Natürlich will niemand die Luft verpesten. Da waren die deutschen Autobauer auf dem richtigen Weg. Bis die Grünen kamen. Deren Minister fuhren und fahren zwar auch modernste Autos aus meist deutschen Produktionen. Aber sie setzten sich für ein generelles Verbrenner-Verbot in Brüssel ein – leider mit Erfolg. Was Deutschland groß gemacht hat, wird es bald nicht mehr geben.
Deshalb, liebe Leser, schaue ich staunend auf das Ungetüm aus den USA. Ich weiß nicht, ob ich je in einem solchen SUV sitzen werde. Aber ich werde ihn mir angucken und anhören. Und ich werde mich freuen, dass es ihn gibt – das Riesen-Auto aus dem Land der Freiheit.
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