Arbeiten unterbrochen: Dresdner Carolabrücke kann nicht abgerissen werden, weil die Brücke kaputt ist
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Weil die Brücke bröckelt, kann sie nicht abgerissen werden!
Am 11. September 2024 stürzte ein Teil der Dresdner Carolabrücke ein – sie war marode! Wie durch ein Wunder kam niemand zu Schaden. Fünf Monate später sind die Abrissarbeiten noch immer nicht abgeschlossen. Im Gegenteil: Wegen weiterer Brüche in der Konstruktion wurden die Abrissarbeiten vorerst eingestellt. Auch für die gerade erst wiederaufgenommene Binnenschifffahrt ist erneut vorläufig Schluss. „Zurzeit ist von akuter Einsturzgefahr auszugehen“, sagt Brückenexperte Steffen Marx von der TU Dresden.

Die Katastrophe ereignete sich um 3 Uhr nachts.
Am großen Pfeiler auf der Neustädter Seite wurden laut Marx am Montag insgesamt sieben Spannstahlbrüche festgestellt. Die neue Gefahrensituation werde derzeit geprüft, sagte er und drängte auf schnelles Handeln. „Der Abbruch muss so schnell wie möglich erfolgen.“ Doch aktuell ist es wohl noch zu gefährlich für die Arbeiter.
FDP kritisiert schleppenden Abriss der Brücke
Die FDP kritisierte den schleppenden Abriss der Brücke. Dass 160 Tage nach ihrem Zusammenbruch nicht einmal die Hälfte davon geschafft ist, sei peinlich für Dresden und Deutschland. „Bis heute gibt es keine konkrete Lösung, wie der Neuaufbau der Brücke erfolgen soll. Weder Planungszeitraum noch Baubeginn noch Finanzierung sind geklärt“, sagte der Bundestagsabgeordnete Torsten Herbst. Der Wiederaufbau der eingestürzten Autobahn-Talbrücke in Genua in weniger als zwei Jahren zeige, dass es auch im EU-weiten Rechtsrahmen möglich ist, einen großen Brückenbau schnell zu realisieren.

Nach dem Einsturz konnte die Stadt zeitweise nicht mit Fernwärme versorgt werden.
Fünf Monate Sperrung der Elbe
Die Durchfahrt unter dem Bauwerk wurde erst vor zwei Wochen mit Einschränkungen für die Binnenschifffahrt freigegeben. „Seit Dienstag früh ist sie wieder komplett gesperrt“, sagte der stellvertretende Amtsleiter Helko Fröhner vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Elbe in Dresden. Nun sei die Expertise der Ingenieure abzuwarten. Es müsse eingeschätzt werden, ob die teils eingestürzte Brücke hält und Schiffe wieder durchgelassen werden können.
Die beiden noch stehenden Brückenzüge sind wie der auf rund 100 Metern eingestürzte und im Abbruch befindliche Strang C für den Fahrzeugverkehr gesperrt. Auch deren Abriss ist beschlossene Sache.
Lesen Sie auch: Marode Bausubstanz, Sanierungsstau: die Brücken-Akte Deutschland
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