Was wusste Hayali? Was wusste Himmler? Diese brennenden Fragen will das ZDF nicht beantworten
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Der Fake- und Vertuschungsskandal beim ZDF bewegt ganz Deutschland. Im heute-journal, einem der wichtigsten Nachrichtenmagazine des Landes, hatte das ZDF ein mit KI gefälschtes und ein vier Jahre altes Video gezeigt, um gegen die Abschiebe-Politik von US-Präsident Donald Trump zu agitieren.
Nach zwei Tagen, in denen der öffentlich-rechtliche Sender versucht hatte, die Manipulationen mit Unwahrheiten zu vertuschen, stellt sich die Frage, wie es überhaupt zu diesem Skandal-Beitrag im heute-journal kommen konnte.
Der ZDF-Beitrag, über den Deutschland spricht und der mit gleich zwei falschen und manipulierenden Video-Belegen die agitative An- und Abmoderation von Dunja Hayali stützen sollte, hat so etwas wie einen kleinen Bruder. Einen weniger hart formulierten Vorgänger, in dem auch die beiden Fake-Szenen nicht vorkommen.
Warum wurde der Beitrag vor der Hayali-Sendung um die Fakes ergänzt?
Bereits am Freitag, zwei Tage vor der von Dunja Hayali moderierten Skandal-Sendung, ist ein sehr ähnlicher Beitrag nämlich bereits im ZDF-Mittagsmagazin ausgestrahlt worden. Selbes Thema, selbe Protagonisten, selbe Autorin, etwas ausführlicher, lediglich die beiden entscheidenden und falschen Video-Einspieler waren noch nicht zu sehen.
Hinzu kommt, dass der Sprechertext an einer Stelle weniger scharf im Ton ist, wenn man den Vergleich zum heute-journal zwei Tage später zieht. Im Mittagsmagazin heißt es, dass die ICE-Agenten „teilweise verfassungswidrig handelten“, wenn sie ohne Durchsuchungsbeschluss in Wohnhäuser eindringen. Im heute-journal-Beitrag ist die Abschwächung „teilweise“ nicht mehr zu hören und das Handeln der ICE-Beamten ist plötzlich immer verfassungswidrig. Dort heißt es: „Obwohl es gegen die Verfassung ist, dringen die Agenten ohne Durchsuchungsbefehl in Häuser ein.“
NIUS wollte vom ZDF wissen, wie es die beiden Fake-Videos nebst schärferem Sprechertext in die heute-journal-Sendung geschafft haben, welche redaktionellen Prozesse dahinterliegen und inwiefern Moderatorin Dunja Hayali in den Prozess involviert war. Etwa, ob sie die Beiträge vor der Ausstrahlung kannte und diese inhaltlich abgenommen hat.
Eine Antwort ist das ZDF schuldig geblieben. Dem Spiegel antwortete das ZDF hingegen. Die Autorin des Beitrags habe nach der Darstellung des Senders „Videomaterial zur Bebilderung ihres Beitrags ausgewählt, ohne es vorher gewissenhaft und vollständig auf Herkunft und Authentizität überprüft zu haben“, heißt es wörtlich. Das entspreche nicht den journalistischen Regeln und Standards des ZDF. Moderatorin Hayali habe von den handwerklichen Fehlern im Beitrag nichts gewusst.
Der langjährige Journalismuslehrer Peter Welchering hält diese Darstellung für „lächerlich“. Bei X schreibt er: „Eine Moderatorin, die den Beitrag nicht kennt, den sie anmoderiert? Das ist eine so lächerliche Ausrede, die ich nicht einmal dem ZDF zugetraut hätte.“
Auch Thorsten Alsleben, der Chef der „Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft“, der zuvor selbst mehr als zehn Jahre Nachrichtenbeiträge für das ZDF verfasst hatte, hält die Darstellung für unplausibel: „Im Regelfall, außer es ist brandheiß und aktuell, sollen die Beiträge mindestens 30 Minuten vor Sendung der Redaktion vorliegen, damit der Schlussredakteur sie abnehmen kann.“ Weitere Notwendigkeiten wie die Einblendung von Namen und Rechtsvermerken würden gegen die Erzählung einer Verkettung einer Reihe von Fehlern sprechen. Alsleben weiter: „Vieles spricht für Absicht.“
Die Frage, warum der Beitrag zwischen Mittagsmagazin und heute-journal zugespitzt und um die beiden Fakes-Videos ergänzt worden ist – und wer daran alles beteiligt war – bleibt damit also unbeantwortet.
Was wusste Intendant Himmler von der Lügen-Strategie?
Die nächste zentrale Frage, die sich stellt, lautet: Wer hat die Lügen-Strategie in Auftrag gegeben, mit der das ZDF den Fake-Skandal zwei Tage zu vertuschen versuchte? Denn in einer ersten Stellungnahme des Senders gab es gar kein Problembewusstsein für die Verwendung des KI-Videos. „Im Beitrag des ‚heute journal‘ vom 15. Februar 2026 über die ICE-Einsätze in New York hätten KI-generierte Bilder gekennzeichnet werden müssen. Diese Kennzeichnung wurde bei der Überspielung des Beitrags aus technischen Gründen nicht übertragen“, hatte ein Sprecher auf NIUS-Nachfrage damals mitgeteilt.
Allein durch die Tatsache, dass das ZDF inzwischen bekanntgegeben hat, dass KI-Inhalte in Nachrichtensendungen gar nicht zum Einsatz kommen dürfen, zeigt, dass diese erste Darstellung nicht der Wahrheit entsprechen konnte.
NIUS hat auch beim ZDF nachgefragt, ob und inwieweit Intendant Norbert Himmler in diese Lügen-Strategie involviert war – auch diese Frage ließ der Sender unbeantwortet.
Mehr NIUS: Die Akte ZDFake – wie der Sender den KI-Skandal im heute-journal vertuschen wollte
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