Dutzende Konten, Zahlungen an Frauen: Deutsche Bank führte Epstein als „Key Client“
Ein Beitrag von
Über seine Konten liefen Transaktionen in Millionenhöhe, darunter immer wieder außergewöhnlich hohe Bargeldabhebungen: Für die Deutsche Bank galt Jeffrey Epstein als sogenannter „Key Client“ – also als Kunde von besonderer Bedeutung. Er unterhielt mehr als 40 laufende Konten, über die auch die finanziellen Ströme seines ausbeuterischen Pädophilie-Netzwerks abgewickelt wurden. Das belegen Kontounterlagen aus den Epstein-Files. Reporter der Bild haben diese Bankdokumente eingesehen und detailliert ausgewertet.
Wie interne Unterlagen belegen, machte die Deutsche Bank Epstein besonders attraktive Zinsangebote, um ihn zum Verbleib seiner Vermögen beim Institut zu bewegen. In einer E-Mail heißt es, die Bank habe ein starkes Interesse daran, die Einlagen unmittelbar in den USA auszubauen. Über seine Konten liefen Transaktionen in Millionenhöhe, darunter immer wieder außergewöhnlich hohe Bargeldabhebungen.

In den Akten: Fotos des früheren britischen Prinzen Andrew mit einer unkenntlich gemachten Dame.
„Jeffrey, ich hoffe, du hattest einen angenehmen Sommer. Solltest du in London sein, würden wir dich gern bei uns beherbergen.“ Diese persönliche Botschaft stammt von einem ranghohen Manager der Deutschen Bank und richtet sich an Jeffrey Epstein. Verfasst wurde sie von einem Senior Private Banker – zu einem Zeitpunkt, als Epstein bereits seit acht Jahren rechtskräftig verurteilt war. An jenem 7. September 2016 war er trotzdem seit etwa drei Jahren ein bedeutender Kunde der Bank. In den nun veröffentlichten Unterlagen taucht die Deutsche Bank besonders häufig auf.
Zahlreiche Zahlungen über „Butterfly Trust“
Im Fokus stehen sowohl Konten, die direkt auf seinen Namen liefen, als auch solche, die hinter harmlos anmutenden Konstruktionen verborgen waren – etwa dem „Butterfly Trust“. Über diesen Trust wurden zahlreiche Zahlungen an Frauen abgewickelt, viele davon an Frauen aus Russland. Empfängerin war unter anderem Karyna Shuliak, die letzte Person, mit der Epstein telefonierte. Hinzu kommen Überweisungen an zahlreiche bislang unbekannte Frauen, versehen mit Verwendungszwecken wie „Studiengebühren“ oder „Miete“. Mal geht es um Beträge von 27.000 Dollar, mal um 100.000 Dollar.
Brisant: Bereits zu jenem Zeitpunkt wurde Epstein bankintern offenbar als Hochrisiko-Kunde diskutiert. Darauf deuten interne E-Mails aus dem Mai 2017 hin. Im Zusammenhang mit Transaktionen mit einem russischen Vermögensverwalter sowie mit einem in Moskau lebenden Model ist von einem möglichen „Reputationsrisiko“ und der Notwendigkeit einer Kontenprüfung die Rede.

Jeffrey Epstein lächelt in die Kamera, neben ihm sitzt ein Kind. Im Zusammenhang mit dem organisierten sexuellen Missbrauch an Minderjährigen, der unter seiner Regie stattfand, wirft das Bild Fragen auf.
Deutsche Bank musste erhebliche Konsequenzen tragen
Dennoch vergingen fast zwei weitere Jahre, bis Epstein Anfang 2019 schließlich aus den Systemen der Bank entfernt wurde. Erst wenige Monate vor seiner erneuten Festnahme und seinem Tod in der Gefängniszelle entschied sich die Deutsche Bank, die Geschäftsbeziehung zu beenden.
Für die Geschäftsbeziehung zu Epstein musste die Deutsche Bank bereits erhebliche Konsequenzen tragen. Im Jahr 2020 verhängte die Finanzaufsicht des Bundesstaats New York eine Geldstrafe von 150 Millionen US-Dollar (rund 127 Millionen Euro) wegen unzureichender Kontrolle der Konten. Drei Jahre später folgten weitere 75 Millionen US-Dollar (etwa 63 Millionen Euro), die direkt an Epsteins Opfer gezahlt wurden – auch zur Beilegung einer Sammelklage.

Ex-US-Präsident Bill Clinton mit unbekannter Frau
„Mehr als 25 Frauen, offenbar osteuropäische Models“
In einer Präsentation, die rund 50 Seiten lang ist, legte die Deutsche Bank der Staatsanwaltschaft von New York am 12. September 2019 ihre Geschäftsbeziehungen zu Epstein dar. Über etwa drei Stunden hinweg erläuterten Bankvertreter die Struktur und Wege der von Epstein veranlassten Geldbewegungen. Darin werden die verschiedenen Zahlungsströme systematisch aufgeschlüsselt. Die Präsentation war bislang nicht veröffentlicht worden.

Jeffrey Epstein: Trotz Vorstrafen führte der Finanzier bis 2019 Konten bei der Deutschen Bank – mit Millionentransaktionen und hohen Barabhebungen.
Kurz nach der Vorstellung bewerteten die Ermittler die Darstellung intern als „detailliert“ und sahen keine Anhaltspunkte für illegale Geldflüsse. Zugleich zeigen interne E-Mails der Staatsanwaltschaft, dass die Beamten von der Fülle der präsentierten Übersichten und Tabellen beeindruckt waren – insbesondere von Aufstellungen zu Zahlungen an, wie sie es formulierten, „mehr als 25 Frauen, offenbar osteuropäische Models“.
Mehr NIUS: Diese brisanten Verbindungen enthüllen die Epstein-Akten
Mehr NIUS:
Homophobie in Hamburg: Mann mit „südländischem“ Aussehen verprügelt 40-Jährigen
Eine Droge namens „Knastpapier“ überschwemmt deutsche Gefängnisse
Buttersäureanschlag auf Auto von Christoph de Vries
Gesucht! Hüseyin B. (33) soll Mann in Bremen niedergestochen haben
Innerhalb von staatlichen Suchtzentren: Köln und Düsseldorf wollen Handel mit Crack legalisieren
Sie hatte ein Messer: Frau nach Polizei-Schuss an Tankstelle lebensgefährlich verletzt
Großrazzia: Beamte stellen Waffen, Drogen und Bargeld sicher
Täter (16) stellt sich! Polizist in Göttingen angeschossen
Mehr NIUS:
Gesucht! Hüseyin B. (33) soll Mann in Bremen niedergestochen haben
Innerhalb von staatlichen Suchtzentren: Köln und Düsseldorf wollen Handel mit Crack legalisieren
Sie hatte ein Messer: Frau nach Polizei-Schuss an Tankstelle lebensgefährlich verletzt
Großrazzia: Beamte stellen Waffen, Drogen und Bargeld sicher
Täter (16) stellt sich! Polizist in Göttingen angeschossen
Polizei gewichtete Hautfarbe zu stark: Land Berlin wegen Rassismus verurteilt
+++ 14-Jähriger verletzt 14 Personen mit Pfefferspray +++ 45-Jähriger angeschossen +++ 27-Jähriger ersticht seine 60-jährige Schwiegermutter +++
Polizist bei Clan-Kämpfen in Göttingen angeschossen
Redaktion
Artikel teilen
Kommentare