„Einseitige politische Stimmungsmache“: Deutschlandfunk illustriert die Todsünde Habgier mit Friedrich Merz
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Sie ist eine der sieben Todsünden, eines der sieben Hauptlaster des Christentums: die Habgier. Mit ihr befasste ich der öffentlich-rechtliche Deutschlandfunk zu Ostern und sprach mit einem Vermögensforscher über die „neuronale Komponente“ der Habgier. Zum Politikum wurde der Beitrag, weil er mit einem Foto des möglichen Bald-Kanzlers Friedrich Merz (CDU) mit seinem Propellerflugzeug bebildert worden ist – was heftige Kritik auslöste.
Dazu ein Zitat des Experten: „Je mehr man hat, desto schneller gewöhnt man sich daran und die Maßstäbe verschieben sich. Wenn man seit ewigen Zeiten Business fliegt oder ein Privatflugzeug hat, ändert sich auch etwas im Gehirn“, so Thomas Druyen, Direktor des Instituts für Vergleichende Vermögenskultur und Vermögenspsychologie in Essen.
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Aus der CDU gibt es heftige Kritik an dem Beitrag: Warum wird eine solch negative Eigenschaft wie die Habgier mit einem Bild ihres Parteivorsitzenden illustriert und wie kann das dem Neutralitätsgebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks entsprechen, lautet der fragende Tenor.
„Einseitige politische Stimmungsmache“, nennt das etwa der Essener CDU-Abgeordnete Matthias Hauer und richtet die Frage an die Redaktion des Deutschlandfunk, warum sie nicht ihren Intendanten Stefan Raue (Jahresgehalt 261.000 Euro) als Beispiel für einen hohen Lebensstandard ausgewählt und hezeigt hätten. Eine Antwort der Redaktion blieb aus.
Clara von Nathusius aus dem Vorstand der Jungen Union, der Nachwuchs-Organisation von CDU und CSU nimmt den Beitrag mit Galgenhumor. Sie schreibt: „Das Tolle an solchen Kacheln ist, dass ich mich beim Anblick Friedrich Merz immer nah fühle. Daher danke ich dem Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk für ihre Arbeit und möchte mich von ihrer todsündlichen Habgier am Ostersonntag distanzieren.“
Schon länger wird darüber diskutiert, dass Friedrich Merz ein Privatflugzeug besitzt und sein Hobby auch zum Pendeln zwischen Berlin und seiner sauerländer Heimat benutzt. Gerade die Bilder, die zeigten, wie Merz mit seiner Diamond DA62 zur Hochzeit von Christian Lindner nach Sylt geflogen war, lösten emotionale Debatten aus. Fälschlicherweise wird das Flugzeug immer wieder als Privatjet bezeichnet, was jedoch eine faktisch falsche Beschreibung ist.
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