10 Jahre Haft für geplanten Mord: Wie tschetschenische Politik in Deutschland ausgetragen wird
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Das Oberlandesgericht Bayern verurteilte einen russischen Staatsbürger zu zehn Jahren Haft.. Dieser plante einen Mordanschlag auf einen tschetschenischen Dissidenten in Deutschland und hatte Kontakte zum Verfassungsschutz.
Das Mordkomplott erfolgte im Auftrag des Regimes des tschetschenischen Machthabers Ramsan Kadyrow, einem wichtigen Verbündeten des Kremls. Der 47-jährige Angeklagte Valid D. wurde wegen „Sichbereiterklärens zum Mord, der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat und Delikten nach dem Waffengesetz“ verurteilt, schreibt das Oberlandesgericht München in einer Pressemitteilung.

Das Oberlandesgericht München hat einen russischen Staatsbürger zu zehn Jahren Freiheitsstrafe verurteilt.
Die Staatsanwaltschaft gibt an, dass Valid D. den Auftrag zur Organisation des Mordes von einem Mitglied des Sicherheitsapparats des tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow in der ersten Hälfte des Jahres 2020 erhielt. Das Ziel: Mokhmad Abdurakhmanov, der Bruder des im Exil lebenden tschetschenischen oppositionellen Bloggers Tumso Abdurakhmanov, der in Schweden wohnt.

Der Bruder des geplanten Mordopfers: Der oppositionelle Blogger Tumso Abdurakhmanov.
Auftragsgeber Kadyrow
Valid D. beschaffte eine Schusswaffe und Munition für den Mord und engagierte einen Auftragskiller. Er organisierte dessen Einreise nach Deutschland, „getarnt“ als Asylbewerber, um mit ihm Schießübungen durchzuführen.
Richter Christoph Wiesner erklärte, dass der Mord „mit Wissen, Zustimmung und Interesse“ von Kadyrow vorbereitet wurde.
„Viele Gesetze und Morde sind einfach mit Kadyrows Stimmung verbunden. Wenn er mit guter Laune aufwacht, kann er womöglich eine komische Sache erlassen, durch die die Leute zu irgendwas gezwungen werden. Also, wenn sich Kadyrow die Kopfhaare abrasiert hat, müssen ihm alle folgen“, sagte Abdurakhmanov in einem Interview mit BR24.

Der tschetschenische Machthaber Kadyrow
Kontakte zum Verfassungsschutz
Ein Beamter des Bundeskriminalamtes (BKA) enthüllte, dass Valid D. während einer Befragung seine Kontaktperson im Verfassungsschutz, Peter G., genannt hat. Es gibt Spekulationen, dass Valid D. als Informant für den Verfassungsschutz gearbeitet haben könnte. Bei Reisen nach Russland befragte der russische Geheimdienst FSB Valid D. über seine Tätigkeit beim Verfassungsschutz.
Es ist unklar, in welcher Rolle der 47-jährige Angeklagte für den Verfassungsschutz gearbeitet hat, da der BKA-Beamte dazu keine Angaben machen konnte.
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