Biden besucht nach Feuerkatastrophe die Insel Maui
- Vor den verkohlten Ruinen des Küstenortes Lahaina sagt Joe Biden den Bewohnern von Maui Hilfe zu.
- Knapp zwei Wochen nach den verheerenden Feuern auf Hawaii mit über 100 Toten ist der US-Präsident vor Ort.
- Etwa 85 Prozent der Feuerzone nach Opfern abgesucht worden sei.
Nach den verheerenden Bränden auf Maui im US-Bundesstaat Hawaii mit weit mehr als hundert Toten hat US-Präsident Joe Biden das Katastrophengebiet besucht.
Der Präsident und First Lady Jill Biden flogen in einem Helikopter über die ausgebrannte Feuerzone, um sich aus der Luft ein Bild von der Zerstörung zu machen. Bei einem Rundgang in den Ruinen der fast vollständig zerstörten Stadt Lahaina traf Biden auf Einsatzkräfte und Überlebende der tödlichsten Brände in den USA in mehr als 100 Jahren.

Ein „Maui Lives Matter“-Schild steht am Honoapi'ilani Highway in der Nähe eines Wohngebiets, das von einem Waldbrand in Lahaina, Hawaii, zerstört wurde.
Die Zerstörung sei „überwältigend“, sagte Biden nach dem Besuch entlang der ausgebrannten Front Street im Herzen der einst malerischen Küstenstadt. Aus der verkohlten Kulisse ragte der über 150 Jahre alte Banyanbaum, ein bekanntes Wahrzeichen von Lahaina, hervor. Der Baum stehe noch, sagte Biden. Dies sei als „sehr starkes Symbol“ zu werten, um diese Krise zu bewältigen. Der Präsident sagte den Bewohnern und den Behörden von Maui Hilfe beim Wiederaufbau der zerstörten Gebiete zu.
Während des knapp sechsstündigen Besuchs nahm Biden auch an einer Segnungszeremonie mit den Ältesten von Lahaina teil. Zeitweise trug er eine der für Hawaii typischen Lei-Blumengirlanden. In einem Bürgerzentrum mit Hunderten Gemeindemitgliedern traf Biden mit Betroffenen und Helfern zusammen.

Joe Biden, Präsident der USA, spricht im Lahaina Civic Center mit Mitgliedern der Gemeinde, die von den Waldbränden auf Maui betroffen sind.
Die Zahl der Toten ist nach den Bränden auf der Insel inzwischen auf mindestens 114 angestiegen, wie die zuständige Bezirksverwaltung am Sonntag mitteilte. Die Zahl der Opfer könnte noch ansteigen, Hunderte Menschen wurden noch vermisst. Helfer durchsuchten mit Leichenspürhunden weiter die ausgebrannten Gebäude.
Deanne Criswell, Chefin der nationalen Katastrophenschutzbehörde Fema, teilte mit, dass etwa 85 Prozent der Feuerzone nach Opfern abgesucht worden sei. Nach Schätzungen könnte die Sucharbeit noch weitere zwei Wochen dauern.

Ausgebrannte Autos und niedergebrannte Gebäude. Nach der Feuerkatastrophe mit mehr als 100 Toten auf der Hawaii-Insel Maui ist das Ausmaß erkennbar.
Der Westen von Maui ist für Touristen und Besucher immer noch gesperrt. Lediglich Einsatzteams und Anwohner können die vom Feuer zerstörten Gebiete betreten. Josh Green, Gouverneur von Hawaii, appellierte bei dem Treffen mit Biden aber an Urlauber, Hawaii zu besuchen. Andere Teile von Maui und die übrigen Inseln seien sicher und für Besucher zugänglich. Die Region bräuchte die Unterstützung durch den Tourismus, um sich schnell wieder zu erholen, sagte Green.
Die Wald- und Buschbrände waren am 8. August an mehreren Orten auf Maui und der Nachbarinsel Hawaii ausgebrochen, die den gleichen Namen wie der Bundesstaat trägt. Am Umgang der Behörden mit dem Feuer gab es heftige Kritik. So wurden etwa zu Beginn der Feuer keine Warnsirenen eingesetzt.
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