Alarmierende Krankheitsquote bei Kita-Mitarbeitern
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Die Krankheitsquote bei Kita-Mitarbeitern in Rheinland-Pfalz und bundesweit hat 2023 einen alarmierenden Höhepunkt erreicht. Ein besonders düsteres Bild zeichnet die Bertelsmann Stiftung in ihrer aktuellen Studie: Erzieher sind häufiger und länger krankgeschrieben als Beschäftigte in anderen Berufen, und psychische Erkrankungen spielen dabei eine immer größere Rolle.
Rheinland-Pfalz kämpft mit einem akuten Notstand in seinen Kitas. Der Personalmangel führt dazu, dass die verbleibenden Mitarbeiter über ihre Grenzen hinaus belastet werden. Ein Hauptgrund dafür ist die hohe Zahl an Krankmeldungen. Durchschnittlich 30 Tage im Jahr fehlen Erzieherinnen und Erzieher krankheitsbedingt – weit mehr als in anderen Berufsgruppen, bei denen der Durchschnitt bei 21 Tagen liegt. Die Bertelsmann Stiftung schlägt Alarm: Besonders die psychische Belastung, die seit 2021 stark angestiegen ist, führt zu immer mehr Ausfällen.

Teufelskreis aus Personalmangel und Überlastung in deutschen Kitas.
Es droht der Zusammenbruch des Kita-Systems
Die Bertelsmann Stiftung warnt eindringlich vor einem Kollaps des Kita-Systems, wenn nicht bald gehandelt wird. Es reicht nicht mehr, nur den Notstand zu beklagen. Es müssen Lösungen her. Die Forderung nach einer gesetzlichen Regelung zur Finanzierung von Krankheitsvertretungen durch qualifiziertes Personal ist ein notwendiger Schritt, um das Kita-System vor dem endgültigen Zusammenbruch zu bewahren. Ohne sofortige Maßnahmen werden die Kleinsten in unserer Gesellschaft, die eigentlich in den Kitas betreut und gefördert werden sollen, die größten Verlierer sein.
Krankschreibungen um mehr als 70 Prozent gestiegen
Die steigende Zahl an Krankmeldungen ist nicht nur in der Kinderbetreuung ein Problem: Nach Daten der Kaufmännischen Krankenkasse KKH lag der Krankenstand der KKH-versicherten Erwerbstätigen im ersten Halbjahr 2024 bei 6,5 Prozent. Im ersten Halbjahr 2019 – also vor der Pandemie – waren es 5,0 Prozent.
Schon im ersten Halbjahr 2023 war jeder Berufstätige durchschnittlich zweimal krankgeschrieben – 204 Ausfälle kamen auf 100 erwerbstätige Mitglieder dieser Krankenkasse. Von Januar bis Ende Juni 2024 kamen sogar 210 Arbeitsausfälle auf 100 Mitglieder.
Im ersten Halbjahr 2019 hatte die Zahl der Arbeitsausfälle mit 122 pro hundert Mitgliedern demnach noch deutlich niedriger gelegen. Für das Jahr 2024 bedeutet das einen Anstieg von etwa 72 Prozent.
Beschäftigte fehlen mit Erkältungssymptomen
Grund dafür ist der Versicherung zufolge vor allem die anhaltend hohe Zahl an Atemwegserkrankungen wie Husten, Schnupfen oder grippalen Infekten: Diese lag im ersten Halbjahr 2024 bei 70 Fällen je 100 Versicherte – nach 69 Fällen im Vorjahreszeitraum und nur 34 Fällen vor fünf Jahren. Atemwegsinfekte machten von Januar bis Ende Juni 2024 ein Drittel aller Krankheitsfälle aus (34 Prozent).

Husten, Schnupfen, Heiserkeit: Atemwegsinfekte machten von Januar bis Ende Juni 2024 ein Drittel aller Krankheitsfälle aus.
Nach Angaben einer KKH-Sprecherin gibt es für die gestiegene Zahl mehrere Gründe. Die Sensibilität für die Ansteckungsgefahr von Erkältungskrankheiten sei seit der Corona-Pandemie größer, möglicherweise fehlten deshalb mehr Menschen aus diesem Grund am Arbeitsplatz. Krankschreibungen nur für wenige Tage würden seit der Einführung der elektronischen Krankschreibung zudem besser erfasst. Zuvor hätten die Versicherungen nicht von allen Fällen erfahren.
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