Krasse Kritik, keine Wende, nähern sich ARD und ZDF ihrem Ende? Der große ÖRR-Report
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Der öffentlich-rechtliche Rundfunk steht aktuell heftig in der Kritik: Nicht nur der Skandal um die Absetzung der NDR-Moderatorin Julia Ruhs und ihrer Klar-Serie sorgt für Aufsehen, sondern auch die internen Enthüllungen des Frontal21-Journalistin Andreas Halbach. Hinzu kommen die Entgleisungen von Dunja Hayali und Elmar Theveßen zur Ermordung von Charlie Kirk. Zahlreiche deutsche Politiker wie etwa Daniel Günther oder Carsten Linnemann forderten auch deshalb öffentlichkeitswirksam eine Reform der Sendeanstalten.
Doch ist eine Reform im aktuellen Zustand der öffentlichen Sender überhaupt sinnvoll? NIUS hat die Verfehlungen der Vergangenheit analysiert und kommt zu dem Schluss, dass der Rundfunk nicht mehr reformierbar ist.
Die Grundversorgung mit sauber recherchierten Nachrichten, inhaltlicher Vielfalt in der Berichterstattung und Kritik an den Regierenden in der Rolle der „vierten Gewalt“ im Staat: Längst gehört der demokratietheoretische Ursprung des öffentlich-rechtlichen Sendeauftrags der Geschichte an – zumindest in der praktischen Umsetzung. Doch stirbt nach landläufiger Meinung vieler Verfechter nicht auch die Demokratie und ihre freie Gesellschaft, sollte das Ende der Sender irgendwann gekommen sein? Unsinn, wenn man sich Länder wie die Slowakei oder Liechtenstein anschaut, die in den vergangenen Jahren den öffentlichen Rundfunk abschafften. Kein einziges von ihnen ist kollabiert und wird es zumindest aufgrund des fehlenden Rundfunks auch in Zukunft nicht.

Forderte zuletzt Reformen für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk: CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann.
Viel eher muss die These angesichts der zahlreichen Verfehlungen der Sender mittlerweile lauten: Wie gefährlich ist es, wenn der Rundfunk in seiner aktuellen Form weiter existiert? Die Frage stellt sicht nicht nur im Sinne eines gesellschaftlichen Austauschs – bzw. deren Indoktrinierung – sondern in der tatsächlichen Bedrohung des Lebens.
Von Gewaltaufrufen bis hin zu fiesem Framing: Die Kritik ist umgfangreich
Der Mordaufruf von Jan Böhmermann in seinem ZDF-Magazin ist jedenfalls der beste Beweis für eine durchaus aufziehende Bedrohungslage. In der Sendung aus dem Februar 2024 zog Böhmermann Parallelen zwischen der österreichischen FPÖ, der AfD und der NSDAP. Den Österreichern warf er vor, für das eigene Land auch Menschen zu töten: „I schlog wen tot für Rot-Weiß-Rot – I bin a echter Patriot.“ Nur, um sich dann mit den Worten zu verabschieden: „Nicht immer die Nazi-Keule rausholen, sondern vielleicht einfach mal ein paar Nazis keulen. Tschüss, bis nächste Woche.“

Mit seinem Lied über Österreich wollte Böhmermann die deutschen Nachbarn verächtlich machen.
Inhaltlich nicht weit von seinem Ziehvater Böhmermann entfernt bewegt sich sein ehemaliger Witzeschreiber „El Hotzo“, mit bürgerlichem Namen Sebastian Hotz. Nach dem knapp gescheiterten Attentat auf Donald Trump im vergangenen Jahr billigte er den Mordversuch im Anschluss auf X und schrieb dazu: „Ich finde es absolut fantastisch, wenn Faschisten sterben.“ Auch den Angriff auf ein Auto eines deutschen FDP-Politikers kommentierte er auf X mit dem Wort „unterstützenswert“.

Da grinst er: Eigentlich könnte sich „El Hotzo“ auch in „El Hetzo“ umbenennen.
Wer Gewalt verherrlichen oder dazu aufrufen möchte, muss allerdings nicht einmal bei den öffentlich-rechtlichen Sendern angestellt sein, sondern wird auch so von ihnen als Gast geladen. In dem Funk-Format „Hypeculture“ kommt etwa der Anarcho-Kommunist Marcus Staiger zu Wort, der in der Folge über Berlin-Kreuzberg die gewalttätigen Demonstrationen zum ersten Mai verharmlost und auch in der Vergangenheit schon dadurch auffiel, linksextreme Gewaltdemonstrationen zu loben. In derselben Episode spricht auch der Rapper Massiv über Kreuzberg und darüber, wie er und seine Freunde im Jugendalter Böller auf die Polizei geworfen haben.
Die Aussagen der beiden Protagonisten werden nicht eingeordnet, stattdessen werden die Aussagen als legitimer Widerstand unterdrückter Gruppen dargestellt. Funk antwortete auf Nachfrage: „Wir schätzen die Wortbeiträge von Herrn Staiger und Herrn Taha zu den jeweiligen Themen Kreuzberg und Rapper-Produkte weiterhin als bereichernd ein.“
Staiger profitierte schon vor dem „Hypeculture“-Auftritt von Rundfunkgebühren: 12 Folgen lang hostete er gemeinsam mit Mohamed Chahrour den rbb-Podcast „Clanland“.
Lügen und Verharmlosungen: Der Fall Charlie Kirk hat die ÖRR-Kritik stark befeuert
Um die Menschenfeindlichkeit mancher ÖRR-Mitarbeiter nachzuvollziehen, muss man jedoch keine alten Beispiele heranziehen, sondern sich nur die Berichterstattung rund um den Mord am konservativen Aktivisten Charlie Kirk in den Vereinigten Staaten anschauen.
Besonders negativ machten in diesem Zusammenhang die ZDF-Moderatorin Dunja Hayali und der Leiter des ZDF-Studios in Washington, Elmar Theveßen auf sich aufmerksam. Vor einem Millionen-Publikum relativierten sie das feige Attentat. Hayali erklärte Kirk zum Menschenfeind: „Der 31-Jährige war ein extremer und extrem umstrittener Influencer, der für Donald Trump seit Jahren massiv die Werbetrommel gerührt hat. Insbesondere bei jüngeren Konservativen, Christlichen und auch Rechtsradikalen kam er sehr gut an.“ Der Anschlag sei „mit nichts zu rechtfertigen“, so Hayali, nur um dann fortzufahren: „Auch nicht mit seinen oftmals abscheulichen, rassistischen, sexistischen und menschenfeindlichen Aussagen“.
Theveßen verbreitete unter anderem die Lüge, wonach Kirk die Steinigung von Homosexuellen gutheißen würde und ergänzte: „Er hat mit diesen scharfen Formulierungen natürlich beigetragen zur Polarisierung im Land und hat immer dafür gefochten, dass man eben sich die Dinge an den Kopf werfen darf.“ Wäre Kirk doch nur ein bisschen zurückhaltender gewesen, wenn es nach Theveßen gehen würde, wäre er dann wohl noch am Leben. In Schutz genommen wurden die beiden Journalisten ausgerechnet vom ZDF-Intendanten Dr. Norbert Himmler.
Lesen Sie auch dazu: Die Ermordung von Charlie Kirk: Der mediale Totalschaden

Elmar Theveßen: Gemeinsam mit Dunja Hayali verharmloste er die Ermordung Charlie Kirks und verbreitete Lügen.
Zur Polarisierung beigetragen hat während des Corona-Lockdowns auch eine andere öffentlich-rechtliche Journalistin: Sarah Bosetti verglich in ihrer Show „Bosetti will reden“ Ungeimpfte mit dem menschlichen Blinddarm: „Und so ein Blinddarm ist ja nicht im strengeren Sinne essenziell für das Überleben des Gesamtkomplexes.“ Eine Aussage, die das Lebensrecht von Millionen Bürgern in Frage stellt. Vielleicht sollte sich Bosetti noch ein wenig Beratung bei ihm Kollegen Jan Böhmermann holen?
Antisemiten wird eine Bühne geboten
Das Fingerspitzengefühl, es fehlt nicht selten. So wollte Böhmermann als Chefkomödiant des ZDF innerhalb seiner Veranstaltungsreihe „Die Möglichkeit der Unvernunft“ ausgerechnet am 7. Oktober ein Konzert mit dem Palästina-Freund Chefket veranstalten. Der Rapper unterstützte in der Vergangenheit etwa die gewalttätige „Black Lives Matter“-Bewegung, posierte in den sozialen Netzen mit Hammer und Sichel-Symbolik und rappte in einem Clip: „Ess kein Schwein, denn jedes Schwein ist ein Cop“. Besonders problematisch allerdings vor dem Hintergrund des angesetzten Datums: Auf Instagram zeigte er sich mit einem Shirt, das die Umrisse Israels als Palästina bezeichnet. Der einzige jüdische Staat der Welt existiert in seinem Kopf nicht mehr.
Das ging sogar dem Kulturstaatsminister der Bundesregierung zu weit. Wolfram Weimar kritisierte in einem Brief an die Leitung des mitverantwortlichen Hauses der Kulturen der Welt (HKW) den Antisemitismus des Sängers: „Chefket hat auf seinem Instagram-Kanal ein Foto von sich in einem T-Shirt mit einem Motiv veröffentlicht, das das Existenzrecht Israels infrage stellt, da der gewünschte Staat Palästina dort auf israelischem Staatsgebiet entsteht und kein Platz für Israel vorgesehen ist.“
Böhmermann und das HKW teilten daraufhin mit: „Wir sehen und hören den Einspruch insbesondere auch von jüdischer Seite gegen den Konzertabend am 07. Oktober 2025. Diesen Einspruch nehmen wir ernst. Er ist Anlass für uns, die Veranstaltung, deren Integrität wir nicht mehr garantieren können, an diesem Tag abzusagen.“

Der Rapper „Chefket“ zeigt auf Instagram, wo er politisch steht.
Dass sich Journalisten des Senders mit Judenhass gemein machen, ist mittlerweile allerdings keine Besonderheit mehr: Bereits 2021 wurde bekannt, dass die ehemalige Moderatorin des WDR-Formates „Quarks“ in der Vergangenheit am israelfeindlichen Al-Quds-Tag in Berlin teilnahm. Zwar wurde die Zusammenarbeit mit El-Hassan seitens die WDR danach beendet, für das ZDF stellte die antisemitische Vergangenheit der Journalistin jedoch kein Problem dar: El-Hassan gehörte weiterhin zum Moderatorenteam des Krimi-Angebotes „Der Fall“.
Israelhasser vor der Kamera waren auch für „Hypeculture“ kein Problem. Das Rapper-Duo 42, bestehend aus den Künstlern Dietrich und YGT, war bei der Folge über Sturmmasken zu Gast. In ihrem Lied „Free Palestine“ betreibt das Duo Täter-Opfer-Umkehr und sagt, die Palästinenser „wollten den Frieden und bekamen den Krieg“.
Zur Erinnerung: Am 7. Oktober 2023 griff die islamistische Hamas Israel an, mordete, vergewaltigte und entführte Zivilisten.
Auch der Berliner Rapper Massiv kam im Format zu Wort. Seine Ansichten zum Nahostkonflikt? Ähnlich kontrovers wie die des Duo 42: Nach einer Gewalteskalation im Frühling 2021 verglich er den Gaza-Streifen mit dem Warschauer Ghetto und warf den Juden vor, das Wasser zu versalzen.

Bei der Gaza-Demonstration am vergangenen Wochenende war Massiv ebenfalls vor Ort.
Einer der häufigsten Vorwürfe: fehlende Neutralität
Sieht der gemeine Medienkonsument mal über Tötungsaufrufe, Antisemitismus, Gewaltverherrlichung, Drogenverharmlosung, Mordrelativierungen und auch die kürzlich bekannt gewordene bestehende Kritik innerhalb der Sender hinweg, sollte er das wirklich tun, bleiben dennoch unzählige Kritikpunkte am öffentlich-rechtlichen Rundfunk bestehen.
Der größte davon dürfte wohl die fehlende Neutralität in der Berichterstattung sein. Dass bestimmte Narrative wie die Bedrohung durch den Klimawandel in der Berichterstattung noch immer forciert werden, ist offensichtlich. Noch skurriler: Sie werden sogar genutzt, um Gewalt zu rechtfertigen. Als in Nigeria 200 Christen unter „Allahu-Akbar“-Rufen abgeschlachtet wurden, fand des ZDF eine wundersame Erklärung für die religiös motivierten Gräueltaten: Schuld ist der Klimawandel. Weil der nämlich zu einer Ressourcenknappheit führe, sei es zu Konflikten zwischen Bauern und Hirten gekommen: „Mit der wachsenden Bevölkerung begann ein Kampf um fruchtbares Weide- und Ackerland.“
Zuletzt erschien auf dem Kultursender Arte außerdem eine neue Dokumentation mit dem Titel „Europa glüht“. Darin will der Sender seinen Zuschauern näherbringen, wie sich unser Zusammenleben angesichts von sommerlichen Temperaturen – oder „Hitzewellen“, wie es Arte nennt – verändern wird: „Sie ereignen sich immer häufiger, sie dauern länger und werden stetig intensiver: Hitzewellen. In Europa jagt ein Temperaturrekord den nächsten. Eine Frage treibt die Wissenschaft angesichts dieser Entwicklung ganz besonders um: Wie heiß wird es in Zukunft werden? Die Doku beleuchtet die vielfältigen Auswirkungen von Hitzewellen auf unser Leben und stellt Adaptionsstrategien vor.“
Manipulation hat Tradition
Doch die Manipulationsbemühungen sind im Öffentlich-Rechtlichen nicht neu. Auch nicht die politische Stoßrichtung, aus der sie kommen. Dass es sich dabei nicht immer nur um gezieltes Framing handelt, sondern auch um eindeutige inhaltliche Veränderungen, gab das ZDF schon 2014 zu. So veränderte der Sender für seine Show „Unsere Besten“ kurzerhand das Zuschauervoting, bei dem die Teilnehmer über die besten deutschen Musikstars abstimmen konnte.
Für den Sender scheinbar überraschend, votierten die Deutschen ausgerechnet die Böhsen Onkelz auf den ersten Platz. Weil die Band dem Sender offenbar zu kontrovers erschien, veränderte er die Regeln und verbot die gezielte Teilnahme von Fangruppen. Die Frankfurter Band fiel auf den 25. Platz zurück, als neuer Sieger wurde der politisch überkorrekte Herbert Grönemeyer auserkoren.
Was nicht passt, wird passend gemacht: Das hat sich bei den Öffentlich-Rechtlichen auch nach den Onkelz nicht geändert. Im Februar geriet das ARD-Talkformat „Hart aber Fair“ in die Schusslinie, weil in der Sendung ein Diagramm gezeigt wurde, dessen Größenverhältnisse völlig aus den Fugen geraten waren. Obwohl nach einer Befragung die klare Mehrheit von 57 Prozent den alten CDU-Vorschlag von Zurückweisungen an der Grenze begrüßte, fiel der Balken der Zurückweisungsgegner trotz 33 Prozent nur unweit kleiner aus. Die über 20 Prozentpunkte Unterschied machten sich in der Darstellung so kaum bemerkbar.

Auch Moderator Louis Klamroth muss klar gewesen sein: Das Größenverhältnis des Diagrammes stimmte eindeutig nicht.
Andere Sendungen wie das ARD-Politmagazin „Monitor“ verändern zwar keine Diagramme, verschweigen dafür aber sehr häufig den politischen Hintergrund ihrer Protagonisten. So arbeitetet der herangezogene Rechtsextremismus-Experte Matthias Quent für die Linken-Landtagsabgeordnete Katharina König, der Rechtswissenschaftler Maximilian Pichl arbeitete für PRO ASYL. Auch bei Bürgerbefragungen kam es in der Vergangenheit häufig dazu, dass die Parteizugehörigkeit der Protagonisten vertuscht wurde.
Ebenso auffallend: das linke Ungleichgewicht in der Themenauswahl der Sendung. Untersucht man die Monitor-Veröffentlichungen auf Instagram, findet sich dort keine einzige Kritik an der Linkspartei, im Kreuzfeuer stehen wie so oft CDU und natürlich auch AfD. Auch die FDP musste einstecken, als sie noch im Bundestag vertreten war. Nur vereinzelt kritisierte Monitor Inhalte der Sozialdemokraten oder Grünen.
Verwunderlich ist das nicht. Eine Umfrage unter den Volontären ließ schon 2020 eine gewisse politische Schlagseite vermuten. So gaben die Nachwuchsjournalisten im Rahmen einer internen Befragung an, für welche Partei sie sich bei der nächsten Wahl entscheiden wollen. 92 Prozent der Stimmen entfielen dabei auf Grün-Rot-Rot. 57 Prozent wählten die Grünen, 23 Prozent die Linke und die SPD kam immerhin noch auf knapp 12 Prozent. Gerade einmal drei Prozent der Volontäre entschied sich für die CDU, die FDP erreichte 1 Prozent. Zwar ist die Studie unter den knapp 150 Befragten nicht repräsentativ, sie liefert aber einen Hinweis, warum die Zustände sich bis heute so dramatisch entwickelt haben könnten.
Auch interne Kritik prallt ab
Tragisch: Gibt es dann vereinzelt doch einmal konservative Journalisten wie Julia Ruhs, die etwa das Thema Migration aus einer regierungskritischen Positition beleuchten möchten, werden sie rausgeworfen. „Für viele, gerade linke Redakteure im NDR, war ich von Anfang an ein Dorn im Auge“, bestätigte Ruhs später im Interview mit dem Cicero.

Mauserte sich innerhalb kurzer Zeit zu den bekanntesten Journalisten des Landes: Moderatorin Julia Ruhs.
Angeklagt wurde Ruhs mit einem absurden, aber für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht sonderlich überraschenden Vorwurf: Die Inhalte der Sendung seien nicht ausgewogen und zu stark emotionalisiert, außerdem liege der Fokus zu sehr auf konservativen Themen. Um dagegen vorzugehen, rotten sich innerhalb kurzer Zeit 250 Mitarbeiter des NDR gegen die junge Journalistin zusammen. Ein gemeinsamer Protestbrief wurde der Chefredaktion übergeben, danach hagelte es in der Nachbesprechung zu „Klar“ mit 150 Teilnehmern reichlich Kritik für Ruhs. Federführend unter ihren Gegnern: Anja Reschke, die mit Reschke Fernsehen ähnlich wie Böhmermann ihre eigene Abendsendung bei den Öffentlich-Rechtlichen hat.
Für sie ist Ruhs schon länger eine Zielscheibe. In einer Ausgabe aus dem Juli 2025 trat sie gemeinsam mit einer Handpuppe auf, die mit satirischem Ton über Meinungsvielfalt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk sprach. Die Puppe sagte: „Ihr sollt doch jetzt im öffentlich-rechtlichen Rundfunk alle Meinungen zu Wort kommen lassen, auch wenn sie ein bisschen rechtsextrem sind“, woraufhin Reschke antwortet „klar“. Ein klarer Angriff auf Kollegen.
Nicht nur der NDR steht in der Schusslinie der Kritiker
Über die internen Strukturen bei den Sendern erfuhr der Bürger aber nicht nur im Zuge der Causa Ruhs. In seiner Rolle als Sachverständiger und Mitarbeiter des ZDF sollte der Frontal21-Journalist Andreas Halbach vergangene Woche im nordrhein-westfälischen Landtag über die Missstände bei seinem Arbeitgeber berichten. Bereits vor seiner Anhörung veröffentlichte er ein Statement, das die Defizite thematisierte: „In der öffentlichen Wahrnehmung steht der öffentlich-rechtliche Rundfunk zunehmend unter dem Vorwurf der Einseitigkeit oder Nähe zu politischen Mehrheiten. Lange habe ich solche Kritik für unbegründet gehalten. Doch aus eigener Erfahrung erkenne ich inzwischen strukturelle Defizite, etwa beim Beschwerdemanagement oder beim Schutz redaktioneller Unabhängigkeit.“
Auf die Frage, ob es bei interner Kritik tatsächlich Einschüchterungsversuche gegeben habe, sagte Halbach: „Ja, die gibt’s“. Ein Kollege im ZDF sei danach strafversetzt worden, beim WDR habe ein Journalist „nach 23-jähriger Mitarbeit die fristlose Kündigung erhalten“, berichtet der Frontal-Redakteur.

ZDF-Journalist Andreas Halbach nahm im Landtag von NRW kein Blatt vor den Mund.
Skurril statt informativ
Das Problem: Die fehlende Freiheit in den Redaktionen ist ein Angriff auf die Grundsätze der Sender. Häufig nämlich soll das Überleben des öffentlich-rechtlichen Rundfunks mit seinen demokratietheoretischen Aufgaben gerechtfertigt werden. Im Rundfunkstaatsvertrag heißt es dazu: „Auftrag der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ist, durch die Herstellung und Verbreitung ihrer Angebote als Medium und Faktor des Prozesses freier individueller und öffentlicher Meinungsbildung zu wirken und dadurch die demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnisse der Gesellschaft zu erfüllen.“
In der Vergangenheit durfte sich der Zuschauer zeitweise durchaus wundern, wie die Öffentlich-Rechtlichen diese Bedürfnisse thematisch aufarbeiteten. Besonders das an die jüngere Zielgruppe gerichtete Funk-Netzwerk machte durch absurde Themensetzungen auf sich aufmerksam.
Seit der Gründung 2016 beschäftigte man sich dort mit jedem noch so verrückten Fetisch, bagatellisierte wie im Beispiel von Marcus Staiger und dem Rapper Massiv Gewalt oder gab Antisemiten eine Plattform.
2019 veröffentlichte der bekannteste Kanal aus dem Funk-Kosmos, das Y-Kollektiv mit 1,1 Millionen Abonnenten, ein Video über sogenannte „Real-Life-Vampire“. Deren Hobby ist es, Menschenblut zu trinken. In der Folgenbeschreibung heißt es dazu: „Fernab der klassischen Klischees gibt es in Deutschland tatsächlich eine kleine Szene, die regelmäßig und einvernehmlich Menschenblut abzapft, um es zu trinken. Diese Leute nennen sich Real-Life Vampire“. Reporterin Anna Breithausen habe einen Einblick in diese skurrile Welt und „darf sogar beim Bluttrinken dabei sein“.

Um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen, trug der selbsternannte Vampir selbstverständlich eine Brille.
Doch damit nicht genug. In dem Beitrag des Kanals „reporter“ drehte sich erneut alles um Andersartigkeit. Dieses Mal jedoch um das Gefühl der Protagonistin Alice, sich wie ein Wolf zu fühlen. „Sie sieht sich nicht als Mensch – Alice ist Teil der Otherkin-Community“, erfährt der Zuschauer im Titel. Otherkins würden „teilweise oder vollständig als nicht-menschlich“ angesehen. Stattdessen fühlten sie sich zum Beispiel als mythische Wesen wie Elfen, Werwölfe oder Drachen.
„Alice sieht sich als eine Art Alien-Wolf“, heißt es in der Folgenbeschreibung. Dass ihr abnormales Verhalten auch etwas damit zu tun haben könnte, dass sie, wie sie selbst im Video erzählt, „vielleicht einfach zu viele schlechte Erfahrungen mit Menschen gemacht“ hat und so vielleicht besser in einer Verhaltenstherapie statt einem Funk-Video aufgehoben wäre, wird nur kurz thematisiert. Im Vordergrund steht das Abweichende oder wie Funk sagen würde: das Vielfältige.
Die Sender sind nicht lernfähig
Zum damaligen Zeitpunkt regte sich immer mal wieder Kritik an diversen Funkformaten, etwa auch wegen der oben bereits thematisierten Verharmlosung von Gewalt. Man sollte meinen, dass die Redaktionen bis heute vorsichtiger geworden sind, wenn es um Inhalte geht, die anecken könnten.
Doch wer an die Lernfähigkeit der Öffentlich-Rechtlichen glaubt, wird früher oder später enttäuscht: Erst vor wenigen Wochen präsentierte das Funk-Netzwerk einen neuen Aufreger-Podcast mit dem Titel „Brave Mädchen“. So brav wie versprochen äußerten sich die beiden Moderatorinnen in ihren Folgen dann aber doch nicht. „Wie viele Folgen schaffen wir, bis wir gecancelt werden?“ ist gleich der Titel des ersten hochgeladenen Podcasts. Gleich zu Beginn weisen sie darauf hin: „Ihr zahlt so oder so“.
Und wofür? „In der Auftaktfolge geht’s um alles: Wie sie sich diesen Podcast manifestiert haben. Warum Brave Mädchen kein Widerspruch ist, sondern ein Versprechen. Und wieso Suki einen Millionär erst nach Japan eingeladen und dann direkt wieder nach Hause geschickt hat, ohne ihn überhaupt zu daten“.

Freche Fassade, nichts dahinter: Der Podcast bewies, auf welch dürftigem Niveau sich manche Inhalte des öffentlich-rechtlichen Rundfunks bewegen.
Auch ohne sich die Inhalte überhaupt nur anhören zu müssen, wird ersichtlich, dass der Podcast den Bildungsauftrag der Öffentlich-Rechtlichen ganz offensichtlich nicht erfüllt. So wirbt der Podcast nach außen beispielsweise mit feministischen Inhalten: „Die beiden Hostinnen sprechen über Freundschaft, Feminismus, Dating, Popkultur – und über alles, wofür sie brennen. Immer mit einer Mischung aus Selbstironie, Klarheit und Haltung – weil sie wissen: Wer immer brav ist, verpasst die besten Storys“.
Haltung und Konsequenz bringen die beiden Moderatorinnen mehr als genug mit. So viel, dass sie über Männer erst garnicht sprechen möchten. Wie sinnvoll diese Herangehensweise bei einem feministischen Podcast ist, darf sich jeder selbst fragen. Die Ablehnung der Herren erfolgt jedenfalls nicht, weil den Moderatoren andere Fragen unter den Gelnägeln brennen würden. Die Erklärung ist noch einfacher: „Ich ziehe mir einfach keinen Content von Männern rein“, heißt es lediglich.
Nachdem die Kritik an dem Format zuletzt nicht abreißen wollte, gab Funk nun bekannt, dass „Brave Mädchen“ eingestellt wird. Die Verantwortlichen schreiben in ihrem Statement, das Format solle der Raum sein, um kontroverse Standpunkte einzunehmen, aber auch, um verschiedene Perspektiven zu erläutern und selbstkritisch zu verhandeln: „Das ist uns in dieser Folge noch nicht gelungen“, gibt Funk zu. Aktuell reflektiere man, „wie wir im Format noch besser einen respektvollen und zugleich offenen Diskurs ermöglichen, um unserem Zielpublikum Denkanstöße zu bieten.“
Eine Prophezeiung: Sollte der Podcast tatsächlich fortgeführt werden, wird sich weder an der Bewertung des Publikums noch den Inhalten viel ändern: Die Hörer straften den Podcast mit jämmerlichen 1,3 Sternen auf Spotify ab, der ÖRR will es dennoch noch einmal versuchen.
Selbst Kinder werden indoktriniert
Besonders tragisch wird es allerdings, wenn nicht nur Heranwachsende und Erwachsene von den Inhalten indoktriniert werden, sondern auch die Kleinsten.
In der WDR-Sendung „Die Sendung mit der Maus“ sollte den Kindern anhand des Transmannes Erik alias „Katja“ erklärt werden, was Transsexualität bedeutet: „Erik heißt jetzt Katja. Und die Frau, die ihr die Tür öffnet, erzählt, dass sie sich nicht länger verstecken will. Katja freut sich, weil ihr Aussehen endlich zu ihren Gefühlen passt.“
Obwohl allgemein schon zweifelhaft ist, warum der Zielgruppe von 4- bis 9-Jährigen das übersexualisierte Thema überhaupt präsentiert werden soll, machen die Moderatoren Laura Kampf und Christoph Biemann am Ende sogar noch Werbung für das Selbstbestimmungsgesetz: „Katja hat uns erzählt, wie schwierig und unangenehm es für sie war, ihren Personenstand zu ändern. Aber dazu gibt es demnächst ein neues Gesetz: Und dann kann jeder oder jede selbst entscheiden, welchem Geschlecht sie sich zugehörig fühlt.“

Von Erik zu Katja: Der Wandel wird in der „Maus“-Folge ausführlich beschrieben.
Auf der Internetseite von „Herzfunk – die Seite mit der Maus“ wurden die Trans-Inhalte noch einmal ausführlich aufbereitet. So erhielten die Kinder dort Informationen zu Fragen wie „Ich mag meine Brüste nicht – wie kann ich sie verstecken?“ oder: „Kann man sich auf den ersten Samenerguss vorbereiten?“
Während die Moderatorin erklärt, dass es etwa möglich sei, für flache Brüste einen Sport-BH zu tragen, ergänzt ein Mädchen: „Man könnte auch eine Schönheits-OP machen, aber das ist doof und tut weh und kostet viel Geld.“ Verstümmelung von Frauen – angepriesen mit unser aller Rundfunkgebühren. Was die Kinder jedoch wieder hei Herzfunk noch von der Maus erfahren: Dass die tatsächliche Anzahl der Transsexuellen in Deutschland sehr gering ist oder ein Unwohlsein im eigenen Körper während der Pubertät definitiv nichts Ungewöhnliches ist.
Auch für einen weiteren großen Themenschwerpunkt der Linksideologen mussten die Kinder bereits herhalten. So wurde Anfang des Jahres der 13-jährige Luis vom Kinderkanal dabei begleitet, wie er die Klimakrise aufhalten möchte: „Laut sein und Veränderungen einfordern! Oder der Natur etwas Gutes tun. Es gibt so viele ehrenamtliche Aktivitäten. Ben will herausfinden, was soziales Engagement für Jugendliche bedeutet. Deshalb macht er sich auf den Weg zu einer Demo von „Fridays for Future“.
Bei jungen Menschen scheint die Vereinnahmung nicht immer gut anzukommen. So zeigte eine Untersuchung des Schweizer Unternehmens Media Tenor, wie gering das Vertrauen der Deutschen in den öffentlich-rechtlichen Rundfunk ist. Mit 31 Prozent hatte insgesamt nicht einmal jeder Dritte Vertrauen in die Berichterstattung von ARD und Co. Noch geringer fiel das Vertrauen nur bei den 16- bis 29-Jährigen aus. In dieser Altersklasse äußerten sich nur 25 Prozent positiv zu den Sendern.
Konsequenzen bleiben aus
Die Liste der Kritik ist lang, die Konsequenzen bleiben jedoch fast immer aus. Jeder noch so aktivistische Journalist kann sich seiner dauerhaften Plattform sicher sein. Die Rundfunkräte, die eigentlich als Kontrollgremium angedacht sind, bewegen sich personell jedoch in einem ähnlichen Fahrwasser wie der öffentlich-rechtliche Rundfunk selbst. Insgesamt 651 Gremienvertreter wählen die Intendanten, beraten in grundlegenden Programmfragen und bearbeiten die Zuschauerbeschwerden.
Zwar forderte das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2014, dass die Räte gesellschaftlich und divers aufgestellt sein sollen und nur zu einem Drittel aus staatlichen oder staatsnahen Akteuren bestehen sollen. In der Realität funktioniert das allerdings nicht, die Stoßrichtung ist bei vielen Mitgliedern eine politisch eher linke. So sitzt im Runfunkrat des rbb etwa die Geschäftsführerin der „Neuen deutschen Medienmacher*innen“, Elena Kountidou. In der Vergangenheit witterte der Aktivisten-Verein bereits in der Berichterstattung über Clan-Kriminalität Rassismus und Islamfeindlichkeit oder machte mit der Forderung auf sich aufmerksam, „dass Beförderungen an Diversitätskriterien geknüpft sind.
Auch im Skandal um den Ruhs-Rauswurf beim NDR fielen gleich drei Ratsmitglieder durch ihre politischen Verbindungen auf. Die Grüne und Feministin Ann-Kathrin Tranziska etwa saß mit einem Laptop in der Rundfunkrats-Sitzung, auf dem linke Slogans wie „Eat the rich“ oder „Kein Marathon den Faschisten“ zu lesen waren. Sandra Goldschmidt war als Hamburger Verdi-Chefin und Grünen-Mitglied ebenfalls vor Ort, genauso wie ihre Parteikollegin Eva Hubert.
BR-Rundfunkrats-Mitglied Hamado Dipama aus Burkina Faso freute sich sogar über den Rauswurf von Ruhs: „Bravo an den NDR für diese Entscheidung“, schrieb er auf Instagram und fügte hinzu, die „Unterwanderung durch Rechte und Neo-Faschisten im öffentlich-rechtlichen Rundfunk“ müsste gestoppt werden.

Keine Rückendeckung für Ruhs, stattdessen brachte Dipama sie in Zusammenhang mit Extremismus.
Fazit: Von Faktenverdrehern über linke Indoktrination bis hin zu Extremismusverharmlosung und Mordaufrufen: Der ÖRR ist zum Moloch aus linken Gesinningsjournalisten verkommen, für das es keine Rettung mehr gibt. Wäre der öffentlich-rechtliche Rundfunk ein Privatunternehmen, man könnte sich amüsiert zurücklehnen und auf ein langsames Ende durch Quotentod warten. Leider jedoch ist der Bürger gezwungen, den sterbenden Patienten weiterhin künstlich am Leben zu erhalten.
Reformen braucht es nicht mehr, für Heilung ist es schon zu spät. Viel eher fehlt jemand, der endlich die entscheidenden Stecker ziehen kann und auch will. Dann hätte der ÖRR seinen Demokratieauftrag mit der eigenen Abschaffung vielleicht am Ende doch noch erfüllt.
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Eric Steinberg
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