„Kink ist Pride – und Kinder sollen das sehen“: Portal Queer.de begrüßt Lack und Leder, Tiermasken und Fetische auf dem CSD
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Riesen-Aufregung um einen neuen Beitrag des Online-Portals Queer.de! Unter der Überschrift „Kink ist Pride – und Kinder sollen das sehen“ argumentiert darin ein Autor für die Präsenz von Fetischen wie Puppy-Play auf Pride-Veranstaltungen im Beisein von Kindern.
Der Autor Jeff Mannes, Mitarbeiter von „ICH WEISS WAS ICH TU (IWWIT)“, einer Präventionskampagne der Deutschen Aidshilfe, beschreibt in dem Aufsatz eine Begegnung auf einem Berliner Straßenfest, bei der ein Kind mit einem als Hund verkleideten Erwachsenen interagiert. „Eine Mutter unterhielt sich mit einem Mann, der von oben bis unten in Leder gekleidet war. Neben der Frau stand ihr Kind, ich schätze so um die fünf Jahre alt. Und neben dem Mann saß ein Hund, den er an der Leine hielt, und bellte das Kind an.“

Der Beitrag auf dem Portal queer.de.
Er betont: „Ein Kind sieht keinen Sex, sondern einen Menschen, der eine Hundemaske trägt.“ Der Text argumentiert, dass Fetisch-Praktiken politisch seien und daher auf der Pride eine Berechtigung hätten. Kritiker, die das Kindeswohl ins Feld führen, werden als uninformiert dargestellt.
Beim sogenannten Puppy Play handelt es sich um einen sexuellen Fetisch aus dem BDSM-Bereich sowie eine Unterkategorie des Petplays. Dabei schlüpfen Personen nicht nur in die Rolle von (fiktiven) Hunden, Welpen oder andere Tiere, sondern kombinieren ihre Masken nicht selten mit sexualisierten Outfits, etwa BDSM-Halsbändern – und zeigen sich unterwürfig, etwa wenn sie an einer Leihe geführt werden oder ihren dominanten Gegenpart anbellen. Kritiker verweisen darauf, dass es sich um erotische Rollenspiele handelt, die nichts in der Öffentlichkeit zu suchen haben.

Ein Mann in Hundemaske auf dem Christopher Street Day.
Mannes sieht dies weitaus unproblematischer. Stattdessen vergleicht er die Szenerie, die immer wieder auf Christopher Street Days und Pride-Paraden gesehen wird, mit Verkleidungsfesten wie Karneval. „Das Kind sehe in dem als Hund verkleideten Menschen, der eine Hundemaske trägt, der sich verkleidet.“ Es habe Spaß daran. „Übrigens, ähnlich wie Kinder auch Spaß an Menschen mit Hunde- oder anderen Masken beim Karneval haben.“
Ohne Tiermasken droht das Fortbestehen heteronormativer Standards
Der Autor geht noch weiter und verteidigt die öffentliche Zurschaustellung von Kink und Fetisch, indem er unterstreicht, dass diese eine politische Bedeutung hätten. Versuche, solche Ausdrucksformen aus der Pride-Bewegung zu verbannen, als eine Anpassung an cis-heteronormative Standards, die keine echte Akzeptanz ermöglichen, seien zu kritisieren.
So schreibt Mannes: „Ich hab nichts gegen queere Menschen, aber…“, so Mannes. Die Kritik an womöglich zu weit gehenden Fetisch-Formen des CSD sei „Nachgeben in und Fortsetzen des queeren Traumas der bedingten Liebe, die viele von uns bereits durch das Elternhaus erfahren haben: Liebe und Akzeptanz sind an die Bedingung geknüpft, sich an eine vorgefertigte Lebensweise anzupassen.“ Außerdem stellt er fest: „Menschen aus der Fetisch-Community haben seit Beginn der CSDs stets für die Rechte von LGBTI mitgekämpft.“

Drei Besucher der Pride-Parade.
Die Botschaft des Artikels ist klar: Kink und Fetisch gehören zur Pride, und Kinder sollten lernen, dies als normalen Teil der queeren Kultur zu akzeptieren. Der Artikel provoziert mit der Aussage, dass es weniger um die tatsächlichen Praktiken geht, sondern mehr um die Vorurteile der Kritiker: „Was wir als sexuell wahrnehmen, hat mehr mit unseren eigenen Fantasien und Vorurteilen zu tun.“
Schnell regte sich in sozialen Medien große Empörung über die Äußerungen des Autors. „Die Frage muss anders gestellt werden: Warum wollen Männer wie Jeff Mannes, dass Kinder in der Öffentlichkeit mit ihren Kinks konfrontiert werden?“, schrieb etwa die Frauenrechtsaktivistin Rona Duwe. Ein anderer User formulierte provokant: „Demnächst auf @queer_de: Warum Pädophilie politisch ist und akzeptiert gehört“.
Auch bei NIUS.de: Fetisch, Penisse, Peitschen: Der CSD-Wahnsinn, den Kinder ertragen müssen
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Redaktion
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