Flüchtlinge gefoltert, Angehörige erpresst: Grausamer Somalier (29) unter Mordverdacht in Zweibrücken festgenommen
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Ein in Italien wegen eines Mordes und Folter von Migranten gesuchter Verdächtiger ist in Rheinland-Pfalz festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Palermo auf der Mittelmeerinsel Sizilien wirft dem 29-Jährigen unter anderem vor, einen Minderjährigen somalischer Herkunft getötet zu haben, wie es in einer Mitteilung des dortigen Polizeipräsidiums heißt. Demnach soll der Mann die Taten in Libyen begangen haben.
Der somalische Staatsbürger wurde aufgrund eines europäischen Haftbefehls an einem Ort in der Südpfalz festgenommen.
Aus Libyen über Italien nach Deutschland
Die Generalstaatsanwaltschaft Zweibrücken bestätigte die Festnahme, die demnach am 30. Juli erfolgte. Der Mann befinde sich in Auslieferungshaft, teilte ein Justizsprecher mit. „Die Tatvorwürfe betreffen eine Beteiligung an einer vorsätzlichen Tötung, illegalen Einreise und Erpressung.“

Das Zweibrücker Rathaus. In der Stadt in Rheinland-Pfalz wurde ein schwerstkrimineller Mann aus Somalia festgenommen, der in Italien unter Mordverdacht steht und gesucht wird.
Den Aufenthaltsort des Verdächtigen konnten die Ermittler laut Polizei durch die Analyse der IP-Adressen eines Facebook-Profils ermitteln. Der Mann war demnach aus Libyen über Italien nach Deutschland gereist.
Flüchtlinge gefoltert, Angehörige erpresst
Zusammen mit „zahlreichen anderen derzeit nicht identifizierten Personen“ werde der Mann für „die Verbrechen einer transnationalen kriminellen Vereinigung verantwortlich gemacht“, heißt es von der Polizei in Palermo. Ziel sei die illegale Überführung zahlreicher Ausländer nach Italien. Laut Polizei soll der Mann in einem Lager in der libyschen Stadt Bani Walid Menschen überwacht, gefangen gehalten und gefoltert haben, um Geld von deren Angehörigen für die Freilassung und die anschließende Überfahrt auf See zu erpressen.
Dort soll auch der Minderjährige von dem 29-Jährigen getötet worden sein. Nach Angaben der Polizei wehrte sich das Opfer gegen einen sexuellen Übergriff. Der Verdächtige wollte den Vorwürfen zufolge den Übergriff filmen, um mit dem Video Druck auf die Familie auszuüben und Lösegeld zu erpressen.
Die Ermittlungen der Staatsanwaltschaft begannen im Juni 2023. Damals hatte ein Migrant nach seiner Ankunft auf der italienischen Insel Lampedusa Anzeige erstattet, wie es hieß. Weitere Zeugen bestätigten demnach seine Aussagen. Die Staatsanwaltschaft in Palermo machte auf Anfrage zunächst keine weiteren Angaben.
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