Bauer stoppt Schleuser mit seinem Traktor: Festnahme, weil er 17 Migranten in den Alpen ausgesetzt hat
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Idyllische Kulisse, ein klarer Bösewicht, beherztes Eingreifen von ungeplanten Helden und ein Traktor, an dem kein Vorbeikommen war: DAS war filmreif!
Aber der Reihe nach. Im oberbayerischen Oberau, einem Gemeindeteil des Marktes Berchtesgaden, spielte sich am Mittwoch folgende Geschichte ab. Im Zuge eines hitzigen Handgemenges stoppten Anwohner einen mutmaßlichen Schleuser, der zuvor 17 Personen illegal ins Land gebracht haben soll, wie der Berchtesgadener Anzeiger berichtet.
08:00 Uhr morgens im oberbayerischen Berchtesgaden.
Bei der Polizeiinspektion geht ein Anruf von besorgten Anwohnern ein. Es wurde eine Gruppe von rund 20 ausländischen Personen, hauptsächlicher junge Männer gesichtet, die zu Fuß über den Auer Berg in Richtung Unterau marschierten. Die Einsatzkräfte rückten aus und konnten die Gruppe kurze Zeit später aufgreifen und zur Dienstelle der Bundespolizei nach Freilassing bringen, wo ihre Aufenthaltsberechtigungen überprüft wurden.
Es dauert nicht lang und weiterer besorgter Anruf erreicht die Polizei
09:45 Uhr: Wieder klingelt das Telefon in der oberbayerischen Polizeiinspektion in Berchtesgaden. Diesmal kommt der Anruf aus Oberau. Zwei Einheimische haben mit weiteren Anwohnern einen mutmaßlichen Schleuser überwältigt, der zuvor 17 Menschen ausgesetzt hatte.

Blick auf Berchtesgaden mit dem verschneiten Watzmann
Der mutmaßliche Schleuser war in einem weißen Kleinbus unterwegs, als die Anwohner versucht haben, ihn aufzuhalten. Als ihnen das nicht gelang und der Mann im weißen Bus mit serbischen Kennzeichen versuchte zu fliehen, versperrte ihm kurzerhand ein Landwirt mit seinem Traktor den Weg. Der Kleinbus kam daraufhin von der Straße ab, demolierte einen angrenzenden Zaun und blieb letztlich im Feld stecken.
Von der Polizei war zu diesem Zeitpunkt weit und breit noch keine Spur, also übernahmen die Einheimischen kurzerhand die Festsetzung. Sie zerrten den Mann aus dem Auto, überwältigten ihn und hielten ihn am Boden fest, bis die erste Polizeistreife eintraf. Bei dem Zugriff der Einheimischen erlitt der mutmaßliche Schleuser leichte Gesichtsverletzungen, weshalb auch das Bayerische Rote Kreuz gerufen wurde. Der Kleinbus des Schleusers war durch den gescheiterten Fluchtversuch so beschädigt, dass er nicht mehr fahrtüchtig war und abgeschleppt werden musste.
Zunächst keine Spur von den Flüchtlingen
Grenzpolizei, Bundespolizei und Landespolizei suchten mit Polizeihubschrauber und einer Drohne nach den ausgesetzten Flüchtlingen. Die Menschen waren in alle Richtungen verstreut und konnten schließlich im Bereich der Roßfeldstraße aufgegriffen und von den Beamten festgenommen werden. Bei der Gruppe handelte es sich um größtenteils um junge Männer. Zum aktuellen Zeitpunkt ist der asylrechtliche Status der Flüchtlinge noch unklar.
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