Medienbericht: ZDF-Partner sponserte Hamas-Konferenz
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Das ZDF steht nach neuen Enthüllungen über seinen langjährigen Geschäftspartner im Gazastreifen unter erheblichem Druck. Eine palästinensische Produktionsfirma, mit der der Sender seit fast drei Jahrzehnten zusammenarbeitete, trat 2013 als Sponsor einer Konferenz auf, bei der hochrangige Hamas-Führer sowie Vertreter iranischer Propagandasender auftraten – unter anderem Press TV und al-Mayadeen. Auf Fotos der Veranstaltung ist sogar ein Mikrofon mit dem Logo des ZDF zu sehen. Laut NZZ-Recherchen war die Mainzer Sendeanstalt damit indirekt auf einer Bühne präsent, auf der Hamas-Funktionäre, Hisbollah-nahe Medien und iranische Staatspropaganda gemeinsam auftraten.
Der Skandal kam ans Licht, nachdem bei einem israelischen Luftangriff am 19. Oktober ein Mitarbeiter derselben Firma, Palestine Media Production (PMP), getötet wurde. Zunächst sprach das ZDF von einem Angriff auf Journalisten. Doch laut israelischen Militärangaben handelte es sich bei dem Getöteten, Ahmed Abu Matar, um ein Mitglied der Kassam-Brigaden – der Kampfeinheit der Hamas, die am Massaker des 7. Oktober beteiligt war. NIUS berichtete ausführlich.

Ahmad abu Matar, TV-Ingenieur und „platoon commander“ der Hamas.
„Der Kompass des Widerstands“
Die israelische Armee legte dem ZDF ein Dokument vor, das Abu Matar als Angehörigen der Hamas ausweist. Der Sender beendete daraufhin umgehend die Zusammenarbeit mit PMP und bezeichnete den Getöteten nachträglich als Techniker ohne Einfluss auf die Berichterstattung.
Der Fall zeigt nicht nur das so legitimierte Vorgehen der israelischen Armee auf, sondern vor allem ein strukturelles Problem westlicher Medienhäuser: ihre Abhängigkeit von lokalen Partnern in Gebieten, die von der Hamas kontrolliert werden – und die Gefahr, dass diese Strukturen längst Teil des propagandistischen Apparats geworden sind.
Seit Beginn des Gaza-Krieges im Oktober 2023 dürfen ausländische Reporter das Gebiet kaum betreten. Westliche Sender sind daher auf lokale Produktionsfirmen angewiesen, die oft unter dem Druck der islamistischen Machthaber arbeiten. Laut NZZ-Recherchen ist PMP in ein von der Hamas überwachtes Mediensystem eingebunden, das enge Verbindungen zum iranischen Regime unterhält.
Das von Salam Maaruf geleitete „Regierungsmedienbüro“ kontrolliert sämtliche journalistische Aktivitäten. Palästinensische Journalisten hätten laut Maaruf eine „nationale Pflicht“ zu erfüllen – ihr „Kompass“ müsse „der Kompass des Widerstands“ sein. Firmen wie PMP müssen sich registrieren und den Vorgaben des Regimes unterordnen, um weiter arbeiten zu dürfen.
Die Konferenz mit Hamas und Iran
Der damalige PMP-Chef Abdelghani Jaber trat 2013 als Sponsor einer Konferenz auf, die unter dem Titel „Krieg in Gaza – Konsequenzen und Zukunftsaussichten“ stattfand. Zu den Teilnehmern gehörten Hamas-Führer wie Mahmud al-Zahar und Basem Naim, der bis heute als Funktionär der Terrororganisation aktiv ist. Vertreter iranischer Sender wie Press TV und al-Mayadeen nahmen ebenfalls teil. Auf Bildern von der Veranstaltung sind Mikrofone dieser Propagandasender zu sehen – neben dem mit dem Logo des ZDF.

Laut NZZ-Informationen belieferte PMP sowohl das ZDF als auch Press TV regelmäßig mit Beiträgen, etwa über den Boykott israelischer Produkte oder die sogenannte Nakba. Press TV steht seit 2023 auf der EU-Sanktionsliste, weil der Sender an Repressionsmaßnahmen des iranischen Regimes beteiligt ist.
„Kern einer seriösen und umfassenden Berichterstattung aus Gaza“
Das ZDF erklärte auf Anfrage der NZZ, man werde den Fall „umfassend aufarbeiten“ und alle Mitarbeiter der Partnerfirma überprüfen. Dass PMP auch mit iranischen Propagandamedien zusammenarbeitete, sehe man nicht als Problem, da Press TV früher nicht sanktioniert war. Die Firma habe zudem für zahlreiche internationale Sender gearbeitet.
Zur Konferenz von 2013 teilte das ZDF mit, es sei „Kern einer seriösen und umfassenden Berichterstattung aus Gaza, zuzuhören, was dort gesprochen und gedacht wird“. Die Organisatoren seien „anerkannte Experten“ gewesen, ohne Nähe zur Hamas. Einer dieser „Experten“ erklärte jedoch öffentlich, er sei glücklich gewesen, „als die Raketen des Widerstands zum ersten Mal Tel Aviv und Jerusalem erreichten“ – und saß gemeinsam mit Hamas-Führer Basem Naim im Vorbereitungskomitee.
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