Collien Fernandes über ihren Kampf gegen digitale Gewalt: „Und dann dachte ich, okay, Luisa Neubauer ist schon mal auf meiner Seite”
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Seit April beschäftigt der Fall Collien Fernandes vs. Christian Ulmen Justiz und Presse. Die Staatsanwaltschaft Potsdam ermittelt gegen Ulmen. Die Vorwürfe: digitale Gewalt, Identitätsmissbrauch und häusliche Gewalt. Es gilt die Unschuldsvermutung. Im YouTube-Format „Jung & Naiv“ sprach Fernandes mit Moderator Tilo Jung mehr als drei Stunden lang über das Thema und die Gesetzeslage:
„Wenn es jetzt tatsächlich dazu kommen sollte, dass man sagt: Wir lassen das fallen, weil wir in Deutschland ja gar keine Paragrafen haben, in die das passt ... Also ich bin eh schon wütend, aber da werde ich noch mal richtig sauer.“

Das Landgericht Hamburg befand die Berichterstattung des „Spiegel“ über die Vorwürfe von Collien Fernandes zu digitaler und häuslicher Gewalt durch ihren Ex-Mann Christian Ulmen weitgehend als rechtens.
„Einfach ganz miese Täterstrategien“
Fernandes sprach auch über Ulmens Anwälte:
„Man fängt an, gegen irgendeinen Killefitz zu klagen, der völlig irrelevant ist, um einfach recht zu bekommen. Und da konzentriert man sich in erster Linie auf Dinge, bei denen man davon ausgeht, dass das Opfer das nicht beweisen kann. Und das sind einfach so ganz miese Täterstrategien. Und, dass man dann nach dem Schmerz, den man eh schon dem Opfer zugefügt hat, sich auch noch traut, so miese Tätermaschen zu fahren. Das hat mich wirklich erstaunt.“
Nach der Trennung fühle es sich nicht wie eine Ex-Beziehung an. Es sei vielmehr so, als sei man auf einen Trickbetrüger oder Heiratsschwindler hereingefallen, so Fernandes. Immer wieder betont die Mutter einer Tochter, wie wichtig der Kontext dieses Falles sei:
„Insofern lässt sich das für mich nicht klar trennen, weil eben das Private politisch ist. Und deswegen werden ja auch gewisse Regeln in Gesetzen verankert, die mit dem Privatleben zu tun haben. Weil, du kannst eben nicht, sobald die Tür zu ist, machen, was du möchtest.“

War zu Dreharbeiten in Vietnam, als die Titelstory erschien: Collien Fernandes.
Erste Nachricht von Aktivistin Luisa Neubauer
Nach der Veröffentlichung der Spiegel-Titelstory habe Fernandes, die wegen Dreharbeiten in Vietnam war, ihr Handy ausgeschaltet. „Dann habe ich erstmal die halbe Minibar leer gegessen. Und dann so nach, ich glaube, einer Stunde oder so oder anderthalb Stunden habe ich gedacht, ich gucke mal. Und das Erste, was bei mir aufploppte, war, glaube ich, eine Nachricht von Luisa Neubauer, die mir sehr nett geschrieben hat. Und dann dachte ich, okay, Luisa Neubauer ist schon mal auf meiner Seite.“
Kritiker werfen Fernandes vor, die Weichen für ein Gesetz zur Klarnamenpflicht im Internet zu stellen. Dazu Fernandes: „Es gibt ja diese Theorie, dass ich ja von Frau Hubig (Bundesjustizministerin Stefanie Hubig, Anm. d. Redaktion) ganz viel Geld dafür bekommen habe.“
Und Christian Ulmen? Der klagt gegen die Kündigung seiner geplanten Serie „The Au Pair“ durch den Streamer Joyn. Dieser hatte das Projekt gestoppt.
Auf die Frage, ob man noch mit Männern leben könnte, antwortet Collien Fernandes der Redakteurin in einer anschließenden Fragerunde, sie hoffe schon. Sie habe sich jetzt einen Hund gekauft. Nein, eine Hündin.
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Melanie Grün
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