Armut in Deutschland: Vier Stunden anstehen für warme Suppe
Die Zahl der armutsbetroffenen Menschen in Deutschland steigt. Viele können sich nicht mal mehr ihren Einkauf leisten. Das zeigte nun auch ein Hilfsangebot des Roten Kreuzes in Berlin-Marzahn.
Bis zu vier Stunden standen die Menschen am Montag in der Kälte, um eine warme Suppe und ein paar Lebensmittel vom Deutschen Roten Kreuz (DRK) zu bekommen.
„So lang war die Schlange noch nie“
Seit etwas mehr als zwei Jahren gibt es die Suppenküche, die jeden Monat für die Bedürftigen öffnet. Doch so lang wie im Januar 2023 war die Schlange noch nie, sagt Kati Avci vom DRK Berlin. „Die Not wird immer größer“.
Gerade zum Monatsende ist bei vielen das Geld knapp. Einer, der ansteht ist Marcus Richter. „Seit zwei Wochen habe ich nix mehr“, sagt er. Deshalb habe er sich schon Geld von seinem Bruder geliehen: „Aber der hat’s auch nicht so dicke“.
Sparen für einen Schwimmbad-Besuch
Auch Detlef Schüler ist vor Ort. Er muss mit Bürgergeld drei Kinder und zwei Erwachsene versorgen. Das reiche hinten und vorn nicht. Ein paar Meter weiter steht Mandy Gashi – sie spart durch das kostenlose Essen einen Schwimmbadbesuch für ihre Kinder zusammen.
Jede zweite der knapp 1000 Tafeln in Deutschland hat 2022 doppelt so viele Kunden gemeldet wie im Vorjahr. Doch vielerorts mussten auch Bedürftige weggeschickt werden, da es nicht genug Lebensmittel-Spenden gab.
Für den Januar rechnen Ökonomen mit einer Inflationsrate von 9,2 Prozent. Es dürften daher weiterhin viele Menschen auf die Hilfe von Tafeln und Hilfsorganisationen angewiesen sein.
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