Taliban-Führer predigt in Erdogan-Moschee: Eine Blamage für die gesamte deutsche Politik
Ein Beitrag von
Manchmal ist die Gleichzeitigkeit von politischen Ereignissen verräterisch. Weil wir sehen können, wie sehr Worte und Taten von Verantwortlichen auseinandergehen. Widersprüche werden sichtbar, die mehr geistige Verrenkungen als nur einfache Widersprüche sind.
Einen solcher Moment gab es am heutigen Freitag. Ein Video wurde publik, das zeigte, wie der stellvertretende Gesundheits- und Lebensmittelminister der Taliban in Köln gastierte. Ein Hauch von Kabul am Rhein. Mitten in Chorweiler, in Räumlichkeiten der DITIB, also der Religionsbehörde, die aus Ankara finanziert und gesteuert wird und als langer Atem von Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan gilt. Der wiederum ist am Freitagmittag in Berlin gelandet und wird von Olaf Scholz im Bundeskanzleramt empfangen. Ein schwieriger Partner, wie es aus Regierungskreisen heißt, mit dem man aber gerade in Zeiten wie diesen in Gesprächen müssen.
Erdogan soll keine große Bühne in Berlin bekommen – die braucht er aber auch gar nicht, wenn Islamisten in seinen deutschen Moscheen nach Lust und Laune predigen können. Der Taliban-Auftritt von Abdulbari Omar auf deutschem Boden und der Empfang Erdoğans durch den Kanzler wenige Stunden später. Es sind zwei Seiten einer Medaille, die in diesen Tagen spektakulär zeigt, wie die gesamte Islam-Politik der Bundesregierung krachend scheitert.
Während der Bundeskanzler den „Reis“, wie Erdoğan in der Heimat genannt wird, zum feinen Abendessen ins Zentrum der Macht einlädt, predigen in Erdoğan-Moscheen Taliban-Führer den Wiederaufbau des afghanischen Gottesstaates und einkehrenden Frieden in Afghanistan. Noch vor wenigen Monaten verurteilte Olaf Scholz den Terror der Taliban – und seine Außenministerin Annalena Baerbock ließ extra ein Resettlement-Programm aufsetzen, um mittels „Kabul Luftbrücke“ (unbekannte) Ortskräfte aus Afghanistan zu holen, die von der Taliban bedroht sind. Jene Islamisten, vor denen die Bundesregierung warnt und warnt und warnt, können problemlos nach Deutschland einreisen und in Räumen Vorträge halten.

Recep Tayyip Erdoğan bei seiner Ankunft in Deutschland.
Mehr bei NIUS: Das Ditib-Versagen: Wie deutsche Politiker unser Land dem Islamismus ausliefern
Auch die „Staatsräson“: nur leere Worte
Doch die Widersprüche gehen weiter: Die DITIB, deren Räumlichkeiten in Köln-Chorweiler zum Veranstaltungsort wurden, wird noch immer von der Politik als „Partner“ gesehen. Die Folge: In einigen Bundesländern war die Religionsbehörde an der Erstellung der Inhalte des islamischen Religionsunterrichts an deutschen Schulen beteiligt und sollte Imame ausbilden. Während die DITIB hierzulande politische Gestaltungsmacht genießt, hat sie kein Problem damit, Menschen willkommen zu heißen, die einen Gottesstaat fordern und jedes säkulare Leben bekämpfen.
Die Taliban baute den failed state Afghanistan nach Kriterien der Scharia-Konformität um; Comedians und Musiker wurden Auftrittsverbote erteilt, Bildungsprogramm für Mädchen zurückgebaut. In wenige Jahren töteten sie tausende Zivilisten. Die Taliban sind Islamisten. Terroristen. Feinde von allem, wofür Deutschland und Europa stehen. Aber kein Partner.

Taliban-Streitkräfte an der Grenze zum Pakistan.
Noch größer werden die Widersprüche beim neuralgischen Punkt der Solidarität mit Israel. Zwar hält sich die Taliban-Regierung im jetzigen Gazakrieg auffällig bedeckt, doch forderte sie in Vergangenheit bereits mehrfach die Vernichtung Israels. Auch hier fällt einem die Kinnlade runter: Man bemüht sich dauerhaft, das Brandenburger Tor in blau-weißen Farben zu bestrahlen und das abstrakte Konzept einer Staatsräson hochzuhalten, um Leute zu hofieren, die genau Gegenteiliges wollen. Und das gilt sowohl für die Taliban als auch die Ditib.
Und auch der Regent Nordrhein-Westfalens, Hendrik Wüst, darf sich unangenehme Fragen gefallen lassen: Während er im Muezzinruf einen Beitrag zur Integration sieht, rufen eben jene Muezzin in Köln in Ditib-Moschee – also der Institution, die die Taliban willkommen heißt. Die Taliban zu Gast bei Freunden in NRW.

Argumentierte, im Muezzinruf (von DITIB-Moscheen) könnte ein Integrationsbeitrag gesehen werden.
Der Auftritt von Abdulbari Omar blamiert damit den Bundeskanzler, die Außenminister, die Regierung, ach, eigentlich: die gesamte politische Klasse. Und doch fügt sich das Bild gewissermaßen zusammen: In einem Land, in dem in den letzten Jahren jeder einreisen kann wie er mochte, ohne dass man hierzulande wusste, wer er ist, dort scheint es auch kein Problem zu sein, wenn ein Talibanminister zum „Allahu Akbar“ in der Kölner Moschee anstimmen.
Mehr NIUS:
Mord an Henry Nowak: Diese Tat steht für staatlich unterstützten Hass auf Weiße
Zwischen Tränen und Schuldgefühlen: Das seltsame Frauenbild der Grünen
Bewiesen: Zu wenig Schlaf macht alt – zu viel aber auch!
Fettig, deftig, ehrlich: Der Taxiteller ist zurück!
Wolfgang Kubicki muss das Strack-Zimmermann-Lager aus der FDP vertreiben
Robert und der Wolf: Habeck jetzt offiziell Märchenerzähler
Abgewählt und trotzdem gefeiert: Plant Robert Habeck ein Politik-Comeback?
Ex-Ferrari-Boss Montezemolo entlarvt das traurige Schicksal europäischer Automobilkunst
Mehr NIUS:
Fettig, deftig, ehrlich: Der Taxiteller ist zurück!
Wolfgang Kubicki muss das Strack-Zimmermann-Lager aus der FDP vertreiben
Robert und der Wolf: Habeck jetzt offiziell Märchenerzähler
Abgewählt und trotzdem gefeiert: Plant Robert Habeck ein Politik-Comeback?
Ex-Ferrari-Boss Montezemolo entlarvt das traurige Schicksal europäischer Automobilkunst
„Was ist schlimmer – Bärbel Bas oder die Tagesschau?“: Heiko Wasser, der Unerschrockene
Warum die AfD jetzt über 30 Prozent geht
Bärbel Bas und das „Einheitsbraun“: Wie eine „rechte Verschwörungstheorie“ zur offiziellen Regierungslinie wurde
Jan A. Karon
Artikel teilen
Kommentare