Neue Zahlen: Wie die Weimer Media Group die Auflagen ihrer Zeitschriften verschleiert
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16 Magazine, Agenturen und Verlage gehören nach eigenen Angaben zur Weimar Media Group (WMG). „Je länger man sich mit den einzelnen Unternehmungen der Mediengruppe beschäftigt, desto mehr schrumpft sie zusammen“, schreibt die Süddeutsche Zeitung. In Weimers gesamten Portfolio gebe es letztlich nur vier Medientitel, die noch Puls haben.
Markt und Mittelstand ist das größte der drei Wirtschaftsblätter. Die Druckauflage betrage 65.000 Exemplare, weitere 50.000 würden als E-Paper verschickt, so die WMG. Doch laut der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Werbeträger (IVW) werden 17.300 als Bordexemplare abgesetzt und 47.500 sind „Freistücke“, die ausgelegt oder gratis verschickt werden. Die Zahl der Abonnenten: 289. In der Mitteilung des Verlages fehlen IVW-Zahlen – heißt, dass jeden Monat 194.000 Entscheider Markt und Mittelstand nutzen.
Zum Wirtschaftskurier, dem „Leitmedium des deutschen Unternehmertums“, fehlen IVW-Zahlen. Laut WMG erscheint es viermal im Jahr in einer Auflage von 65.000 gedruckten und 50.000 E-Paper-Ausgaben. Die neuesten Zahlen für Börse am Sonntag, wo „hochkarätige Journalisten und Kapitalmarktexperten“ schreiben, stammen von 2021. Demnach soll das als E-Paper erscheinende Magazin 117.000 Abonnenten haben. Wegen der fehlenden IVW-Zahlen ist es schwer, das zu überprüfen, schreibt die SZ.
Schaut man sich die Websites und Hefte etwas genauer an, fällt auf, dass die im Impressum ausgewiesenen Verantwortlichen oft mehrere Funktionen haben. Bemerkenswert ist, dass viele Texte in Wirtschaftsblättern „Gastbeiträge“ oder „Sponsored Posts“ sind und von Vorständen oder CEOs stammen. Andere feiern unkritisch einzelne Firmen. Und sehr präsent, durch Anzeigen, Advertorials, Interviews und Artikel, sind eine Reihe von Unternehmen, die in der Vergangenheit auch Partner des Ludwig-Erhard-Gipfels und des Finance & Future waren.

So betitelte die SZ den Artikel über Weimers Medien-Bluff.
Markus Söder: „Man muss sich entscheiden, Blaulicht oder Konto“
Man kann den Eindruck gewinnen, so die SZ, die Weimer Media Group sei weniger ein Medienunternehmen als eine Agentur, die mit Einfluss und Kontakten handelt. Die Publikationen können helfen, diesen Eindruck hinter einer respektablen Fassade zu verbergen: „Weimers Geschäftsgebaren könnte geeignet sein, nicht nur sein eigenes Ansehen, sondern auch das seines politischen Amtes zu beschädigen“. Die Krypto-Firma Bitpanda hat sich bereits als Partner des Ludwig-Erhard-Gipfels zurückgezogen. Während der Freistaat Bayern seine weitere Unterstützung nach eigenen Angaben noch prüft, ging Ministerpräsident Markus Söder auf Distanz. Im Magazin Focus sagte er: „Man muss sich entscheiden, Blaulicht oder Konto. Entweder will man Geld verdienen oder man will in der Politik bleiben. Zusammen geht es nicht.“
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