Sie kämpfen gegen Faschismus und CO2: Was wären wir ohne die Omas gegen Rechts?
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Statt sich um ihre – wenn vorhandenen – Enkel zu kümmern oder einen ordentlichen Kuchen zu backen, strömen neuerdings viele Seniorinnen auf die Straße, um gegen eine imaginäre Gefahr für die Demokratie zu demonstrieren. Die Rede ist von den „Omas gegen Rechts“, preisgekrönten Mitläuferinnen der rot-grünen Politik, die sich selbstredend einiger medialer Aufmerksamkeit erfreuen.
Es sind erschütternde Zahlen: 12,3 Prozent der deutschen Rentnerinnen bekamen 2023 eine monatliche Rente von unter 300 Euro, 20,7 Prozent zwischen 300 und 600 Euro und 21,1 Prozent zwischen 600 und 900 Euro. Mehr als jede Zweite nagt also mehr oder weniger am Hungertuch. Für die Betroffenen allerdings kein Grund, auf die Straße zu gehen. Anders die „Omas gegen Rechts“, in die Jahre gekommene Frauen, die vor einigen Jahrzehnten gegen den Abtreibungs-Paragraphen 218, Castor-Transporte, Kernkraftwerke und den NATO-Doppelbeschluss demonstrierten. Die reiten nun ein neues Steckenpferd – und die Medien sind begeistert.

Demo in Hamburg: Für die Omas ist immer Walpurgisnacht.
Mutige Omas beglücken auch Katrin Göring-Eckardt
Am Wochenende haben sich in Erfurt 300 Omas gegen Rechts zum ersten „Bundeskongress“ unter dem Motto „Demokratie gemeinsam schützen – JETZT“ getroffen, um in 14 Workshops über die „völkische Landnahme von Nazis“, die Klimakrise, Frauenrechte und „Rechtsextremismus im Internet“ zu sprechen. „Forderungen an die Politik wurden nicht formuliert“, wusste die taz zu berichten. Und warum auch? Zwischen die Ampel-Politik und diese Gruppierung passt ja kein Blatt, was schon ein Blick in die Liste der Kooperationspartner der Omas zeigt. Das liest sich wie ein Who-is-Who linker Vorfeldorganisationen: Attac, „Demokratie leben!“, Fridays for Future, die Rosa Luxemburg Stiftung, Sea Watch, der Volksverpetzer, Amnesty International und die Amadeu Antonio Stiftung, die auch gern Geld für das Event in Erfurt gab.
Wie zum Hohn heißt es in der Satzung des Vereins, „Der Verein ist politisch und konfessionell neutral“, wogegen allerdings schon der Name spricht. Aber das ist nicht der einzige Widerspruch, in den sich die Seniorinnen, die als lebender Beweis dafür gelten müssen, dass die Weisheit nicht mit dem Alter einhergehen muss, zuweilen verwickeln. Weil das ihre Gesinnungsgenossen nicht anficht, schaute auch die Grüne Katrin Göring-Eckardt gern vorbei. Bei X schrieb sie: „Als Oma ist es Ehrensache, wie heute in Erfurt bei den Omas gegen Rechts dabei zu sein. Ich bin ganz beglückt von den vielen Begegnungen mit Frauen, die entschieden haben, laut zu sein, mutig und entschlossen.“

Alles begann mit einer tödlichen Gefahr in Österreich
Die Omas gegen Rechts gründeten sich 2017 in Österreich, als Sebastian Kurz in Wien ein Regierungsbündnis mit der FPÖ schloss, was offenbar als tödliche Gefahr für die Alpenrepublik angesehen wurde. Ein Jahr später folgte der deutsche Ableger, der nach Selbsteinschätzung bzw. -überschätzung mittlerweile 30.000 Aktivistinnen in 200 regionalen Gruppen umfassen soll. Die genaue Zahl sei aber nicht bekannt, da es keine zentrale Mitgliederkartei gebe.
Tatsächlich geht es bei den Omas gegen Rechts hauptsächlich analog zu. Nach alter Väter Sitte positionieren sich die Omas an Ständen oder laufen durch die Straßen, mit Plakaten und Trillerpfeifen. Sie singen: „Omas gegen Rechts, wir lassen uns nicht spalten, Omas gegen Rechts, die Demokratie erhalten!“ Oder zur Melodie von Guantanamera mit jungen Klimaaktivisten: „Kein CO2 mehr, wir wollen kein CO2 mehr“. Dass ohne CO2 Leben auf der Erde nicht möglich wäre, haben sie offenbar vergessen, die Unterrichtseinheit über Photosynthese liegt wohl einfach zu lange zurück.

Die Omas gegen Rechts bei einer Demonstration in Hannover.
Trommeln gegen die Angst
Medial sind die Seniorinnen, die durchaus keine Enkel haben müssen, ziemlich präsent, schaffen es mühelos in die Tagesschau und in überregionale Zeitungen. In einem Jubelbeitrag auf rbb24 heißt es, seit der (längst pulverisierten) Correctiv-Geschichte über das Potsdamer „Geheimtreffen“ habe sich die Mitgliederzahl in Berlin verdreifacht, und trommelnde Omas sagen Sätze wie: „Das Trommeln nimmt die Angst, finde ich. Und ich habe das Gefühl, ich kann aktiv sein.“ Wer fühlt sich da nicht an Loriots Sketch vom „Jodeldiplom“ erinnert?
Doch egal wie viel Fremdscham man beim Anblick der Omas gegen Rechts empfinden mag – im linksgrünen Gesinnungsbiotop, das Oma sonst gern mal „eine „alte Umweltsau“ nennt und im Namen der Gerechtigkeit dazu auffordert, aus ihrer „zu großen Wohnung“ auszuziehen (NIUS berichtete), werden sie gehypt. Zuletzt gab es den Aachener Friedenspreis für die betagten Vielfaltspinsel, die zwar vorgeben, „gegen Rechts“ zu sein, sich aber aus gesundheitlichen Gründen lieber nicht mit der größten rechtsextremistischen Vereinigung im Land, den türkischen Grauen Wölfen, anlegen.
Dafür aber gern mit der AfD, da ist man auf der sicheren Seite. Als größten Erfolg feierten die Omas gegen Rechts, dass nach ihrer Unterschriftenaktion die Berliner Volksbank der Partei das Spendenkonto kündigte. So konnte die Demokratie gerade noch gerettet werden. Danke, Omas!
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Claudio Casula
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