Verdacht auf linksextremes Motiv: Mutmaßlicher Brandanschlag auf Münchner Polizeireiterstaffel
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In München steht erneut ein Polizeistandort in Flammen: In den frühen Morgenstunden des Donnerstags brannten mehrere Fahrzeuge der Reiterstaffel aus. Dabei wurden sechs Einsatzfahrzeuge beschädigt, vier davon brannten gänzlich aus, wie die Deutsche Presse-Agentur (dpa) berichtet.
Laut ersten Schätzungen soll sich der Sachschaden auf rund eine Million Euro belaufen. Menschen oder Tiere seien nicht zu Schaden gekommen.
Nun hat die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET) die Ermittlungen wegen schwerer Brandstiftung übernommen. Es werde „in alle Richtungen“ geprüft, teilte ein Sprecher mit, „wobei aufgrund des angegangenen Tatobjekts auch eine linksextremistische Tatmotivation nicht ausgeschlossen werden kann“. Auch ein Zusammenhang mit einer Serie von Brandstiftungen in München und Umland wird untersucht.

Ein linksextremer Anschlag?
Rückblick: Serie von Bränden gegen Polizei und Infrastruktur
Bereits Ende Januar hatten Unbekannte auf dem Gelände der Münchner Polizeihundestaffel 23 Dienstfahrzeuge angezündet. Seit August 2023 beschäftigt sich die Ermittlungsgruppe „Raute“ mit Angriffen auf Funkmasten, Bahnanlagen und weitere kritische Infrastruktur in der Region.

Der Tatort in München
Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) sprach von einem „massiven Angriff auf den Rechtsstaat“ und kündigte an, die Täter „mit aller Entschlossenheit“ zur Verantwortung zu ziehen. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) zeigte sich „absolut wütend“ und betonte, es sei großes Glück gewesen, dass niemand verletzt worden sei „und die Pferde rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden konnten. Was bleibt, ist ein Bild der Zerstörung und ein Schaden in Millionenhöhe, für den am Ende wir Steuerzahler aufkommen müssen.“

Beamte am Tatort
Forderungen der Gewerkschaften
Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) und die Gewerkschaft der Polizei (GdP) mahnten verstärkte Sicherheitsmaßnahmen an. Neben zusätzlicher Videoüberwachung verlangen sie einen umfassenden technischen Ausbau der Schutzsysteme an Polizeistandorten. Die wiederholten Anschläge lösten bei vielen Einsatzkräften „mulmige Gefühle“ aus, so die DPolG.
Das bayerische Innenministerium informierte umgehend alle Polizeidienststellen über den Vorfall und kündigte eine Sensibilisierung der Beamten an. Konkrete Details zu möglichen neuen Schutzvorkehrungen nannte ein Sprecher jedoch nicht – aus Gründen des Personen- und Objektschutzes.
Die Ermittlungen laufen weiter auf Hochtouren. Ob der jüngste Brandanschlag Teil einer koordinierten Kampagne ist, müssen Spurenauswertung und Zeugenaussagen in den kommenden Wochen zeigen.
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