Wie masochistisch muss man sein? Kabarettist Vince Ebert verzweifelt an deutschen Politik-Talkshows
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„Warum nur tun sich immer noch so viele Zuschauer Polit-Talkshows an?“
Eine berechtigte Frage, die Kabarettist Vince Ebert (aktuelles Programm: „Vince of Change“) kurz nach dem Ende der sonntäglichen Sendung von „Caren Miosga“ auf Facebook stellt.

Wenige Stunden nach dem brutalen Messer-Attentat von Mannheim, bei dem ein 29-jähriger Polizist sein Leben verlor, hat die ARD-„Talk-Lady“ Grünen-Chefin Ricarda Lang und den gescheiterten CDU-Kanzlerkandidaten Armin Laschet zum Gespräch geladen.
„Hetze, Krisen, Umbrüche - Kann Politik noch zusammenführen?“ lautet die Frage des Abends, die ausgerechnet eine Grünen-Politikerin beantworten soll, die in den Augen vieler Menschen die Personifinierung des Ampel-Versagens darstellt, gemeinsam mit einem Unionspolitiker, der CDU/CSU 2021 das Allzeit-Tief bei einer Bundestagswahl bescherte, und dessen Profil nicht einmal für den aktuellen Kurs der CDU steht.

Ricarda Lang und Armin Laschet diskutierten am Sonntag bei Caren Miosga.
Vince Ebert fasst das so zusammen: „Man erfährt nichts, man wird nicht schlauer, es handelt sich noch nicht mal um passable Unterhaltung. Man ist nur entsetzt, welche Personen in diesem Land Verantwortung tragen oder tragen wollen. Wie wenig sie bereit oder fähig sind, eine andere Perspektive einzunehmen oder gar ihr eigenes mühsam zusammengebasteltes Weltbild zu hinterfragen.“
Nichts gegen Lang und Laschet. Beide stehen für ihren ganz eigenen Kurs. Doch wer das Trauma von Mannheim aufarbeiten, wer die Zerrissenheit der Gesellschaft thematisieren und über Lagergrenzen hinweg der Nation etwas mitteilen will, kann nicht Personen einladen, deren Positionen so hohl wie altbekannt sind. Man darf nicht die alten schwarz-grünen Träume der Miosga-Redaktion bedienen, sondern muss Autoritäten finden, die über Millieugrenzen hinweg gehört und ernst genommen werden. Nachdenklichkeit statt Gewissheit! Und vor allem: Nach neuen Jahren ungeregelter Migration endlich Taten!
„Es ist ein Abgrund, der sich dort auftut“, schreibt Ebert sich kurz nach Mitternacht seinen Frust von der Seele und spricht vielen Zuschauern aus derselben. Was bleibt, ist eine Frage, auf die es einstweilen noch keine Antwort gibt: „Wie masochistisch muss man sein, um sich so etwas regelmäßig anzusehen?“ Ich habe es diesmal nicht geschafft.
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Ralf Schuler
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