Quellenschutz-Skandal: MDR lieferte Insider-Quellen dem Verfassungsschutz aus
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Ein Insider wollte brisante Vorgänge rund um den Thüringer Verfassungsschutz-Präsidenten Stephan Kramer öffentlich machen. Doch die MDR-Journalisten lieferten ihn direkt an dessen Vorgesetzten aus – Stephan Kramer. Ein schwerwiegender Bruch des journalistischen Ehrenkodex.
Apollo News berichtete am Montag exklusiv über den Führungsstil von Stephan J. Kramer, dem Präsidenten des Thüringer Amts für Verfassungsschutz. Nach Apollo News-Informationen beteiligten sich auch zwei Journalisten des MDR an dem Vorgehen Kramers gegen einen seiner Mitarbeiter.
In der Motorrad-Rockerszene aktiv
2015 beteiligte sich Kramer, der in der Motorrad-Rockerszene aktiv ist, an einer Kranzniederlegung für Gefallene der Roten Armee. Mit dabei waren mehrere Rockergruppierungen, unter anderem die Nachtwölfe, eine als Putin-nah geltende ausländisch-extremistische Organisation. Auf einem Foto posierte er neben mehreren Mitgliedern der Nachtwölfe. Die Veranstaltung wurde dabei nach Apollo News-Informationen vom Verfassungsschutz observiert. Einige Monate nach seinem Foto mit den Nachtwölfen wird Kramer Verfassungsschutz-Präsident in Thüringen. Wie Insider berichten, kursierte das Foto im Amt. 2018 soll ein Mitarbeiter des Verfassungsschutzes versucht haben, mit diesem Foto in die Öffentlichkeit zu gehen. Er kontaktierte 2018 die MDR-Journalisten Axel Hemmerling und Ludwig Kendzia, die sich als Investigativ-Journalisten präsentieren.
Doch die beiden Journalisten veröffentlichten den Vorgang nicht – stattdessen kontaktierten sie Stephan Kramer selbst und informierten ihn über seinen Mitarbeiter, der auspacken wollte. Ein schwerwiegender und eindeutiger Bruch des journalistischen Ehrenkodex zum Schutz von Quellen. Der Vorgang ist in Chatverläufen belegt. Diese Chatverläufe selbst gibt Kramer dann an das dem Verfassungsschutz übergestellte Thüringer Innenministerium weiter. Kurze Zeit später arbeitet der Mitarbeiter nicht mehr im Amt für Verfassungsschutz. Aufgrund des in den Chatverläufen dokumentierten Austauschs von Kramer mit beiden Journalisten über einen seiner eigenen Mitarbeiter und über weitere Interna wird ein Disziplinarverfahren gegen Kramer selbst eröffnet. Im Verfassungsschutz werden die Journalisten Kendzia und Hemmerling befragt.
In einem Dokument des Innenministeriums, das Apollo News exklusiv vorliegt, wird Kramer scharf kritisiert. Es bestünde der Verdacht, Kramer stelle ein „ernsthaftes Sicherheitsrisiko“ dar. Der Präsident habe möglicherweise eine „gewichtige Straftat“ begangen. Auch die beiden Journalisten Kendzia und Hemmerling finden Erwähnung.

Ein Auszug aus dem internen Schreiben des Thüringer Innenministeriums.
Der MDR hielt nach dem Vorfall weiterhin an den beiden Journalisten fest. Kendzia und Hemmerling arbeiten auch weiterhin für den MDR. Auf Apollo News-Anfrage äußerten sich Kendzia und Hemmerling nicht. Der MDR meint, man könne den Sachverhalt nicht prüfen, da einem die Chatverläufe nicht vorliegen würden. Keine Seite dementiert den Vorgang.
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