Toter Junge (14) in Memmingen: Mordverdächtiger war abgelehnter Asylbewerber
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Ein 14-Jähriger aus dem Allgäu, der seit dem Wochenende in Memmingen vermisst wurde, ist tot. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft deutet alles darauf hin, dass der Jugendliche Opfer eines Gewaltverbrechens geworden ist. Ein Tatverdächtiger starb nach einem Polizeieinsatz.
Die Leiche des Jungen wurde in einem leerstehenden Gebäude nahe dem Bahnhof entdeckt. Laut Ermittlern bestätigte die Obduktion eine Gewalteinwirkung als Todesursache. Weitere Details zu den Umständen der Tat nannten die Behörden mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht.
Täter versteckte sich im Schrank
Im Zuge der Durchsuchung trafen Beamte auf einen 37-jährigen Mann, der sich offenbar am Fundort in einem Schrank versteckt hielt. Als die Polizisten ihn entdeckten, soll er sie mit einem Messer attackiert haben und flüchtete anschließend.
Am Abend erhielt die Polizei einen Hinweis, dass sich der Verdächtige möglicherweise in der Nähe des Hallenbades aufhält. Dort trafen zivil gekleidete Beamte den Mann auf der Treppe vor dem Bad sitzend an. Der 37-Jährige versuchte demnach beim Anblick der Personen erneut zu fliehen. Während der Verfolgung hätten sich die Polizisten als solche zu erkennen gegeben, woraufhin der Verdächtige sich abrupt umgedreht habe und mit einem Messer auf die Beamten zugegangen sei. Die Polizisten hätten den Mann lautstark aufgerufen, das Messer wegzulegen, woraufhin dieser den Beamten aber weiter entgegengegangen sei.
Angesichts des kurzen Abstandes und der damit verbundenen Gefahr hätten die Polizisten auf den Mann geschossen. Er sei mehrfach getroffen worden. Trotzdem habe der Verdächtige das Messer nicht losgelassen, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.
Verdächtiger stirbt im Krankenhaus
Daraufhin eröffneten die Einsatzkräfte das Feuer und trafen den 37-Jährigen mehrfach. Nach Angaben der Ermittler ließ er das Messer dennoch zunächst nicht los. Erst ein Beamter mit Schutzschild konnte ihn schließlich entwaffnen. Der Mann wurde anschließend medizinisch versorgt, erlag jedoch später im Krankenhaus seinen Verletzungen. Weder Polizisten noch unbeteiligte Dritte wurden bei dem Einsatz verletzt.
Verdächtiger aufgrund ungeklärter Identität geduldet
Bei dem getöteten Verdächtigen handelt es sich um einen abgelehnten Asylbewerber, der aufgrund ungeklärter Identität geduldet war. Das teilte ein Sprecher der Regierung von Schwaben am Abend auf Anfrage mit.
Der Mann wurde nach ersten Ermittlungen im von Israel besetzten Westjordanland geboren, seine Nationalität sei noch unklar, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Memmingen erläuterte. Der 37-Jährige war laut Staatsanwaltschaft in Deutschland zweimal rechtskräftig zu Geldstrafen verurteilt worden – in diesem Jahr wegen unerlaubten Aufenthalts ohne Pass und im Jahr 2021 wegen Sachbeschädigung.
Memmingens Rathauschef: „Es ist unfassbar“
Der Oberbürgermeister der Stadt, Jan Rothenbacher, reagierte bestürzt auf die Ereignisse. „Es ist unfassbar, was in den vergangenen Tagen passiert ist“, sagte der SPD-Politiker. „Meine Gedanken sind bei der Familie des Jugendlichen, und ich wünsche viel Kraft in dieser schweren Zeit. Wir sind mit der Familie in Kontakt.“
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