Schluss mit „Woke“-Disney: Kein Mensch will eine linke Micky Maus
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In diesem Jahr ist der Walt-Disney-Konzern 100 Jahre alt geworden. Einen Grund zum Feiern gibt es für die Aktionäre jedoch nicht. Der Streaming-Dienst Disney Plus schreibt rote Zahlen.
Im aktuellen Jahresbericht der US-Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission), räumt Disney ein, Fehler in der politischen Ausrichtung begangen zu haben.
Verfehlte Vorlieben und am Geschmack des Publikums vorbei
In dem Papier heißt es konkret: „Wir sind Risiken im Zusammenhang mit einer Fehlanpassung an den Geschmack und die Vorlieben der Öffentlichkeit und der Verbraucher in den Bereichen Unterhaltung, Reisen und Konsumgüter ausgesetzt, die sich auf die Nachfrage nach unseren Unterhaltungsangeboten und -produkten sowie auf die Rentabilität aller unserer Unternehmen auswirken.“

Die Feierlaune bleibt aus zum 100. Geburtstag von Walt Disney.
Bedeutet: Disney hat viele Jahre gegen die Wünsche der Konsumenten agiert – in Bezug auf die politische Ausrichtung. Denn vielen Amerikanern ist Disney zu links und zu woke geworden.
In der Realfilm-Neuauflage des Zeichentrick-Klassikers „Arielle, die Meerjungfrau“ ist der Hauptcharakter nicht mehr weiß und rothaarig, wie in der Zeichentrickserie. Stattdessen spielte die schwarze Schauspielerin und Sängerin Halle Bailey die Hauptrolle. Der daraus resultierende Shitstorm war vorhersehbar.

In der Real-Verfilmung fiel Arielles Hautfarbe dem Zeitgeist zum Opfer.
Disney plant für das kommende Jahr eine Neuauflage von Schneewittchen. Die Hauptrolle des Schneewittchens soll Rachel Zegler spielen, eine Amerikanerin mit kolumbianischen Wurzeln. Für einige ist sie schlicht zu wenig weiß, um ein echtes Schneewittchen zu sein. Alte Disney-Filmklassiker beginnen heute mit einer Warnung vor diskriminierenden Inhalten, die im Kontext der damaligen Zeit gesehen werden müssen.
Unter konservativen Amerikanern sorgt eine Szene im Zeichentrick-Film „Lightyear“ für Entsetzen. Dort küssten sich zwei weibliche Figuren. Viele Eltern kritisierten die offenkundige Darstellung von Homosexualität in einem Kinderfilm. Auch die neuen Outfits von Minnie Mouse sorgen für große Empörung. Das klassische, hübsch mädchenhafte, rot-weiß getupfte Kleid wurde durch einen derben blauen Hosenanzug ersetzt.
Die Formulierung „Woke Disney“ statt Walt Disney ist bereits in vieler Munde.
Gegenwind auch aus der Politik
Prominentester Verfechter des Begriffes „Woke Disney“: Florida-Gouverneur Ron DeSantis. Der Streit zwischen ihm und dem Film-Konzern hatte sich ursprünglich daran entzündet, dass die Konzernspitze sich öffentlich gegen DeSantis’ sogenanntes „Don’t say Gay“-Gesetz positioniert hatte.
Im Frühjahr 2022 hatte DeSantis seinen Eingriff in die Lehrpläne an Floridas Schulen unterzeichnet, die übertriebene Sexualität und Geschlechterrollen behandeln würden. Zwischenzeitig drohte DeSantis sogar damit, neben dem Freizeitpark Disney World ein Gefängnis zu errichten.

Ron DeSantis (45), Gouverneur von Florida
Dabei trat das US-Unternehmen des gleichnamigen Gründers 1923 mit konservativ-bürgerlichen Filmen an. Wie sich diese Werte nach links verschoben haben, lässt sich in den neuesten Disney-Produktionen betrachten, in denen die Figuren häufig schwarz, homo- oder transsexuell sind.
„Sie erfinden neue ‚woke‘ Dinge“
Der Sohn des Animateurs der Ursprungsversion von „Schneewittchen und die sieben Zwerge“ hat sich verärgert über die Neuauflage des Märchenklassikers gezeigt. „Sie verändern die Geschichten, sie verändern die Denkweisen der Charaktere, es sind einfach nicht mehr die originalen Geschichten“, sagte David Hale Hand im August dem britischen Telegraph. „Sie erfinden neue ‚woke‘ Dinge, und ich stehe dem überhaupt nicht positiv gegenüber.“
Auch in der Satire-Animations-Serie South Park des Medienkonzerns Paramount wurde die politische Ausrichtung von Disney thematisiert. In einer Szene sitzen fiktiv die Vorsitzenden von Disney an einem Konferenztisch und beraten über die neue Hauptfigur im neuen Disneyfilm. Eine Frau sagt: „Setzen Sie eine Tussi da rein, machen Sie sie schwul!“.

Seit zwei Jahren befindet sich die Aktie des Disney-Konzerns im Sinkflug.
Die linke Öffnung des Unternehmens sollte dem Konzern eigentlich ein Wachstum verschaffen. Dieser Kurs ist wohl gescheitert. 2021 lag der Wert der Disney-Aktie zeitweise bei 165,26 Euro. 2023 nur noch bei 75,30 Euro. Binnen zwei Jahren hat sich der Aktienkurs des alteingesessenen Unternehmens mehr als halbiert.
Der neue Bericht an die US-Börsenaufsicht könnte ein Umdenken im Konzern bewirken. Aktionäre und Disney-Fans würden sich freuen.
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