Gunnar Schupelius wechselt zu NIUS: „Hier herrscht eine große Freiheit, sich frei zu äußern“
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21 Jahre lang war „Mein Ärger“ ein fester Termin im Berliner Meinungsbetrieb. 4563 Mal hat Gunnar Schupelius seine Kolumne geschrieben – pointiert, unbequem, oft polarisierend, aber immer ein Pflichttermin für alle. Ende Mai dann die Überraschung: Schupelius verabschiedete sich von der B.Z.. Jetzt ist klar: Der wohl bekannteste konservative Kolumnist des Landes startet bei NIUS neu durch.
Über die Beweggründe spricht Gunnar Schupelius mit NIUS-Reporterin Helena Gebhard im Interview:
„Eine Entscheidung aus dem Kopf heraus“
Im ersten Interview an seinem neuen Arbeitsplatz erklärt Schupelius, warum er nach zwei Jahrzehnten einen Schnitt gemacht hat – „eine Entscheidung aus dem Kopf heraus“, wie er sagt, keine spontane Bauchentscheidung. Und warum ausgerechnet NIUS? „Ich habe das Gefühl, dass bei NIUS eine große Freiheit herrscht, sich wirklich frei zu äußern.“ Es sei genau der Geist, den er aus seinen Anfangsjahren bei der Bild-Zeitung kenne – „diese Spontanität, diese Energie und diese Freude an der Arbeit“.
Vom Grünen-Mitglied zum konservativen Vordenker
Im Gespräch geht es aber weit über den Wechsel hinaus. Schupelius erzählt von seinem politischen Werdegang: vom jungen Umwelt- und Friedensaktivisten, der sich in den 80er-Jahren der Alternativen Liste anschloss, bis zum konservativen Vordenker, der 1989 aus Enttäuschung über die Haltung der Grünen zur deutschen Einheit wieder austrat. Er beschreibt eine Partei, die er als „sektenähnlich“ erlebt habe – ohne interne Meinungsfreiheit, trotz gegenteiliger Proklamation.

Gunnar Schupelius (63) ist ab sofort Teil von NIUS
Schwindende Debattenkultur
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist die schwindende Debattenkultur in Deutschland. Schupelius erinnert sich an Zeiten, in denen selbst kontroverse Positionen – etwa seine frühe Kritik an der Regenbogenflagge vor Berliner Rathäusern – noch auf offene, sachliche Widerrede trafen. Heute, sagt er, würde ihn dieselbe Position sofort in eine Ecke stellen: „Man hätte vielleicht gar nicht mehr darauf geachtet, was ich eigentlich sagen wollte.“
Klare Kante bei der Migrationspolitik
Deutlich wird Schupelius auch bei der Migrationspolitik. Er erinnert an seine frühen Erfahrungen mit der DDR-Ausreisepolitik der 80er-Jahre und an seine ablehnende Haltung zur „Wir schaffen das“-Politik von Angela Merkel im Jahr 2015 – eine Position, die ihn damals in scharfe interne Konflikte mit der Chefredaktion der Bild-Zeitung brachte. Heute sagt er unumwunden: „Die Einheimischen fühlen sich fremd in dieser Stadt.“ Unkontrollierte Zuwanderung habe zu Konflikten geführt, „die fast nicht mehr lösbar sind“.
Auch persönliche Themen kommen zur Sprache: sein evangelischer Glaube, seine Sicht auf die Menschenwürde, sein Verhältnis zu politischen Gegnern und, in der abschließenden Schnellfragerunde sein Wunsch nach einem klärenden Gespräch mit Friedrich Merz.
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