Plagiats-Skandal bei der SZ: Auch bei ihrer Doktorarbeit hat Vize-Chefin Föderl-Schmid abgeschrieben
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Die Plagiatsaffäre rund um die stellvertretende Chefredakteurin der Süddeutschen Zeitung nimmt kein Ende!
München, 5. Februar, 13.02 Uhr: Die Süddeutsche Zeitung verkündet „In eigener Sache“, dass sich Vize-Chefin Alexandra Föderl-Schmid vorläufig „aus dem operativen Tagesgeschäft der SZ zurückziehen“ wird. Grund dafür: Eine NIUS-Recherche, mit der die Chefetage der Süddeutschen konfrontiert wurde – und die schon vor Veröffentlichung der eigentlichen Geschichte Konsequenzen hat!
Nicht nur die journalistische Übernahme fremder Textpassagen stehen bei Föderl-Schmid auf dem Prüfstand, auch ihre 1996 veröffentlichte Doktorarbeit rückt nun in den Fokus. An mehreren Stellen ihrer Dissertation (Titel: „Vom Monopol zum Markt: zehn Jahre duales Rundfunksystem in Deutschland“), die sie 1996 an der Universität Salzburg eingereicht hat, wird laut Plagiats-Jäger Stefan Weber nicht korrekt zitiert. So finden sich in der Arbeit mehrere Zitate aus dem Bericht der Bundesregierung über die Lage der Medien in der Bundesrepublik Deutschland von 1994, die nicht als solche ausgegeben werden.
NIUS konfrontierte die Süddeutsche Zeitung mit den Recherchen des renommierten Kommunikationswissenschaftlers Weber, der gleich mehrere Plagiate in ihrer Doktorarbeit gefunden hat. Die Fundstellen liegen NIUS exklusiv vor. Föderl-Schmid hat die Universität Salzburg mittlerweile gebeten, ihre Doktorarbeit zu prüfen. Die österreichische Journalistin hatte 2013 das Buch „Journalisten müssen supersauber sein. Anspruch und Wirklichkeit in der Medienwelt“ veröffentlicht.
NIUS dokumentiert die Fundstellen in der Doktorarbeit:

Es könnte noch mehr Plagiate geben
Plagiats-Jäger Weber, der ebenfalls an der Universität Salzburg seinen Doktortitel erworben hat, will weiter nachforschen. „Die bislang gefundenen Plagiate sind wahrscheinlich erst der Anfang und basieren auf der Softwareanalyse“, erklärt er sein Vorgehen gegenüber NIUS. „Bei einer Dissertation aus dem Jahr 1996 wurde naturgemäß mit vielen Quellen gearbeitet, die später nicht digitalisiert wurden. Ich komme soeben aus der Bibliothek und es hat sich der Verdacht bestätigt, dass schon der allererste Absatz der Dissertation aus einem Buch plagiiert wurde. Die Untersuchung wird noch dauern.“
Weber kommt zu dem Schluss: Hierbei handelt es sich um einen „schwerwiegenden Plagiatsverdacht“.

Das Ergebnis der ersten Prüfung von Stefan Weber.
Hier sind weitere Fundstellen:


Erst kürzlich hatte die Süddeutsche Zeitung eine schwere Schlappe im Zuge von Plagiatsvorwürfen gegenüber der AfD-Chefin Alice Weidel eingefahren. Zwei anonyme Gutachter hatten ihr in der SZ in ihrer Dissertation mehrere Plagiate vorgeworfen. Die Universität Bayreuth prüfte die Vorwürfe, leitete jedoch kein Hauptverfahren ein. Demnach konnte kein vorsätzliches Fehlverhalten festgestellt werden, gab die Prüfungskommission bekannt. Zwar seien vereinzelte Zitierfehler gefunden worden, doch dies reiche nicht aus, um ein schuldhaftes Verhalten festzustellen. Weidel sprach damals von einer „politisch motivierten Kampagne“.
Die Doktorarbeit von Föderl-Schmid wird nun auch von der Universität geprüft – währenddessen kommen auch neue Vorwürfe gegen ihre journalistische Arbeit ans Licht. Die neuesten Entwicklungen lesen Sie hier!
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