Diversity-Dauerfeuer für Demokratie? „Die Woche der Vielfalt“ bei RTL
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RTL-Zuschauer sollten sich nicht wundern, wenn sie in dieser Woche besonders häufig Beiträge über Randgruppen sehen. Denn es ist die „Woche der Vielfalt“ – das ist zwei Monate vor dem „Pride Month“. Sieben Tage lang stellt RTL Deutschland das Thema in den Mittelpunkt. Die Werbegesichter dazu kennt und mag jeder – auch ohne Kampagne: zum Beispiel Sängerin Lucy Diakovska, Athlet Matthias Mester und Sportmoderator Patrick Esume.
In den RTL-Magazinen gibt es Diversity-Dauerfeuer: Mathias Mester besucht die zehnjährige Mali, die mit einem seltenen Gendefekt lebt, das „RTL-Nachtjournal“ trifft Reyyan Alshebl, der als syrischer Flüchtling nach Deutschland kam und Bürgermeister wurde. Auch der Nachwuchs wird nicht verschont: Im „Toggo Radio“ kommt ein Vater zweier Transkinder zum Thema Geschlechtervielfalt zu Wort. Und bei RTL+ startet im April unter dem Titel „Gemischtwarenladen – vollgefüllt mit Migra-Geschichten“ ein neuer Video-Podcast. Das fühlt sich für viele an wie öffentlich-rechtliches Belehrungsfernsehen im Gewand eines Privatsenders.
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„Nutzer:innen unterhaltsam und unbefangen an das Thema Vielfalt heranzuführen“
Laut dem Mutterkonzern Bertelsmann sei das Ziel der Kampagne, „Nutzer:innen unterhaltsam und unbefangen an das Thema Vielfalt und hier insbesondere LGBTIQ+ heranzuführen, Vorurteile abzubauen und zu informieren“. Ganz unbefangen gibt’s auch ein Glossar dazu: „L“ steht für Lesbisch mit Irina Schlauch und „G“ für Gay mit Jorge González.

Am 29. März endet die „Woche der Vielfalt“. Dann können Sie wieder einschalten.
Wie wäre es mit „K“ wie Krampf?
Diese Kampagne kommt mit dem Holzhammer daher: Die Trailer werden auf allen Sendern von RTL Deutschland eingesetzt sowie digital auf rtl.de, RTL+ und ntv.de. Außerdem ist sie in „Stern“ und „Gala“ zu sehen. Und damit nicht genug: Die Serien „Unter Uns“, „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ und „Alles was zählt“ integrieren die Motive in die aktuellen Folgen. Die Themenwoche gibt es seit 2022. Sie soll laut RTL „Vielfalt als selbstverständlichen Bestandteil einer offenen, demokratischen Gesellschaft sichtbar machen“.
Was das Liebesleben von Promis mit Demokratie zu tun hat? Richtig: rein gar nichts.
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Melanie Grün
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