Auto-Anschlag auf zwei Jungs, einer schwer verletzt: Seit sechs Monaten „unterliegt Herkunft des Täters den Ermittlungen“
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Was zunächst wie ein Unfall aussah, entpuppt sich nun wohl als versuchte Tötung auf zwei Jungs – zu den Hintergründen des Vorfalls schweigt die Staatsanwaltschaft jedoch.
Ein 35-Jähriger hatte im hessischen Bad Soden-Salmünster mit seinem Auto einen 14-jährigen Jungen angefahren und schwer verletzt. Der Junge wurde mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Einen anderen 11-jährigen Jungen verpasste der Mann nur knapp.
Der Vorfall hatte sich bereits im Februar ereignet.
Wie die Ermittlungen der Polizei ergaben, handelte es sich dabei wohl nicht um einen Unfall oder ein Versehen – der Mann sei demnach bewusst und aktiv auf die Jungen zugefahren. Die Staatsanwaltschaft Hanau und die Kriminalpolizei in Gelnhausen ermitteln nunmehr wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdelikts.
Zu den genauen Hintergründen der Tat, zu möglichen Verbindungen zwischen Täter und Opfern schweigt die zuständige Staatsanwaltschaft Hanau. Auch die Herkunft des Täters will man auf NIUS-Nachfrage nicht preisgeben: „Dies unterliegt weiterhin den Ermittlungen“, sagte eine Sprecherin am Telefon.
Polizei sucht dringend nach bestimmten Zeugen
In der Mitteilung der Polizei zum neuen Ermittlungsstand heißt es wörtlich: „Nach allem, was bisher bekannt ist, waren die beiden Jungen gegen 16 Uhr in der geschotterten Verlängerung der Bahnhofstraße (parallel zu den Bahnschienen) unterwegs, als der Tatverdächtige mit seinem grauen Toyota mit überhöhter Geschwindigkeit auf beide zugefahren sein soll. Den 14-Jährigen soll er dabei erfasst haben, sodass dieser eine Beinfraktur erlitt und später mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik geflogen werden musste.“
Der 35-Jährige kollidierte laut Polizei anschließend mit einem hochstehenden Kanaldeckel an den Gleisanlagen, wodurch eine Achse seines Wagens brach. Später, so die Rekonstruktion des Geschehensablaufes, wurde der Wagen durch den 35-Jährigen unter Zuhilfenahme eines Gabelstaplers geborgen und weggeschafft.
Nachdem sich der 14-Jährige schreiend und in Panik auf die Gleisanlage begeben hatte, kam ihm ein Bahnmitarbeiter zur Hilfe und brachte ihn aus dem Gefahrenbereich. Der 11-Jährige erlitt einen Schock und flüchtete nach eigener Aussage ebenfalls über die Schienen und lief auf der gegenüberliegenden Seite durch eine Hecke in Richtung Fuldaer Straße und traf auf ein Pärchen, dem er sich anvertraute.
Die Polizei sucht nun nach dem Paar, um an mögliche Zeugenaussagen zum Hergang zu gelangen. Die beiden Personen waren etwa 20 bis 25 Jahre alt und zirka 1,65 bis 1,70 Meter groß. Die Frau hatte lange rötliche Haare und führte eine Handtasche mit sich, ihr Begleiter hatte kurze schwarze Haare und war mit einer schwarzen Jacke bekleidet, wie die Polizei mitteilt. Beim Eintreffen der Rettungskräfte soll sich zudem ein zweites Paar im Bereich des Schotterweges aufgehalten haben. Der Mann und die Frau waren beide schätzungsweise 30 bis 40 Jahre alt und etwa 1,75 bis 1,80 Meter groß.
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