Queere Comicfiguren und schwarze Gamerinnen: Die verzweifelte Suche der ARD nach Minderheiten
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Mit „Cosmo“ will der WDR laut eigenen Angaben auf Vielfalt und den „Sound der Welt“ aufmerksam machen. Doch bei näherer Betrachtung entpuppt sich der Sender als einseitige Plattform für allerhand inszenierte und abenteuerliche Opferdarstellungen der linken Blase.
„Wie schwarze Personen das Wandern reclaimen“ – so beginnt einer der Beiträge auf der Instagram-Seite von Cosmo. Der Beitrag beleuchtet die Initiative „Black Girls Hiking“, die zum Ziel haben soll, dass schwarze Menschen mehr Zeit in der Natur verbringen. Hintergrund des Titels ist scheinbar, dass Wandern und Outdoorsport in den letzten Jahren öfters als „weiß“ und zu „männlich“ dargestellt wurden.

Schwarze Gamerinnen kämpfen laut Cosmo für mehr Sichtbarkeit bei Minecraft.
Einzelne Aktivisten und auch die Marke „North Face“ hatten eine solche Behauptung ursprünglich aufgestellt. In der darauffolgenden Debatte wurde ausgerechnet das Wandern als etwas Rassistisches dargestellt. Dagegen solle jetzt mit solchen Projekten aufbegehrt werden – mit offensichtlicher Unterstützung des WDR. Andere vielsagende Inhalte von Cosmo drehen sich um „Queerness im K-Pop“ oder um die Frage, wie „queere Musliminnen“ das Opferfest feiern.

Ist K-Pop ein großer Queer-Mogel? WDR Cosmo philosophiert darüber.
Der Kreativität sind dabei auf der Seite keine Grenzen gesetzt. Denn neben „schwarzen Gamerinnen“ und „queeren Comicfiguren aus der Kindheit“ findet sich nahezu jede vorstellbare Konstruktion einer Minderheit. Was man vielleicht zuerst als skurrilen Social-Media-Auftritt eines Nischensenders abtun mag, ist in der Realität jedoch öffentlich finanziert und damit aus den Steuermitteln der Leistungsträger dieses Landes bezahlt. Vor diesem Hintergrund stellt ein solches Nischenprogramm doch eine etwas fragwürdige Ausrichtung dar.

Wussten Sie, dass Sailor Moon und Spongebob Paradebeispiele für queere Comics sind?
Vorbei am Publikum
Cosmo hat allerdings auch eine eigene Geschichte. So bildet der Sender das Nachfolgeprogramm von Funkhaus Europa und sogenannten „Gastarbeiterprogrammen“ der 60er Jahre, mit denen ursprünglich die stark steigende Zahl an ausländischen Arbeitskräften angesprochen werden sollte. Aus diesem Grund scheint es auf den ersten Blick logisch, dass sich das Programm vor allem an Zugewanderten orientiert. Bis heute sendet das Radio in mehreren Sprachen, darunter Türkisch, Russisch, Polnisch und Arabisch. Doch ob das, was dort geboten wird, heutzutage tatsächlich den Geschmack der Mehrheit der Zugewanderten in Deutschland trifft, darf stark bezweifelt werden. Beim Betrachten des Programms auf der Seite und auf den dazugehörigen Social-Media-Kanälen kommt man eher zu dem Schluss, dass es in erster Linie darum geht, immer kleinteiligere und absurdere Minderheitengruppen zu konstruieren und diese krampfhaft vor den Vorhang zu holen.
Mit einer ernstzunehmenden Auseinandersetzung mit den tatsächlichen Herausforderungen von Migranten in erster, zweiter und dritter Generation hat das dort Veröffentlichte kaum noch etwas zu tun. Denn dass Beiträge über „Queerness bei Tieren“ oder Diskussionen darüber, ob weiße Frauen einen Afro tragen dürfen, tatsächlich mehrheitlich die Interessen von migrantischen Bevölkerungsgruppen in Deutschland treffen, scheint doch eher abwegig.

„Queerness bei Tieren? – Natürlich.“ berichtet Cosmo
Beleidigung für Migranten
Viele Beiträge von Cosmo drehen sich um Themen und Bezeichnungen, die jemandem, der nicht in einschlägigen Communitys unterwegs ist, wohl kaum ein Begriff sein werden. „Hier fühlen sich Postost-Migras verstanden“, lautet beispielsweise der Titel eines Eintrages. Unter „Postost Migras“ versteht man offenbar Migranten aus dem postsowjetischen Raum beziehungsweise aus osteuropäischen Ländern. Man muss kein Experte sein, um davon ausgehen zu können, dass solche Wortschöpfungen den meisten Migranten aus dem osteuropäischen Raum selbst kein Begriff sind und vermutlich die wenigsten auf diese Art und Weise abgestempelt bzw. in eine derart einseitige Schublade gedrängt werden möchten.

Eigene Wortschöpfungen wie „Postost-Migras“ gehören bei Cosmo dazu.
Und genau hier entlarvt sich auch der angeblich so menschenfreundliche und soziale Anspruch dieses Mediums. Denn während man sich laut eigenen Angaben für Diversität einsetzen möchte, bedient man mit den eigenen Inhalten einen voreingenommenen Minderheitendiskurs und kategorisiert Menschen lediglich aufgrund ihrer Herkunft oder Sexualität. Der selbst so toleranzbegeisterte Sender Cosmo erweist sich damit als größte Beleidigung für Migranten.
Gefangen in der eigenen Blase
Darüber hinaus offenbart das Programm des Senders in mehreren Beiträgen, wie engstirnig und selbstgefällig man hier agiert. Auch die AfD und alles, was „rechts“ ist, erhält dort einiges an Aufmerksamkeit. So beschäftigt man sich beispielsweise mit der Frage: „AfD-Mitglieder im öffentlichen Dienst: Geht das noch?“

Darf man als AfD-Mitglied im öffentlichen Dienst arbeiten? Die Schlussfolgerungen von Cosmo sind klar.
Das Resümee fällt – wenig überraschend – negativ aus und die Redakteure arbeiten sich in unterschiedlichen Abhandlungen an der angeblich „rechtsextremen“ AfD ab. Erfüllen solche Inhalte das Neutralitätsgebot eines öffentlich-rechtlichen Senders? Wohl kaum.
Genau dieses Beispiel zeigt sehr deutlich, dass es Sendern wie Cosmo nicht ernsthaft um Toleranz und Vielfalt geht. In Wahrheit ist das einzige Ziel, die eigene Blase mittels bunt verpackter und tendenziöser Beiträge zu bedienen – und das auf Kosten des Steuerzahlers. Da müsste etwas mehr Ausgewogenheit und ein gesunder Zugang zur Realität eigentlich Voraussetzung sein. Doch das selbst gewählte Motto „Vielfalt ist für uns kein Werbegag!“ könnte vor diesem Hintergrund nicht scheinheiliger sein.
Sender wie Cosmo vermitteln so keine Vielfalt, sondern vor allem Voreingenommenheit und Unsachlichkeit. Mit ein wenig Nachsicht könnte man vielleicht noch von einem Konzept sprechen, das eindeutig aus der Zeit gefallen ist. Denn angesichts der vielfachen gesellschaftlichen Herausforderungen sollte der Fokus nicht mehr auf einzelnen Darstellungen von Minderheiten liegen, sondern das Leben inmitten der Mehrheitsgesellschaft im Vordergrund stehen. Damit würde man unserer Gesellschaft viel eher einen Dienst erweisen.
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