Linksextreme Gruppe bekennt sich zu Sabotage auf Bahnstrecke Köln-Düsseldorf
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Auf der Bahnstrecke zwischen Köln und Düsseldorf ist am Freitag ein Sabotageakt erfolgt, bei dem nach Angaben der Ermittler Brandsätze in Kabelschächten Brände auslösten und erhebliche Schäden an Signalkabeln sowie an der Infrastruktur entstanden sind. Die linksextreme Terror-Gruppe „Kommando Angry Birds“ ist bereits für solche Taten bekannt.
Was bekannt ist und woher die Informationen stammen
Nach Angaben der Polizei Köln und der Staatsanwaltschaft hat ein auf einer linken Internet-Plattform veröffentlichtes Bekennerschreiben die Verantwortung für den Brand nördlich von Leverkusen übernommen. In dem Schreiben, das Sicherheitskreise nach Angaben der Deutschen Presse-Agentur (dpa) als authentisch einstufen, heißt es, die Täter hätten Brandsätze in einem großen Kabelschacht an der nordöstlichen Ecke der Wupperbrücke und in einem schmaleren Schacht auf halbem Weg zwischen einer Unterführung und einem Funkmast deponiert.

Wie sich der Brandanschlag auswirkt
Die Gruppe beschreibt demnach genau, welche Methoden sie zur Entzündung der Brandsätze genutzt hat. Die Brände führten zu Beschädigungen an Signalkabeln und nach ersten Feststellungen auch an Oberleitungen und Schienenmaterial, woraufhin die Strecke zwischen Düsseldorf und Köln gesperrt werden musste. Die Deutsche Bahn meldet erhebliche Beeinträchtigungen im Nah- und Fernverkehr, Fernzüge hatten etwa 30 Minuten Verspätung, zudem fielen Verbindungen bis Samstagabend aus und wurden umgeleitet. Fachleute der Bahn arbeiteten den ganzen Samstag an der Reparatur und an technischen Überprüfungen der Signalanlagen.
Technologie als Hassobjekt der Täter
Der Staatsschutz der Polizei Köln hat die Ermittlungen übernommen, weil ein politischer Hintergrund nicht ausgeschlossen wird. Als Motiv nennt das Schreiben die Ablehnung technologischer Entwicklung und ein angeblich drohendes „Massensterben“ durch die technologische Eskalation; die Gruppe stellt sich als industrie- beziehungsweise technikkritische Bewegung dar, die die „vollständige Zerschlagung des technologisch‑industriellen Systems“ anstrebe.
NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) verurteilte die Tat scharf und bezeichnete Sabotage an Infrastruktur als Angriff auf den Staat, der den Alltag vieler Menschen gefährde und Kollateralschäden billigend in Kauf nehme. Die Ermittlungen würden mit hohem Aufwand geführt, sagte Reul.
Terroristen-Gruppe für Anschläge bereits bekannt
Der Gruppe „Kommando Angry Birds“ werden in der Vergangenheit bereits Anschläge und Sabotageakte in der Region zugeschrieben; unter anderem reklamierte sie in den vergangenen Jahren Brandanschläge auf Bahnstrecken und einen versuchten Anschlag auf ein Umspannwerk für sich. Die Ermittler prüfen deshalb auch mögliche Verbindungen zu früheren Delikten.
Die Polizei bittet Zeugen, die im Bereich Leverkusen‑Rheindorf Beobachtungen gemacht haben, sich zu melden.
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