Sie schützen ihre Grenzen und ihre Bürger: Wieso schafft Dänemark, was wir nicht schaffen?
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Dänemark und Schweden – das sind keine Feindesländer, im Gegenteil. Beides sind Nachbarn, beide sind sie Skandinavier, beide kämpften aber auch um die Vorherrschaft in der Region. Das war ab 1523. Bis dahin hatten sich Dänemark, Norwegen und Schweden zur Kalmarer Union zu einer Monarchie unter der Herrschaft von Königin Margrethe I. zusammengefunden. Das ist nun ein paar hundert Jahre her. Aktuell sind die beiden Länder nicht so freundlich miteinander. Im Gegenteil. Dänemark verschärft gerade seine Grenzkontrollen zu Schweden, um sich vor den schweren und tödlichen Bandenkriegen zu schützen. Der dänische Justizminister warnt sogar vor „schwedischen Kindersoldaten“ und fordert Schweden auf, endlich „sein Chaos zu beseitigen“.
Was ist geschehen, dass aus Freunden plötzlich Feinde wurden, aus Nachbarn fast Fremde? Der Grund sind kriminelle Gangs mit Migrationshintergrund in Schweden, die sich buchstäblich bis aufs Blut bekämpfen. Schweden hat die zweithöchste Todesrate durch Schusswaffen in Europa: 137 Tote bei 914 registrierten Schüssen. Die Regierung in Kopenhagen hat deshalb die Grenzkontrollen verstärkt. Es werden mehr Polizisten in den Zugverbindungen zwischen Malmö und Kopenhagen eingesetzt. Auf der Autobahn sollen Überwachungskameras helfen, um Lagebilder wachsam zu analysieren. Der dänische Justizminister Peter Hummelgaard (Sozialdemokaten) will so „schwedische Zustände“ verhindern.

Grenzkontrollen an der dänisch-schwedischen Grenze.
Die Skandinavier schaffen es, warum nicht wir?
Die ebenso gravierenden wie gefährlichen Bandenkriege schwappen nun also auch in andere europäische Staaten, wie etwa nach Dänemark. Der dänische Justizminister warnt seit Wochen, dass es Vorfälle mit „schwedischen Kindersoldaten“ in Dänemark würde. Er sagt wörtlich: „Das wollen wir hier natürlich nicht haben!“ Und kündigte an, den Schweden auch dänische Polizisten als Unterstützung bei der Bekämpfung der Bandenkriege in ihrem Land zur Verfügung zu stellen. Die Schweden reagierten nicht beleidigt, im Gegenteil. Der schwedische Justizminister Gunnar Strömmer erklärte über die verschärften dänischen Grenzmaßnahmen: „Ein nur verständlicher Schritt in aktueller Lage. Wir haben ein sehr starkes gemeinsames Interesse daran, die Rekrutierung von Kindern und Jugendlichen in Schweden zu stoppen.“
So kann es gehen. Zwei Länder haben ein Problem mit unkontrollierter Einwanderung. Sie reden miteinander. Sie verstärken die Grenze, sie verstärken die Kontrollen. Mein gesunder Menschenverstand fragt sich: Warum schaffen die Dänen, was wir nicht schaffen?
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Louis Hagen
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