Wie traurig! Ein Drittel der Deutschen kann sich keine ungeplanten Ausgaben leisten
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Diese Umfrage hat es in sich, nein, sie tut weh! Immer mehr Deutsche können sich ungeplante Ausgaben nicht mehr leisten. Das ist das Ergebnis einer repräsentativen Erhebung der EU-SILC. 35 Prozent der Befragten gaben an, beispielsweise keine neue Waschmaschine oder eine Reparatur am Auto finanzieren zu können.
Bei NIUS Live hatten unsere Hörer Gelegenheit, ihre ganz persönlichen Sorgen zu schildern. Jede einzelne Geschichte unterstützt die Erkenntnis der statistischen Zahlen – und doch hat jede einzelne Geschichte so viel Wucht, wie sie eben nur Menschen erzielen können. Hier einige Beispiele aus dem Alltag unserer Nutzer. Jedes Zitat ist authentisch. Damit diese Menschen, die uns ihre Not geschildert haben, nicht erkannt werden können, haben wir keine Namen genannt.
„Ich bekomme mein Auto nicht über den TÜV wegen der AU und kann mir die Reparatur nicht leisten. Jetzt bin ich seit Monaten drüber und es ist noch ein weiterer Schaden hinzugekommen. Ich bezahle noch über zwei Jahre an dem Auto ab, die Reifen sind runter und die Bremsen sind auch langsam an der Reihe.“

Auto-Reparaturen können ganz schön ins Geld gehen. Fatal für Menschen mit geringem Einkommen.
„Geld knapp? Hab noch 24,58 Euro bis zum 1.9., reicht noch dicke. Alle Bremsen wechseln, Zündkerzen, Luftfilter, Ölwechsel.“
„Wir sparen am Urlaub, weil wir (ganz normaler Mittelstand, zwei Gehälter) nichts mehr zurücklegen können!“
„Ich verzichte zurzeit auf meine Altersvorsorge, um jetzt gut zu leben.“
„Ich bekomme Erwerbsminderungsrente und sammle auch Pfandflaschen – neue Schuhe spare ich mir im wahrsten Sinne des Wortes vom Mund ab.“

Pfandflaschensammeln: Eine der entwürdigendsten Verzweiflungstaten von Menschen mit niedrigem Einkommen.
Das Beste im Leben ist oft ungeplant
Liebe Leser – diese Stimmen stammen nicht von den Ärmsten der Armen. Sie kommen aus dem klassischen Mittelstand. Es sind die Menschen, die arbeiten und arbeiten wollen. Die ihre Steuern zahlen und ein Stück vom Wohlstand behalten wollen, den sie sich in ihrem Leben erarbeitet haben. Sie repräsentieren – man muss es so hart sagen – den allmählichen Niedergang einer einst stolzen Gesellschaftsschicht.
Und die anderen, die nicht oder noch nicht in der Situation sind, die diese Umfrage widerspiegelt, halten still und hoffen, dass es sie nicht betrifft. Das ist die Mehrheit, Gott sei Dank.
Noch einmal: Wir reden hier von der Möglichkeit oder besser der Unmöglichkeit, ungeplante Ausgaben finanzieren zu können. Mein gesunder Menschenverstand sagt mir: Das Beste im Leben ist oft ungeplant. Das gilt für die Liebe, für Partnerschaft, für Kinder. Aber leider gilt es auch für Dinge, die ungeplant sind und einfach Geld kosten. Und die eben jeder Dritte bei uns nicht mehr bezahlen kann. Einfach traurig.
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Louis Hagen
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