ARD schaltet 140 Social-Media-Kanäle ab... und hat immer noch mehr als 500
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Im Bemühen um Effizienz und Relevanz hat die ARD seit Anfang 2023 insgesamt 140 Social-Media-Accounts stillgelegt. Trotz dieser Reduzierung verbleiben 659 Accounts, verteilt über Plattformen wie YouTube, Instagram, Facebook, X (ehemals Twitter) und TikTok.
Allein der WDR betreibt rund 100 Social-Media-Accounts, das ZDF unterhält etwa 90 Kanäle. Ziel dieser Maßnahmen ist eine „deutliche Reduzierung“ der Social-Media-Präsenz, um den Informationsauftrag effizienter zu erfüllen und Mittel gezielter einzusetzen.
Ein Schritt in die richtige Richtung, aber …
Die Ankündigung der ARD, 140 ihrer Social-Media-Kanäle zu schließen, wirkt auf den ersten Blick wie ein entschlossener Schritt zur Straffung ihrer digitalen Präsenz. Doch bei genauerer Betrachtung erscheint diese Maßnahme eher wie ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn man bedenkt, dass immer noch 659 Accounts aktiv sind.

Der „Reformprozess“ traf vor allem Konten der ARD auf Facebook. Trotzdem bleibt die Sendeanstalt auf allen Plattformen aktiv.
Die Herausforderung der digitalen Überflutung
Trotz der Reduzierung ihrer Social-Media-Kanäle bleibt die Anzahl der Accounts, die von der ARD unterhalten werden, bemerkenswert hoch. „Wir beobachten die Entwicklungen stets genau und wägen ab, inwieweit eine Präsenz auf den entsprechenden Plattformen sinnvoll und vertretbar ist“, so die ARD gegenüber EPD Medien. Diese Aussage lässt erkennen, dass der Senderverbund um die Notwendigkeit einer effizienteren Nutzung seiner Ressourcen weiß, doch bleibt fraglich, ob die bisherigen Schritte ausreichen, um den eigenen Ansprüchen gerecht zu werden.
Symbolische Gesten oder echter Wandel?
Die Einstellung des „WDR1Live“-Facebook-Kanals durch den WDR mag ein Beispiel für den strategischen Rückzug aus weniger relevanten Kanälen sein, doch unterstreicht sie auch die Herausforderung, vor der die öffentlich-rechtlichen Sender insgesamt stehen: Wie kann man in einer sich schnell wandelnden digitalen Landschaft wirkungsvoll präsent sein, ohne Ressourcen zu verschwenden?
Lesen Sie auch unsere Kolumne für gesunden Menschenverstand: Warum müssen wir uns von ARD und ZDF immerzu belehren lassen?!
Ein Prozess mit ungewissem Ausgang
Das ZDF verfolgt eine ähnliche Strategie wie die ARD, indem es die Anzahl seiner Social-Media-Kanäle kritisch überprüft. Doch auch hier zeigt sich, dass der Weg zur Optimierung kein einfacher ist. Die Schließung von acht Kanälen im Jahr 2023, darunter prominente Namen wie ZDFneo und „Frontal“, wirft Fragen auf, ob und wie diese Maßnahmen die Reichweite und Effektivität der Sender verbessern.
Die Bemühungen der ARD und des ZDF, ihre Social-Media-Präsenz zu reduzieren, sind lobenswert, aber sie dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass eine tiefgreifende Reform notwendig ist. Viele Aktivitäten von ARD und ZDF gehen über den Informationsauftrag hinaus und treiben den Rundfunkbeitrag in die Höhe.
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