Australien unter Schock: 16 Tote bei Islamisten-Anschlag auf Chanukka-Fest – Terroristen waren Vater und Sohn, IS-Fahnen am Tatort
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Nach dem entsetzlichen antisemitischen Terroranschlag in Sydney mit mindestens 16 Toten werden die Flaggen in Australien als Zeichen der Trauer auf halbmast gesetzt. Premierminister Anthony Albanese sprach von einem „dunklen Tag in der Geschichte unseres Landes“.
Die mutmaßlich islamistischen Terroristen hatten am Sonntagmittag am Bondi Beach mit Gewehren das Feuer eröffnet, als dort gerade rund 2.000 Menschen friedlich das jüdische Chanukka-Fest feierten. Wie die Polizei mitteilte, handelt es sich bei den Terroristen um Vater und Sohn. Ein Video zeigt, wie ein junger Mann von einer Fußgängerbrücke immer wieder schießt. Bei den Terroristen soll es sich laut Medieninformationen um Naveed (24) und Sajid (50) Akram handeln. Der Vater wurde erschossen, sein Sohn soll in „kritischem Zustand“ sein.
Das Alter der Opfer reicht von 10 bis 87 Jahren. 16 Menschen wurden getötet, auch einer der Attentäter starb. 42 Menschen werden noch in Krankenhäusern behandelt, wie Chris Minns, Premierminister von New South Wales, mitteilte. 14 Menschen seien am Tatort, dem weltberühmten Bondi Beach, gestorben. Ein 10-jähriges Mädchen und ein 40-Jähriger starben Berichten zufolge im Krankenhaus.
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Australien unter Schock – Tausende Menschen kommen zum Tatort, trauern.
Dem IS die Treue geschworen, Fahnen am Tatort
Die Polizei teilte mit, dass drei Schusswaffen sichergestellt wurden. Zudem fanden Ermittler in einem Fahrzeug, das einem der Tatverdächtigen gehören soll, selbstgebaute Sprengsätze. Der australische Sender ABC berichtete, der 24-Jährige sei bereits vor sechs Jahren vom Inlandsgeheimdienst überprüft worden, nachdem mögliche Verbindungen zur Terrormiliz Islamischer Staat (IS) festgestellt worden waren.
Nach Angaben des Senders stand der Mann in engem Austausch mit einem IS-Kämpfer, der 2019 festgenommen und in Australien wegen der Vorbereitung einer terroristischen Straftat verurteilt worden war. Anti-Terror-Ermittler gehen demnach davon aus, dass sowohl Vater als auch Sohn dem IS die Treue geschworen haben sollen. In dem am Bondi Beach abgestellten Auto seien zudem zwei IS-Flaggen entdeckt worden.
Einer der Attentäter sei den Behörden bekannt gewesen, hätte jedoch keine konkrete Gefährdung dargestellt. Der 50-jährige Täter verfügte laut Polizei über eine gültige Waffenlizenz für insgesamt sechs Schusswaffen.

Ein Mann gedenkt der Opfer des Anschlags.

Premierminister Anthony Albanese am Ort der Katastrophe

Trauer am Bondi Beach
Terroristen riefen Mutter an: „Wir gehen jetzt essen“
Chris Minns, Premierminister von New South Wales, sprach bei einer ersten Pressekonferenz von einem terroristischen Angriff. Premierminister Albanese legte vor dem Bondi Pavilion am beliebten Strand Bondi Beach Blumen nieder und gedachte der Opfer. Laut australischen Medien handelt es sich um den schlimmsten Fall von Schusswaffengewalt in dem Land seit rund 30 Jahren.
Augenzeugen berichten von „bis zu 50 Schüssen“. Akrams Haus in einem Vorort von Sydney wurde von der Polizei durchsucht. Seine Familie besitzt die Immobilie seit einem Jahr.
Vor dem Massaker soll Naveed Akram laut Bild seine Mutter Verena angerufen haben, nichts von den Anschlagsplänen erwähnt haben.
Verena Akram berichtet demnach der australischen Zeitung The Age, ihr Sohn und ihr Ehemann seien über das Wochenende nach Jervis Bay gefahren, etwa 190 Kilometer entfernt von dem Ort, an dem sie den Anschlag begingen. Naveed habe am Sonntagmorgen am Telefon gesagt: „Mama, ich war gerade schwimmen und tauchen. Wir gehen jetzt essen, danach bleiben wir zu Hause, weil es sehr heiß ist.“ Offenbar alles Lügen.
Die Mutter und Ehefrau der Terroristen glaube nicht, dass ihr Sohn in extremistische Aktivitäten verwickelt sein könnte, sagte sie The Age. Verena Akram: „Jeder würde sich einen Sohn wie meinen Sohn wünschen. Er ist ein guter Junge.“

Naveed Akram (rechts) und sein Terror-Komplize
Naveed Akram ist demnach der Angreifer, der von der Polizei niedergeschossen wurde, überlebt hat und sich in medizinischer Behandlung befindet. Der andere Angreifer ist getötet worden – er ist laut der Polizei der 50-jährige Vater von Naveed Akram. Die Polizei fand zudem einen „improvisierten Sprengkörper in einem Auto, das mit dem verstorbenen Straftäter in Verbindung steht“ – ein Bombenräumkommando ist vor Ort in der Campbell Parade in Bondi. Sein Sohn wurde Berichten zufolge verletzt, soll sich in einem „kritischen Zustand“ befinden.
Scharfe Kritik an Australien: „Öl ins antisemitische Feuer“
Erschütternd: Zum Zeitpunkt der Tat fand eine Veranstaltung zum jüdischen Fest Chanukka statt, auf der sich laut Angaben der jüdischen Gemeinde rund 2.000 Menschen aufhielten. Videos zeigen, wie zahlreiche Menschen den Strand fluchtartig und panisch verlassen, wie im Hintergrund Schüsse und Polizei-Sirenen zu hören sind.
Australien und andere Staaten hatten in diesem Jahr einen Staat Palästina formell anerkannt. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu warf Australiens Premierminister Albanese vor, damit „Öl ins antisemitische Feuer“ gegossen zu haben.
Auch die jüdische Organisation Australian Jewish Association erhebt auf X schwere Vorwürfe: „Wie oft haben wir die Regierung gewarnt? Kein einziges Mal hatten wir das Gefühl, dass sie zugehört hat.“ Seit Israels Verteidigungskrieg im Gazastreifen nach dem grausamen Terrorangriff palästinensischer Terroristen am 7. Oktober 2023 mit Hunderten Toten rollt eine Welle von Antisemitismus, bei der Hass gegen Juden immer häufiger in Angriffe auf Menschen oder jüdische Einrichtungen wie Synagogen gipfelt.
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