Phishing-Angriff auf Prien, Hubertz und Klöckner: Bundesanwaltschaft ermittelt zu Signal-Angriff
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Seit Monaten warnen die Sicherheitsbehörden vor Phishing-Angriffen über den Messengerdienst Signal. Deutschlands oberste Strafverfolger haben einen Spionageverdacht. Einige Minister sind sogar in die Falle getappt, so könnten sensible Daten abgeschöpft worden sein.
Im Zusammenhang mit einer Phishing-Kampagne unter anderem gegen deutsche Politikerinnen und Politiker über den Messengerdienst Signal ermittelt die Bundesanwaltschaft wegen Spionageverdachts. Das bestätigte eine Sprecherin auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur. Demnach hat die oberste deutsche Strafverfolgungsbehörde die Ermittlungen schon Mitte Februar übernommen. Zunächst hatte der Spiegel berichtet.
„Staatlich gesteuerter Cyberakteur“
Vor der andauernden Cyberattacke über Signal hatten das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) und das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) bereits im Februar öffentlich gewarnt. Vergangene Woche veröffentlichten sie dann einen weiteren Sicherheitshinweis mit konkreten Handlungsanweisungen. Zuvor hatte sich herausgestellt, dass in Deutschland etliche Journalisten, aber auch Militärs sowie Politiker betroffen sind. Laut Spiegel tappten etwa die Bauministerin Verena Hubertz (SPD) und auch Familienministerin Karin Prien (CDU) in die Falle der Hacker.

Eine einfache Nachricht vom „Signal Support“ ließ die Politikerinnen in die Falle tappen.
In dem Hinweis hieß es, die Kampagne werde „wahrscheinlich durch einen staatlich gesteuerten Cyberakteur durchgeführt“. Belege führten die Behörden nicht an. Aktuelle Erkenntnisse zeigten, dass die Kampagne weiterhin aktiv sei und an Dynamik gewinne. Nach Informationen des Spiegel sollen Abgeordnete in praktisch allen Fraktionen des Bundestags von den Phishing-Angriffen betroffen sein. Auch Angehörige der Nato seien Ziel der großangelegten Kampagne gewesen.
Wie gehen die Angreifer vor?
Um Zugriff auf die Adressbücher und Daten bestimmter Nutzer zu erhalten, schicken die Angreifer zunächst eine Nachricht, in der sie den Nutzer auffordern, eine PIN einzugeben beziehungsweise Links oder einen QR-Code anzusteuern. Den Hackern ermöglicht dies dann unter anderem, sich unter falscher Identität in internen Chat-Gruppen zu bewegen.
Auch in Großbritannien und den Niederlanden sind seit Winter 2025 entsprechende Angriffe via Signal festgestellt worden. Die Regierung der Niederlande sieht Russland hinter der Kampagne. Zu einem möglichen Auftraggeber äußerte sich die Bundesanwaltschaft zunächst nicht.
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