Algerier mit Messer sorgt für Bedrohungslage auf Wuppertaler Weihnachtsmarkt
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Am Dienstagabend ist es zu einer Bedrohungslage auf dem Wuppertaler Weihnachtsmarkt gekommen. Ein Algerier, der zuvor ein Cuttermesser bei sich trug, stürmte oberkörperfrei auf den Elbfelder Kerstenplatz und kletterte auf Absperranlagen. Daraufhin rückten mehrere Polizisten an und nahmen den Mann fest. Ein Video des Einsatzes liegt NIUS vor.
Der Videoausschnitt, der auf sozialen Medien verbreitet wurde, zeigt einen kurzen und relativ hektischen Polizeieinsatz: Mehrere Beamte rennen dabei zu den Absperrungen und schreien in Richtung des oberkörperfreien Mannes: „Stehen bleiben, Polizei!“. Später ist zu hören: „Runter auf den Boden! Leg dich auf den Boden.“ Dabei wird ein Mann ohne T-Shirt verhaftet, der zuvor auf Absperrungen geklettert war.
Auf Anfrage von NIUS bestätige die Polizei die Echtheit des Videos. Nach Informationen von NIUS soll der Mann zuvor, gegen 18:15 Uhr, in Rage geraten sein, weil ihm der Zutritt in ein Café auf der Gathe, einer Hauptstraße im Stadtzentrum Wuppertals mit zahlreichen Cafés, Spielhallen, Bars und Einkaufsläden, verwehrt worden sei. Dort zog der 26-jährige Algerier ein Teppichmesser und soll zu den Cafébetreibern gesagt haben: „Scheiß Albaner! Warum lasst ihr mich nicht rein?“ Die Cafébetreiber versperrten die Tür und alarmierten daraufhin die Polizei.
Nachdem dem Mann der Zutritt zum Café verweigert worden war, soll er sein T-Shirt ausgezogen haben und in Richtung Weihnachtsmarkt auf dem Neumarkt gerannt sein, wo es zu der Bedrohungslage und Festnahme kam. Das Auftreten des Mannes war dabei aggressiv. Nach jetzigem Erkenntnisstand soll der Mann das Cuttermesser auf dem Weg zum Weihnachtsmarkt weggeworfen haben, was die Polizei im Moment der Festnahme jedoch nicht wusste.

Polizisten bei einer Razzia auf der Gathe. Hier soll der Algerier aggressiv geworden sein, weil ihm der Zutritt zu einem Café verweigert wurde.
2020 bereits abgeschoben, aber wieder eingereist
Bei dem Tatverdächtigen handelt es sich nach NIUS-Informationen um einen 26-jährigen Algerier, der wegen mehrerer Delikte polizeibekannt ist. Nach Angaben der Polizei soll der Mann alkoholisiert gewesen sein und unter Drogeneinfluss gestanden haben. Hinweise auf eine religiös motivierte Tat gibt es laut Staatsanwaltschaft nicht. Nach Informationen von NIUS hat der Mann keine gültige Aufenthaltserlaubnis in Deutschland. 2020 wurde der Algerier bereits abgeschoben, reiste aber anschließend wieder illegal ins Bundesgebiet ein. Ein Haftbefehl wurde indes nach dem Vorfall am Dienstag nicht ausgestellt, weil den Ermittlern eine klar nachweisbare Tat fehlt.
Aus Beamtenkreisen ist unterdessen zu hören, dass der Vorgang zeigt, wie sensibel Einsatzkräfte inzwischen auf potenzielle Gefährdungslagen reagieren. Im November war ein 17-jähriger Deutsch-Türke in Elmshorn festgenommen worden, nachdem Behörden dem Anfangsverdacht nachgegangen waren, er könnte einen Anschlag auf den Weihnachtsmarkt geplant haben. Vergangene Woche nahmen Beamte einen 37-jährigen Asylbewerber aus dem Irak fest, bei dem Anschlagspläne auf Weihnachtsmärkte vermutet werden, wie Welt berichtet. Ende November wurde publik, dass das Bundeskriminalamt (BKA) in einem internen Papier davon ausgeht, dass die Gefahr eines Anschlags durch Islamisten als „anhaltend abstrakt hoch“ bewertet wird. Besonders im Fokus stünden Weihnachtsmärkte in Deutschland.
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